Instagram, die Bilderplattform für uns: Wie und warum wir Rheinstagram.de starten

Logo von Instagram, dem derzeit schnellsten wachsenden Bilderdienst im Internet.

Logo von Instagram, dem derzeit schnellsten wachsenden Bilderdienst im Internet.

Was kann einem Journalisten Schöneres widerfahren, als große und kleine Geschichten auf dem Silbertablett serviert zu bekommen? Wer in Social Media eintaucht, erlebt das im Arbeitsalltag – und darum haben wir bei der Rhein-Zeitung einen besonderen Blick auf das Mediengenre der Statusmeldungen entwickelt. Nun zündet Stufe 2: das Fotoweb. Und anknüpfend an den Erfolg der Fotoplattform Instagram begründen wir: Rheinstagram.de.

Die Bilderdienste im Internet nehmen Fahrt auf

Was Twitter für Kurznachrichten bedeutet und Facebook für Statusmeldungen von Bekannten, das ist Instagram für Fotos: eine wunderbare Plattform für die Veröffentlichung und Erkundung von Fotos, zumeist mit dem Handy aufgenommen. Der vor nicht einmal 600 Tagen gegründete Webdienst aus den USA hat binnen kürzester Zeit einen Siegeszug um die Welt gestartet.

Mehr als 30 Millionen Nutzer haben sich dort angemeldet. Jetzt kam innerhalb von 24 Stunden mal eben eine weitere Million Neuanmeldungen hinzu, nachdem die Software auch für Android-Handys verfügbar gemacht wurde. Und die Zahl der hochgeladenen Fotos bei Instagram hat nach letzter offiziell verfügbarer Zahl vom August vergangenen Jahres 150 Millionen überschritten. Das vermutlich 400-millionste wurde ein Internetjahrhundert später im Januar hochgeladen.

Es geht um die Qualität der Fotos

Nun mögen diese Zahlen beeindrucken oder auch nicht (zumal im weltweiten Maßstab), sie sagen auch noch nichts über die Qualität der Fotos. Doch hat Instagram drei bis vier besonders wertvolle Mechanismen entwickelt, die überzeugen: Hashtags und eine API, interessante Fotofilter und einen funktionierenden Spamfilter.

  • Hashtags sind Stichworte, die jedes Bild verschlagworten. In dem Kommentar zu einem Foto fügt man einfach #koblenz #rhein und #deutscheseck hinzu, schon lassen sich ganze Bilderreihen aus Koblenz, zum Rhein und zum Deutschen Eck aufrufen. Das machen die Nutzer von Instagram so gerne, dass ein eigenes Navigierweb durch diese Hashtags möglich wird. Auf einen Klick hat man stets die jüngsten Fotos auf dem Schirm.
  • Die  API verkörpert zurzeit den heißesten Schweiß für Journalisten, bedeutet sie doch den epochalen Übergang vom althergebrachten Schreiben von Texten in die gar nicht so schwierige Programmierung von Veröffentlichungen. Dahinter verbirgt sich ein Regelwerk, nach dem externe Medien auf eine Datenbank, in diesem Fall die riesige Bildersammlung von Instagram, zugreifen dürfen. Leser und Zuschauer, Fotografen und Webseitenbesucher müssen sich damit nicht beschäftigen. Wohl aber bekommen wir als Betreiber eines neuen Webseitenangebots damit einen Schlüssel in die Hand, um die Tür zu einem neuen Universum der Blicke auf die Welt und die Region, unsere Region, aufzuschließen.
  • Neue Fotofilter machen aus den manchmal allzu simplen Schnappschüssen mit dem Handy vielfach veredelte, manchmal geniale Aufnahmen. Bilder gewinnen bei sinnvollem Einsatz dieser Filter eine eigene Ästhetik, sei es der einfache fette schwarze Rand um ein Bild oder das Hinzufügen von Unschärfe, um aus einer Panoramaaufnahme ein Bild in Spielzeugeisenbahnoptik zu machen.
  • Spamfilter bei Instagram sind so gelungen, dass man sie kaum bemerkt. Man muss schon lange suchen, um lästige Werbung zu finden oder unerträgliche Fotos. In aller Regel ist das Surfen durch die Instagram-Bildersammlung eine erfreuliche Diaschau.

Und der ganze Fotomist? Er ist schnell überwunden, schneller als schlechte Texte und schlechte Tweets. Bilder lassen sich auf einen Blick erfassen, anders als Texte. Wir erleben durch Instagram abermals eine Beschleunigung der medialen Erfassung und im Ansatz sogar neue Sehgewohnheiten. Entscheidend ist, den richtigen zu folgen.

Mein Kollege Christian Lindner hat zu diesem Zweck eine Rangliste eingeführt, die erstmals für Deutschland eine qualifizierte Hitparade der sehenswerten Instagram-Nutzer bereitstellt. Darin finden sich wunderbar viele Akteure der deutschen Instagramszene, fürs Erkunden des neuen Fotowebs ist der Blogbeitrag ein Ansatzpunkt. Die Liste ist auf Rheinstagram.de ein noch auszubauender Bestandteil: Auf einen Blick die besten Fotos aus der Region angezeigt zu bekommen, ist das Ziel.

Bisher war Instagram nur auf dem iPhone nutzbar, dass seit Kurzem auch Besitzer von Android-Handys Bilder damit hochladen können, hat in den Kommentarbereichen unterhalb der Fotos für hitzige Diskussionen gesorgt. Im Web, also im Browserfenster, genoss die Bilderdatenbank von Instagram dagegen bisher eher ein Nischendasein: Instagram bietet selbst keine Seite zum Durchforsten und Stöbern an. Die Lücke füllen virtuose Dienste wie Webstagram und Statigram, die diese Fotos auf Englisch erschließen.

Und da kommen wir ins Spiel: Mit unserem neuen Dienst (Tusch!)

Rheinstagram

erkunden nun auch wir von der Rhein-Zeitung gemeinsam mit unseren Lesern das neue Web der Bilder – mit einem klaren Fokus auf die Fotografen und die Leser am Rhein.

Mitmachen kann dabei fast jedermann mit einem Smartphone-Handy. Man lade sich dazu einfach die notwendige Handysoftware über den Link auf www.instagram.com herunter. Nach der Anmeldung bei dem Dienst kann man dort die eigenen Fotos hochladen. Und damit diese Bilder dann bei uns auf der Seite rheinstagram.de erscheinen, schreibe man ein Hashtag als Beschreibung. #igerskoblenz hat sich beispielsweise für Instagramers („igers“) aus Koblenz eingebürgert.

In der Betaphase

Der vorliegende Stand von Rheinstagr.am ist eine Betaversion. So fehlen beispielsweise derzeit die Anzeige von Kommentaren zu Bildern und die  Möglichkeit, direkt auf der Webseite ein Bild zu „liken“, also als gerne gesehen zu markieren. Das geht zurzeit nur auf dem iPhone und dem Android. Es gibt Fehler in der Bedienbarkeit, ich bitte um Hinweise hier in den Kommentaren.  Und es gibt noch viele weitere Ideen, wie wir uns mit neuen Funktionen gemeinsam mit den Instagramern aus der Region das gemeinschaftliche Interesse an sehenswerten Aufnahmen teilen.

Diese Ideen sind im Werden, wie so vieles im Web. Was aber bleibt, ist unser Anspruch, auf allen relevanten Plattformen präsent zu sein oder selbst die Plattform bereitzustellen. Und uns dabei im Sinne von Geben und Nehmen stets mit unseren Lesern zu vernetzen. Rheinstagram.de ist unsere neue bevorzugte Bilderversammelstelle dafür.

Von Marcus Schwarze, Redakteur Rhein-Zeitung


Marcus Schwarze

8 Gedanken zu „Instagram, die Bilderplattform für uns: Wie und warum wir Rheinstagram.de starten

  1. Marcus Schwarze

    Nach dem Verkauf von Instagram an Facebook hat die dpa ein paar Details zu Rheinstagram erfragt:

    Rheinstagram: «Rhein-Zeitung» experimentiert mit Instagram-Bildern

    Koblenz (dpa) – Die «Rhein-Zeitung» in Koblenz baut mit dem von Facebook übernommenen Fotodienst Instagram eine lokale Community in ihrem Online-Angebot auf. Der Dienst Rheinstagram ist seit vergangener Woche verfügbar und soll den Nutzern die besten Bilder aus der Region zeigen. «Das ist eine wunderbare Foto-Datenbank mit explodierenden Nutzerzahlen», sagte der Digitalchef der «Rhein-Zeitung», Marcus Schwarze, am Dienstag über Instagram. «Es gibt dort mehr und mehr Fotos, die auch aus unseren Regionen stammen.»

    Das Prinzip von Rheinstagram ist einfach. Die Instagram-Nutzer können ihre Fotos mit sogenannten Hashtags versehen – Schlagworten wie #Koblenz oder #Mainz. Fotos mit entsprechenden Hashtags erscheinen dann auf Rheinstagram. «Das ist für uns Gold wert, denn das sind Aufnahmen, die wir so als Redaktion nicht machen können», sagte Schwarze. Durch eine offene Programmierschnittstelle kann die «Rhein-Zeitung» einfach auf Instagram und die Fotos zugreifen.

    «Die Nutzer können sich schöne Bilder ansehen, außerdem entsteht nach und nach eine Community», erläuterte Schwarze. Die Resonanz nach dem Start von Rheinstagram in der vergangenen Woche sei gut gewesen, am ersten Tag habe es rund 2000 Abrufe gegeben. Dennoch betont Schwarze, dass der Dienst noch in der Anfangsphase stecke und weiterentwickelt werden solle. So sei zum Beispiel die automatische Anzeige von Listen der meistgeklickten Hashtags und Nutzer geplant.

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  2. Marcus Schwarze

    @Tim Schmitz
    Wo hat denn NBC die Bilder von Nutzern auf seiner Website? Das ist etwas anderes als das NBC-Konto beim Instagram.

    Der rechtliche Aspekt: http://instagr.am/legal/terms/ und http://instagr.am/legal/terms/api/

    Übersetzt: Mit dem Übertragen der Bilder an Instagram erlaube ich es dem Dienst, damit allerlei zu machen. Zum Beispiel auch, sie über eine Programmierschnittstelle an andere Dienste zu übergeben. Wie auf unserer Seite geschieht (und nebenbei auch bei webstagram und statigram). Was wir mit den Bildern machen dürfen, beschreiben die API-Bedingungen von Instagram. So dürfen wir etwa keine Bilder länger als über eine Art Cache-Sekunde hinaus speichern.

    Konkret geht das so, dass wir die Datenbank von Instagram anzapfen dürfen, aber beispielsweise nicht mehr als 30 Bilder auf einen Schlag anzeigen sollen. Die Bilder kommen so gut wie in Echtzeit direkt aus Instagram. Und ja: Bilder mit dem Hashtag #igerskoblenz erscheinen automatisch auch bei uns. Außer wir blockieren einzelne Bilder oder Nutzer.

    Durch den Kauf von Facebook ändert sich für rheinstagram zunächst einmal nichts. Die API-Terms sind bislang unverändert. Instagram hat da eine Klausel, diese Terms einseitig zu verändern. Da behalten wir natürlich ein Auge drauf.

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  3. Tim Schmitz

    Naja, ganz neu ist die Idee ja nicht grade. In den USA ist es weit verbreitet Instagram auf seinen News Seiten zu benutzen. Sie z.B. die NBC http://web.stagram.com/n/nbcnews/

    Wie schaut der rechtliche Aspekt aus? Laut Recht am Bild http://www.rechtambild.de/ trete ich zwar meine Copyright Rechte an Instagram ab, was erlaubt aber die RZ meine Bilder zu verwenden?
    Muss ich jetzt damit rechnen das jedesmal wenn ich, einem Familienbild den Hashtag Koblenz oder Rhein hinzufüge, ich mein Bild in Eurer Gallerie finde?

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  4. Pingback: Linkdump vom Mi, 04. April 2012 bis So, 08. April 2012 Links synapsenschnappsen

  5. Christian M.

    Großes Kompliment aus Berlin, mal wieder prescht die Rhein-Zeitung auf der Social Media Ebene an allen vorbei. Da können sich so einige Zeitungen, Radio- und TV-Sender ein Beispiel nehmen. Hut ab!

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  6. Pingback: Jede Hilfe kommt zu spät: Instagram-Filter werden die Welt erobern | Basic Thinking

  7. Dieter Gaebel

    Großes Kompliment für diese Idee! Da steckt noch soviel Potenzial drin. Ihr macht den Anfang. Klasse! Wünsche allen ‚Machern‘ Erfolg und Euch und mir viel Spaß mit Rheinstagr.am !

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