Fünf Tage Recherche für einen Text

Wer Tagungen und Kongresse der Medienbranche besucht, kennt diese schwarz-weiß-malende Behauptung: „Qualitätsmedien“ sind nach Meinung vieler Diskutanten per se die Blätter, die bundesweit verbreitet werden. FAZ, SZ und Welt, Spiegel, Zeit und Stern: Die Grenzzieher der Medienlandschaft heften diesen ein paar wenigen weiteren Publikation regelmäßig das Prädikat „Qualität“ an.

Journalisten und Managern von regionalen Medienhäusern schwillt dabei regelmäßig der Kamm. Nein, nicht deshalb, weil sie auch gerne vom Odem des Niveauvollen schlechthin umweht würden. Und auch nicht deshalb, weil diese rhetorischen Prädikatsvergaben in der Regel entlarvend pauschal sind und fast nie hinterfragt werden. Sondern deshalb, weil die Regionalzeitungen bei dieser Qualitätssortierung ebenso generalisierend als das Gegenteil dieser Güte herhalten müssen.

Für viele Bewerter der deutschen Medienlandschaften scheint in Marmor gemeißelt: Qualitätsjournalismus gebe es doch nur noch in der Bundesliga der deutschen Medien samt einiger Abteilungen der Öffentlich-Rechtlichen. In der medialen Regionalliga (die in punkto Reichweite um ein Vielfaches bedeutsamer ist) hingegen wird die Anspruchslosigkeit und Preisgabe der meisten journalistischen Tugenden verortet.

Wer das auf den Podien der Medienkongresse sagt, erntet Kopfnicken. „Früher war das noch besser. Und die Chefredakteure ohne Qualitätsbewusstsein. Und diese renditeversessenen Verleger.“ Wer all das anzweifelt oder gar das Gegenteil behauptet, kann testen, wie schnell man einen ganzen Saal gegen sich aufbringen kann.

In den Teilen des Netzes, die sich mit den Medien dieser Republik, ihren Strömungen und ihren Machern beschäftigen, wird dieses undifferenzierte Einteilen leicht variiert: Den überregionalen Blättern begegnet das Netz kritischer, den regionalen Medien aber nicht minder herablassend.

Einige digitale Medien-Publizisten werden nicht müde, lokale und regionale Medienhäuser des generellen Bohrens dünner Brettchen zu zeihen. Mancher berichtet dabei gestützt auf persönliche Erfahrungen in der Welt der Lokalredaktionen, andere treiben erkennbar persönliche Fehden mit dem Medienmilieu an, in dem sie einst selber lokal wirkten. Auch einen griffigen Fachbegriff gibt es mittlerweile für die Einteilung in scheinbar Gut (da oben in Hamburg, Berlin und München sowie in Lokalblogs) und scheinbar Mau (im Lokalprint in der Fläche allüberall): Alles nur „Bratwurst-Journalismus“, prothmannt es den Machern der Regionalzeitungen entgegen.

Dabei weiß jeder Praktiker und letztlich auch jeder wache Konsument medialer Erzeugnisse, dass die Medienwelt so einfach nicht in Qualität und Murks einzuteilen ist. Glanz und Elend des Journalismus finden sich in den bundesweit agierenden Blättern ebenso wie im Regionalen und Lokalen. Und bleiernes Mittelmaß belastet auch mediale Dickschiffe.

Ungerecht, ja unprofessionell werden die Kritikaster des lokalen und regionalen Journalismus, wenn sie – geblendet durch ihre Vorurteile – die Leistungen in der Fläche von Aachen bis Zwickau gar nicht mehr wahrzunehmen vermögen. Die Basher des Lokaljournalismus übersehen schlicht, dass es dort neben viel Trimmtrab auch publizistischen Spitzensport gibt. Und die oft erhobene Klage-These, im Lokalen und Regionalen gebe es wegen des wirtschaftlichen Drucks keine Zeit mehr für Recherche, spiegelt seinerseits schlampige Recherche dieser Kritiker wieder.

Kombo_Journal

Man sehe es mir nach, wenn ich als Beleg dafür ein in mehrfacher Hinsicht Mut machendes Beispiel aus meiner Zeitung, der Rhein-Zeitung in Koblenz, anführe. Hartmut Wagner, einer unserer vielen talentierten jungen Reporter, ist vor einigen Wochen mit der Frage auf mich zugekommen, ob er fünf Tage für eine Recherche der besonderen Art freigestellt werden kann. Ein markanter „Berber“ in Koblenz war Wagner aufgefallen – und er wollte wissen, warum dieser „Lobo“ auf der Straße lebt und wie er dort überlebt. Wagner wollte dafür volle fünf Tage mit dem Obdachlosen teilen. Essen und Schlafen, Kameraden und Konflikte, Geldbeschaffung und Caritas – alles wollte unser Reporter aus der Perspektive des Betroffenen erleben. Um zu verstehen. Um es möglichst treffend beschreiben zu können.

Fünf Tage Freistellung? Für eine Sozial-Story? Bei einer Regionalzeitung? Ich garantiere: Keiner der Kritiker unserer Gattung würde glauben, dass und wie einfach das durchgeht. Ich habe Hartmut Wagner sofort grünes Licht für seinen Plan gegeben – ohne weitere Rückfragen. Und ich habe ihm zugesichert, dass er den Platz für seine Geschichte bekommt, die er haben möchte. Nicht im Koblenzer Lokalteil, sondern in der Gesamtausgabe.

Fünf Tage lebte Wagner danach im Berber-Milieu. Sie brachten ihn an die Grenze der Belastbarkeit, mehr als einmal verfluchte er seinen Plan. Als er voller Eindrücke wieder auftauchte, gaben wir ihm auch genügend Zeit zum Nachdenken, Konzipieren und Schreiben. Er schenkte uns im Gegenzug 720 Zeilen in Form eines Tagebuchs seiner Woche mit „Lobo“ – die so bewegend waren, dass wir dafür gerne drei Seiten im Wochenend-Journal ausgaben, darunter die Titelseite dieses Buches.

Rückblickend: Fünf Tage Recherche – in einer Minute genehmigt. Weil die Idee des jungen Kollegen bestechend gut war. Drei Seiten prominenter Platz dafür – eine rasche Entscheidung unseres Deskchefs Manfred Ruch und unseres Journal-Chefs Michael Defrancesco ohne jedes Feilschen. Weil Wagners Stück brillant geschrieben war, die Länge brauchte und auch trug.

Warum ich das schreibe? Weil ich weiß, dass viele Führungskräfte vieler Regionalzeitungen in Deutschland  bewusst Freiräume für Recherche, Reportage und Investigatives schaffen. Weil ich sehe, dass viele Regionalzeitungen gezielt auch Spitzenleistungen fördern – zumal dann, wenn Journalisten aus dem eigenen Haus Initiative zeigen und selbst Qualität wollen. Und weil ich möchte, dass sich auch die Kritiker unserer Gattung ein Bild davon machen.

Ich lade Sie ein: Lesen Sie Hartmut Wagners große Reportage „Lobo, der Wolf vom Zentralplatz“. Ich bin mir sicher: Der Text wird Sie berühren. Und vielleicht werden einige von Ihnen nach der Lektüre etwas differenzierter über die Arbeit von Lokaljournalisten denken.

Christian Lindner

16 Gedanken zu „Fünf Tage Recherche für einen Text

  1. Heinrich

    Das muss sich eine Zeitung natürlich auch leisten können. Bei uns in Österreich wird ja auch überall sehr viel gespart, da ist es dann natürlich schwer seine Mitarbeiter für solche Stories über längere Zeiten abstellen zu können. Wenn ich mir meine Lokalblätter so ansehe muss ich sagen sie sind 1. schlecht gemacht und 2. gespickt mit Werbung und uninteressanten Geschichten. Natürlich sind sie kostenlos und flattern jede Woche ungefragt in mein Haus. Ein Freund hat mir mal gesagt, wenn man sich das Zeitung lesen abgewöhnen möchte (aus welchen Gründen auch immer), dann liest man am besten nur mehr diese Blätter. Dann schafft man sein Ziel sicher bald.
    Schöne Grüsse aus Österreich

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  2. Pingback: Links fürs Wochenende

  3. Fragmente aus dem Vollstreckungsbüro

    Der entscheidende Vorteil an der Zeitung für mich ist, dass ich die regionalen Informationen bekomme. Das was mir Fernsehen und anderen „modernen Medien“ nicht bieten. Deswegen habe ich kein Interesse, an der Zeit und Konsorten – schwere Kost, nur einmal in der Woche, das meiste steht es schon im Internet.

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  4. Horst T.

    Chapeau, diese Reportage ist in der Tat brilliant verfasst und um ein vielfaches lesenswerter als eine (für die Dauer einiger Tage) preisgekrönte Reportage über das Eisenbahn-Faible des bayerischen Ministerpräsidenten.
    Bitte mehr solcher Texte!

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  5. Rosenbaum

    Hallo Herr Lindner,

    ich gebe Ihnen in vielen Punkten Recht. Aber: Sich selbst und die eigene in Entscheidung im eigenen Medium zu loben, statt andere – beispielsweise Leser – loben zu lassen, das berührt mich eher unangenehm. Und, tut mir leid, aber einen Berber zu begleiten, das gehört – wie die Reportage der Klofrau auf der Reeperbahn und der Sittenpolizei im Milieu – zu den Themen, die in jedem Volontärsjahrgang jeder Regionalzeitung mindestens ein Volontär schreiben will. Und Ihre Einordnung in „brillant“ geschrieben, auch die kann ich so leider nicht teilen.

    Kurz: Dass Sie so etwas möglich machen, prima. Dass Sie das hier ausbreiten, hm. Dass dieses Thema und dieser Text Ihnen den Wolff- oder Kisch-Preis einbringt, das werden wir sehen.

    Mit kollegialen Grüßen, SR

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  6. Christoph v. Gallera /aka mittelhesse

    Sicherlich eine gute Idee, diese Reportage zuzulassen. Ich lasse den inhaltlichen Aspekt, wie er sich dem Leser bietet, aber bei meiner Betrachtung absichtlich weg, sondern frage nach den wirtschaftlichen Kosten der Reportage und danach, ob ein solcher Auftrag zu reellen Kosten für freie hauptberufliche Arbeit auch nach draußen vergeben würde.
    Denn ein immer wieder gebrachtes Credo gerade aus dem BDZV ist, wie wichtig doch die Arbeit freier Hauptberufler für die vielen regionalen und lokalen Blätter sei.

    Die entscheidende Frage aus Sicht eines hauptberuflich frei arbeitenden Journalisten ist die: Was kommt wirtschaftlich unter dem Strich dabei heraus, außer der Tatsache, dass ich vielleicht in einer namhaften Tageszeitung stehe.

    Das genannte Beispiel der Stadtstreicherreportage:

    5 Tage Einsatz plus des anschließenden Verfassen des Erlebten: In Geld ausgedrückt heißt dies bei einer normal angesetzten Arbeitsstunde 60/70 Euro. Bei angesetzten acht Arbeitsstunden pro Tag : 480 Euro bei fünf Tagen 2400 Euro. Hinzukommt das Verfassen. Die eben präsentierte Rechnung ist diejenige, die e i g en t l i c h aufgemacht werden müsste. Tatsächlich bewegen sich die Honorare für freie Hauptberufler in Dimensionen, die schon einen dreistündigen Einsatz auf ein Niveau drücken, das weit unter Dumpingpreisniveau liegt. Hinzukommt, dass Honorare im lokalen und regionalen häufig genug durch die zahlreichen Nebenbei-Journalisten gedrückt werden. Das auch die großen überregionalen in diesen Topf passen, weiß ich von einem Kollegen, der für eine Reisereportage, für die er mehrere Wochen außerhalb des europäischen Festlands unterwegs war, am Ende nur 150 Euro bekommen hat und dabei noch alle Rechte abtreten sollte.

    Mit anderen Worten: Die Bereitschaft, sich für Menschen Zeit zu nehmen, ihnen zuzuhören, eine, wie ich meine, der Grundvoraussetzungen für unseren Beruf, ist schon da, auch die Bereitschaft, sich für die anschließende Umsetzung Zeit zu nehmen. Auch die Bereitschaft, am eigenen Können selber im Dienste guter Arbeit weiter zu feilen, ebenfalls. Nur: das kostet Geld. Wenn Verleger bereit sind, dieses Geld in die Hand zu nehmen, wenn Ressortleiter oder/und Budgetverantwortliche bereit sind, solche Arbeit zu bezahlen – auch bei freien Kollegen und Kolleginnen, dann wäre das gut, dann wäre das etwas, was wieder Schwung hinein bringen würde. So wandern die meisten ab in die PR und verlassen in der Regel den Lokal- und Regionaljournalismus.

    Was übrigens die Gehälter für angestellte Kollegen betrifft, so braucht man nur die Diskussion über die Tarifdebatten zu verfolgen und weiß, wie dort die Lage aussieht.

    Diesen Aspekt, der unterm Strich der essentielle für die Urheber journalistischer Arbeitsergebnisse ist, sollte man bei dieser Debatte um Qualitäts-, Bratwurst- und sonstigen Journalismus nicht aus den Augen verlieren. Nach m.E. wird dieser Aspekt in der Öffentlichkeit aber totgeschwiegen.

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  7. Jens Grochtdreis

    Das Vorkommen einzelner, guter Reportagen widerlegt in meinen Augen immernoch nicht die Ausgangsthese. Ich bin Abonnent der FAZ und der Mainzer AZ, habe zeitweise auch die Mainzer Rhein-Zeitung abonniert gehabt. Die lokalen Blätter können nicht gegen die Informationsdichte und -qualität der FAZ anstinken. Aber die Zielgruppe ist auch eine andere. Der normale Mainzer wird sich keine FAZ antun. Dem reichen die zusammengestellten Agenturmeldungen in der Lokalpresse für den Blick ausserhalb der Stadt. Wichtig ist die Lokalberichterstattung. Das ist Euer Markenkern. Wenn ich hingegen eine gute politische Analyse über Bundespolitik haben will, dann lese ich bestimmt nicht bei Euch vorbei. Und auch intelligente Debatten im Feuilleton, wie in der FAS, wird es bei Euch oder anderen Regionalblättern nicht geben. Das Publikum ist dafür das Falsche.

    Es bleibt: es gibt eine grosse qualitative Differenz zwischen den überregionalen und den regionalen. Es gibt aber auch Qualitätsschwund. Die Frankfurter Rundschau beispielsweise hat sich über die Jahre fast totgelaufen. Vor 10 Jahren war da mehr Qualität. Der SPIEGEL war mal ein Nachrichtenmagazin. Mittlerweile ist er nur noch eine gehässige, rechthaberische Zeitschrift. Der STERN hatte wie FOCUS noch nie Niveau. Das sind Publikationen, die man zur Not im Wartezimmer lesen kann. Ernst nehmen, kann ich sie nicht.

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  8. Richard Joerges

    Das Wort „Qualitätsmedien“ (in Anführungszeichen) ist für mich ein reines Schimpfwort. Und zwar zu Recht! Die selbsternannten „Qualitätsmedien“, namentlich deren Verleger, behaupten sie seien die notwendigen Gatekeeper“ um uns Leser vor dem „Schund“, i.e. unprofessionellen Journalismus, aus dem Web zu schützen.

    Gleichzeitig versuchen sie ein Leistungsschutzrecht durchzusetzen. Aber was liefern sie uns an Qualität? Nun, ein Blick auf SpON oder Stern Online genügt…. Alles nur geklaut, von Agenturen gekauft und in keinem Fall mit korrekter und vollständiger Verlinkung (Quellenangabe) veröffentlicht. Und in Print? Nun ja, erstaunlich mit welchem Schund man sich heutzutage in intelektuellen Kreisen durchsetzen kann. Besonders Abstoßend: Tendenziöse Berichterstattung fast aller Zeitungen und Magazine (besonders Spiegel), die offenbar den Unterschied zwischen Nachricht und Kommentar komplett vergessen haben.

    Ich möchte es mal so sagen: Hätte ich vor zwanzig Jahren einen heutigen Spiegelbeitrag bei meinem Textchef abgegeben, dann hätte es aber kräftig gescheppert im Karton.

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  9. Siegbert Pinger

    Diese Reportage ist eine Sternstunde in journalistischer Qualität!In meiner sechsköpfigen Familie wurde sie von allen gelesen und diskutiert. Im Übrigen: Auch der sog. Bratwurstjournalismaus“ hat (in Grenzen) seine Berechtigung weil die Leser sich mit Ihrem Verein/Pfarrei/Aktion etc in der Heimatzeitung wiederfinden möchten.

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  10. Miriam Sulaiman

    Gratulation! Die Reportage ist sicherlich einen Preis wert. Eine Soundslide-Show wäre fürs nächste Mal vielleicht noch eine Idee 😉

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  11. calceola

    Ich gehe jetzt einfach mal nicht davon aus, das Sie dies nur schreiben um auf die Schulter geklopft zu bekommen, ob der mutigen Entscheidung einem jungen Journalisten einen Freiraum zu bieten.

    Die Reportage habe ich mit Freude gelesen, die Grundausage, nicht alle Berber sind zwingend „Penner“ ist gut transportiert worden. Was mir dennoch fehlte war etwas Emotion. Im Letzten Abschnitt mit den nächtlichen Diskobesuchern blitzt es dann auf, ene Vorstellung davon wie es ist Platte zu machen. Es zeigt auch was Freiheit insgesamt bedeuten kann, sie mus nicht immer nur angenehm sein, sondern manchmal ist Freiheit anstrengend, wenn nicht sogar gefährlich (man frage die Menschen der arabischen Revolution).

    Die Reportage zeigt aber was eine (Regional-)Zeitung leisten kann. Einem Thema sowohl Raum als auch Zeit geben. Dies wird ja bei der RZ zum Beispiel auch immer wieder durch die nicht endende Berichterstattung zum Nürburgring gezeigt.

    Vielen Dank dafür, dass „unsere“ Zeitung dies leistet und sich gegen den Vorwurf von Bratwurst-Journalismus stemmt. Tatsächlich gibt es ausreichend Regionalzeitungen denen dies gelingt. Wobei es darunter auch wirklich ein paar Kandidaten gibt, wo sich der geneigte Leser denkt,“schade um die Bäume.“

    Dies nicht nur bei den Regionalzeitungen. Darf ich kurz nachfragen auf welchen Medienkongressen gesagt wird, dass die oben genannten Zeitungen/Zeitschriften Qualitätserzeugnisse sind? Wird das an der Auflage festgemacht oder am Verbreitungsgebiet? Es kann unmöglich an der journalistischen Qualität liegen. Agenturmeldungen umschreiben und vielleicht noch aus dem Archiv ein Bild dazu suchen, alternativ die eigene Meinung zu einem Bericht über eine politische Entwicklung umschreiben, oder auch eine Meldung aus einem amerikanischen Medium schlecht übersetzt abschreiben ist kein Qualitätsjournalismus.

    Im Onlinebereicht werden Überschriften geändert um die Klickzahlen nch oben zu bringen und nicht um die Botschaft, den Inhalt besser zu transportieren.

    Dies gibt es sicherlich bei den Regionalen, aber auch bei den vermeintlich großen Qualitätsmedien.

    It’s all about people, entweder bin ich als Journalist abgestumpft und vom System so eingelullt, dass es mir egal ist wie meine Texte aussehen oder ich habe immer noch Spaß daran einen guten Text zu schreiben.

    Ich als Leser freue mich zumindest mehr über einen handwerklich gut geschriebenen Bericht über den Kaninchenzüchterverein in meiner Regionalzeitung als einen hingeschluderten, tendenziösen Artikel zur Lage in Nahost in einer überregionalen Zeitung.

    Bleiben Sie also bitte dran und geben Ihren Mitarbeitern weiterhin die Freiheit zu arbeiten. Wir können wirklich darauf verzichten noch eine wiedergekäute Meinung zur Politik zu lesen und nehmen uns lieber die Zeit für eine gut gemachte Reportage.

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  12. Stefan

    Die Berbergeschichte scheint wirklich gut zu sein.
    Nächstes Wochenende habe ich vielleicht etwas Zeit dafür.

    Solche Highlights sind aber Ausnahmen. Aus meiner Sicht sind zu viele Lokalredakteure zu wenig kreativ.

    Vielleicht ändert sich da aber ja noch was – wenigstens bei Ihrer Zeitung.

    Ansonsten: wo waren Sie denn die ganze Zeit?
    Vielleicht mal ’ne Woche im Altersheim recherchieren? 😀

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  13. Paul J. Hahn

    Respekt, Respekt. Für alle Beteiligten. Auch die Berber. Fein gemacht von dem „jungen Reporter“ und von seinen Chefs, die ihm diese Freiheiten gaben. Gerne mehr davon.

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