„Frontal 21“: Drehpläne führten bei „Schwer verliebt“-Aufnahmen zum Eklat

Das ZDF-Fernsehmagazin „Frontal21“ greift in seiner heutigen Sendung (Dienstag, 6. Dezember) ab 21 Uhr die RZ-Berichte zu Kuppelshows der Privatsender, Knebelverträgen und Kandidatin Sarah aus dem Hunsrück auf. Demnach kam es während der Dreharbeiten zum Eklat.

Bei der RZ hatte sich vor zwei Wochen der Kölner Alexander Hörter gemeldet, der mit der „Schwer verliebt“-Sendereihe ähnlich wie Sarah einschlägige Erfahrungen gemacht hatte. Der 32-Jährige wurde zwar für die Trash-TV-Sendung gecastet und tauchte im Sommer auch als Kandidat in Vorberichten auf, doch nun ist er vom Bildschirm verschwunden: Als sich herausstellte, was sich hinter dem Format verbirgt – angekündigt wurde ihm eine niveauvolle Single-Börse für Übergewichtige – war er froh, dass er „aussteigen“ konnte.

Der Mann befindet sich nun im Rechtsstreit mit der Produktionsfirma von Sat.1. „Frontal 21“ nahm nun Kontakt mit ihm auf; im Interview mit dem ZDF berichtet er, dass ein „Schwer verliebt“-Drehplan bei ihm zuhause wohl vergessen wurde.

In dem Plan stehe explizit drin, wie die Tage aufgebaut sind, „wie „ich mich fast halb nackt im Badezimmer bewege“. „Laut Workingplan sollte ich dann einem der Mädels richtig schöne Komplimente machen und wie ein verliebter Pfau aufführen. Und es kam dann auch zum Eklat in dieser Szene weil ich mich nicht als Depp vor der Kamera zeigen wollte. Gerade nicht mit solchen Aussagen, die die da hatten, die wirklich mehr als peinlich waren. Und da gab’s dann das erste Streitthema, als die Realisatorin eine der Mädels dermaßen angefahren hatte, weil das Mädchen so nervös war, dass es sich einfach nicht diese Sätze merken konnte, die wirklich umfangreich waren. Das Mädchen brach in Tränen aus, ich habe mich dann schützend davor gestellt und die Szene abgebrochen, weil ich einfach gemerkt habe, dass das Mädchen psychisch komplett überfordert war. Das war aber dem Kameramann und der Realisatorin dermaßen egal, wie die Menschen sich dabei fühlen. Hauptsache, der Dreh und der Workingplan werden strikt eingehalten.“

Hörter weiter: „Die haben wirklich drauf gepocht, die wollten auch wirklich alles so umgesetzt haben, wie es hier steht, eins zu eins. Die haben uns mit Vertragsstrafen gedroht. Sogar der Leiter der Produktionsfirma hat mich angerufen, mir mit Anwälten gedroht. Die Mädels haben das Projekt dann abgerochen, weil es einfach an ihre psychischen Grenzen gegangen ist. Ich bin dankbar, dass sie das Projekt vorzeitig abgebrochen haben.“

Er blickt zurück: „Aus dem stillen Freund, der einfach nur aus der Ecke mit zusieht, wurde dann wirklich der Diktator der sagt: ‚Wir finanzieren die Sendung und du machst das, was wir sagen.’“ Hörter zitiert aus dem Plan für Drehtag 3: „Zum ersten Mal seit langer Zeit wacht ein Frau oder sogar vielleicht zwei bei Alexander auf…“ Er ergänzt: „Laut Realisatorin war es ihr am liebsten, wenn die beiden Mädels bei mir im Bett aufwachen. Das war der Wunschgedanke von Sat.1.“

Sat.1 bleibt auch gegenüber „Frontal21“ bei seiner Stellungnahme, die die RZ bereits vor zwei Wochen erhalten hatte: „Weder Sarah noch ein anderer Kandidat unseres Formats ‚Schwer verliebt’ ist zu Handlungen und Aussagen gedrängt worden. Sarah hat zu keiner Zeit Dinge tun müssen, die sie nicht tun wollte. Im Gegenteil: Sie hat der Produktionsfirma Vorschläge für Drehorte und Szenarien gemacht.“ Ein Drehplan habe nicht vorgelegen…. Ziel des Formates sei es, „möglichst viele einsame Herzen glücklich zu machen“.

Die Macher des ZDF-Magazins haben eine Hochrechnung angestellt: Grob geschätzt fließen pro Sendung des auf acht Teile ausgerichteten TV-Formats „Schwer verliebt“ rund 400.000 Euro durch Werbeeinnahmen in die Sat.1-Kasse. Auskünfte über sendungsbezogene Werbeeinnahmen erteile man nicht, heißt es diesbezüglich von Seiten des Senders auf Nachfrage des ZDF.

Auf Sarahs Seite

52 Gedanken zu „„Frontal 21“: Drehpläne führten bei „Schwer verliebt“-Aufnahmen zum Eklat

  1. Franziska

    Liebe Sarah, ich finde es sehr gut und wichtig, dass du den Mut hattest, mit deiner Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Je mehr Opfer von solchen Pseudo-Reality-Shows sich trauen, von ihrem Schicksal zu erzählen, umso mehr wird auch die Öffentlichkeit dazu gezwungen, solche menschenverachtenden Zustände in der Medienlandschaft wahrzunehmen und etwas dagegen zu unternehmen. Du leistest einen wichtigen Beitrag dafür.
    Meinen Respekt hast du! Ich wünsche dir alles Gute!

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  2. bibi

    Sarah Heinrich jo der scheiß Medien-Hype geht ma ach uffem Sack…
    9. Dezember 2011 um 22:05
    auf Facebook gefunden

    Wenn das alles so nervig ist, warum schürt Sarah dann mit Interviews in allerlei Medien das Feuer weiter?

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  3. Brett

    Ja , diese Fernsehproduktion stinkt – Meiner Meinung nach genauso , wie beispielsweise “ Mitten im Leben “ , “ zwei bei Kallwas“ , …. und jedes andere pseudo reality format.

    Wer hat schuld ?

    Jeder Zuschauer der sich durch den Fernsehkonsum solcher Sendungen auch nur einen einzigen Werbeblock vorführen lässt:

    Wegschalten, Abschalten – und in Rekordzeit sind diese Formate gestorben, und es wird was anderes produziert. Ob das dann anders oder besser ist muss man sehen – oder eben wieder nicht.

    Gut, wenn jemand den Fernsehzombies klar macht , das es eben NICHT ECHT ist, was an interaktionen der Darsteller gezeigt wird.
    Dafür meinen herzlichen Dank an Sarah .

    Schlecht , das sich dafür in Wirklichkeit keiner interessiert, weil die Wirklichkeit scheinbar nicht genügend Unterhaltung bietet.

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  4. Melanie k.

    Hallo liebe Sarah.
    Ich bin zutiefst erschüttert darüber, was Sie erlebt hatten bzw. vielleicht noch erleben werden. Das war ein schwerwiegender Verstoß gegen das Grundgesetz. Ich (ehemaliges Mobbing-Opfer) kann mir vorstellen, was Sie da jetzt durchgemacht haben.
    Ich wünsche Ihnen von ganzen Herzen viel Glück, einen Mann der Sie nimmt wie Sie sind sowie viel Erfolg für die Zukunft und hoffe, dass Sie die Angelegenheit irgendwann hinter sich lassen können.
    MfG
    Melanie

    Jetzt noch ein paar Worte allgemein zum Thema:
    Ich frage mich nur, was noch passieren muss, dass die zuständige/n Landesmedienanstalt/en bzw. die Politik solchen Fernsehmachern für immer und ewig den gar ausmacht/ausmachen. Schon bei 9Live haben sie zu lasch durchgegriffenn (die zuständige Landesmedienanstalt meine ich). Gegenüber RTL bzw. Sat 1 zwecks dieser sogenannten „Assi-TV-Sendungen“ wie „Mitten im Leben“, „Frauentausch“ oder eben „Schwer Verliebt“ haben sie meines erachtens nach noch gar nichts unternommen. Es muss da endlich was passieren, sonst machen die immer weiter.
    Was bislang hilft und noch weiter gemacht werden muss ist: Aufklärung, Aufklärung und nochmals Aufklärung über solche Formate!
    Damit irgendwann auch der letzte Zuschauer mitbekommt, wie menschenunwürdig es hinter den Kulissen zugeht.
    Fernsehkritik.tv macht das z.B. gut, auch die Berichte über „Assi-TV“ im öffentlich-rechtlichen Fernsehen waren gut, sollten aber genauso weiterberichten. Internet, You Tube, Facebook etc. gibts auch Möglichkeiten dazu. Zeitungsberichte in Zeitungen und und und.

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    1. Astrid Fehd

      Hallo liebe Sarah,
      ich bin die Mutti einer schwergewichtigen jungen Frau von fast 28 Jahren.und ich habe mir all dies durchgelesen, weil ich unserer Tochter nach mehreren fehlgeschlagenen Beziehungen auch mal zu einem Erfolg verhelfen wollte. Aber nach dem, was da so abläuft, ist es wohl besser, die Finger davon zu lassen. Dann schon lieber keinen Freund oder auf anderem Wege.
      In dieser Gesellschaftsordnung gibt es nur einen Götzen, dem alle dienen – das Geld. Ob ein Film oder eine Sendung etwas taugen, entscheidet nicht der Inhalt, wie man denken sollte, sondern die Ein-
      schaltquote. Auch wenn s der größte Müll ist. Und wenn dann noch viele diesen Müll vielleicht aus Neugier gucken, stimmt erst mal die Quote, wollte sagen, die Knete.
      Ich finde toll, daß Sie die Hintergründe offen gelegt haben und rebellieren, denn man muß zeigen, daß man nicht mit allem einverstanden ist.. Bleiben Sie standhaft un d lassen sich nicht verbiegen, egel mit welchen Drohungen man Sie beeinflussen will.
      Ich wünsche Ihnen viel Mut und Selbstbewußtsein für alles Kommende und ich bin sicher, es gibt einen Mann, der gerade solch eine starke (soll ein Kompliment sein!!) Frau sucht, wie Sie eine sind.
      Ich bedanke mich recht herzlich, daß ich durch Sie zum Nachdenken angeregt wurde.

      Liebe Grüße

      Astrid Fehd

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  5. Arno Rode

    Hallo Sarah,

    ich finde es klasse, dass Du mit den Problemen die Dir die Teilnahme an diesem Format eingebracht haben, an die Öffentlichkeit gegangen bist.

    Vielen Dank auch an Frontal21, sich Deiner Angelegenheit anzunehmen.

    Auch wenn Du vom „Dorf“ kommst, so kann ich es trotzdem nicht verstehen, dass Du über das Fernsehen und dann sogar noch über einen Privatsender, einen Partner gesucht hast. War Dir vorher wirklich nicht bewusst, in was für einer „Show“ Du auftreten wirst?

    Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg für Dein weiteres Leben! Und vielleicht findest Du ja bald den richtigen Partner, wenn vielleicht auch nicht fürs ganze Leben.

    Viele Grüße

    Arno

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  6. Pingback: Das Supertalent 2011 - Seite 7

  7. Anna

    Hallo Sarah,

    dir ein ganz großes Lob für deine Zivilcourage!

    Mit deinem Handeln legst du Missstände der TV-Formate und wie du bereits bemerkst wurden sie durch dein Aufruf zum Politikum. Damit hilfst du nicht nur vielen anderen Show-Opfern (Bauer sucht Frau, Schwiegertochter gesucht, etc.), sondern klärst zunehmend die Öffentlichkeit über die Unmenschlichkeit und Realitätsferne der Produktionsweisen auf.

    Dass jemand so viel Mut und Kraft besitzt, sich (zunächst) allein gegen die Öffentlichkeit zu stellen, ist unfassbar toll!

    Ich wünsche dir alles Gute und hoffe sehr, dass es allen Verantwortlichen gehörig an den Kragen geht. Verbot der Shows, Verbot von Scripted-Reality und Schadenerstaz für alle Beteiligten!

    Liebe Grüße,
    Anna

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  8. Lea

    Hey Sarah,
    ich war zunächst ein totaler Fan der Sendung aber als ich jetzt gehört habe, wie die ganzen Kandidaten dort öffentlich zur Schau gestellt werden, bin ich nun der Meinung, dass das eine totale Sauerei ist!
    Vorallem als ich das mit Dirk gehört habe, dass er wohl wirklich geistig behindert ist. Man darf niemanden einfach dem Gespött der Leute aussetzen, schon gar nicht Leute, die dazu noch eine Behinderung haben! Ich find das echt schweiße und ich hoffe, dass Sat1 in dieser Hinsicht das Handwerk gelegt wird ! Das grenzt für mich echt schon an Verletzung der Menschenwürde!

    Viel Glück dir weiterhin 🙂

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  9. Andreas

    Liebe Sarah,

    ich finde es sehr lobenswert, dass Du Dir diese „Maschen“ nicht länger gefallen lässt. Ich habe die Sendung auch zwischenzeitlich gesehen und mir ist damals schon aufgefallen, dass alles nur gespielt ist; sprich in dem Sinne, dass die Sendung keine wirkliche Partnersuche ist. Jedoch war ich selbst so naiv zu glauben, dass man als Darsteller wenigstens „anständig“ dafür entlohnt wurde und dies „freiwillig“ geschah; aber dass Sat 1 diese Dreistigkeit besitzt, den „Spaß“ so weit zu treiben, hätte ich nicht gedacht. Interessant ist, dass Du von Sat 1 sozusagen angeworben wurdest und dies über eine Onlinecommunity… Nun ja, ich wünsche Dir weiterhin alles Gute, viel Kraft und Erfolg bei dem was Du tust, damit anderen Menschen keine solchen Dinge geschehen, die ebenfalls ein wenig naiv sind, weil sie heutzutage noch an das „Gute“ im Menschen glauben…

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  10. Julia

    Lebe Sarah,

    ich finde es toll, dass Du Dich wehrst und nicht einfach hinnimmst, wie man hier „zum Deppen“ gemacht wird!
    Ich habe vor einiger Zeit auch bei einem (kleineren) Format mitgemacht wo mir ebenfalls vorgegaukelt wurde, es handele sich um ein Single-Kuppel-Format, allerdings wurden im Vorfeld weitere Details ausgespart. So wurde mir zum Beispiel nicht gesagt, dass eine zweite Frau dabei sein wird, sozusagen als „Konkurrentin“, auch nicht, dass einem ständig vorgegeben wird, was man am besten wie sagen soll, und auch nicht, dass es hinterher mit den Moderations-Kommentaren so dermaßen ins Lächerliche gezogen werden wird. Man steht da und ist völlig dem öffentlichen Pranger ausgeliefert, dabei wollte man doch nur etwas Spass haben und jemanden kennenlernen. Dass man auf einmal jede Szene 3 oder 4 Mal wiederholen muss und wirklich nur noch „spielt“, hat mit echtem Kennenlernen nichts mehr zu tun. Vorgegaukelt wurde einem das aber zuvor!
    Meine einzige Lösung in diesem Fall sah so aus: ich habe mich einfach aus jedem „Interview“ mit schwammigen Kommentaren rausgezogen, habe immer drumrum geredet und meine genervten Gesichtsausdrücke in die Kamera gehalten, sodass klar wurde, dass ich nicht einverstanden bin mit allem. Zu Gesichtsausdrücken können die einen schließlich nicht zwingen und wenn, dann stellt man sich einfach dumm an und tut so, als wisse man nicht, was man anders machen soll.
    Aber das erfordert schon einiges an Mumm und funktioniert wohl auch nicht immer. Ich bin jedenfalls längst kuriert von meiner Idee, mich einfach mal aus Neugierde bei so etwas zu melden und zu denken, die wollten einem da tatsächlich helfen.
    Die Krönung war übrigens, dass meine „Konkurrentin“ eine engagierte Schauspielerin war, was das gesamte Team allerdings über den kompletten Dreh verneint hat, und was die Frau dann aber schließlich sogar selbst zugegeben hat. Einfach lächerlich.
    Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft! Toll, dass Du das machst!
    Alles Liebe,
    Julia

    Antworten
  11. Bianca

    Liebe Sarah,

    zuerst einmal möchte ich Dir meinen allergrößten Respekt und meine Anerkennung aussprechen, dass Du mit Deiner Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen bist und dass Du aus dem Schweigen ausgebrochen bist und erzählt hast, was wirklich hinter den Kullissen passiert ist.

    Ich habe mit großen Interesse den Bericht bei Frontal 21 gesehen und dort bestätigt gesehen, was ich immer schon vermutet und geahnt habe!
    Ich habe dann die verschiedenen Artikel zum Thema „Sarah“ gesichtet und bin hoch erfreut, dass die Rhein-Zeitung Dir ein Sprachrohr gegeben hat, das Ganze aus Deiner Sicht zu schildern. Ich finde es so klasse, dass Du aus der „Opferrolle“ herausgetreten bist und aktiv gegen dieses menschenverachtende TV-Format vorgehst. Du hast meine Hochachtung und meinen Respekt. Bisher war immer RTL von meiner Fernbedienung verbannt, die ebenfalls mit menschenverachtenden Formaten, sei es DSDS, Bauer sucht Frau oder Schwiegermutter gesucht für Quote sorgen, nun ist nach Deiner Geschichte ist ein weiterer Sender hinzugekommen:SAT 1. . Das Individuum mit all‘ seinen Hoffnungen bleibt bei diesen Trash-Formaten auf der Strecke. Es wird mit den Wünschen und Träumen der Kandidaten Schindluder getrieben, egal ob man sich erträumt, ein großer Popstar zu werden oder den Partner für das Leben zu finden. Es wird gezielt mit den Wünschen und Sehnsüchten der Menschen gespielt, um sie vor einem Millionenpublikum bloßzustellen. Es ist eine ganz, ganz bedenkliche Zeiterscheinung in den Medien und man fragt sich immer wieder, wofür es den Paragraphen des Grundgesetzes gibt „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, wenn es den Privatsendern gestattet ist, diesen auf so eine infame und diffamierende Weise auszuhebeln. Und was kommt als Nächstes? Werden demnächst behinderte Menschen im Fernsehen vorgeführt? Und 700 Euro sind geradezu lächerlich gemessen an dem was Du alles in der Öffentlichkeit erdulden und aushalten musst! Ich wünsche Dir auf jeden Fall weiterhin die notwendige Stärke, dieses durchzustehen. Mit Deinen Mut, Dein Schweigen zu brechen, hast Du bereits eine Menge bewegt. Menschen, die bisher arglos solche Realty-Shows gesehen haben, hinterfragen jetzt viel mehr und wenn ich lese, dass sich sogar Politiker dazu äußern, da kannst Du sehr, sehr stolz auf Dich sein, was Du mit Deiner Aussage alles bewegt hast! Ich hoffe, es wird nicht umsonst gewesen sein und das solche Fernsehformate, die Menschen gezielt vorführen oder diffamieren endgültig verschwinden aus der Fernsehwelt! Aber nicht nur diese Formate sind schlimm, nein auch bei Pro 7, wo ein Stefan Raab sich genüsslich bei „TV-Total“ immer wieder Sequenzen heraussucht, um Kandidaten unterschiedlichster Shows vor einem Millionenpublikum bloßzustellen. Was ist das alles bloß für eine perverse Zeiterscheinung??

    Wenn ich hier in einigen Kommentaren lese, Du seist selbst Schuld, dass Du diesen Vertrag unterschrieben hast, so kann ich nur sagen, die Medien, hier die Privatsender, spielen gezielt mit den Wunschvorstellungen und Sehnsüchten der Kandidaten, sei es einmal ein großer Popstar zu werden, bzw. den Partner für das Leben zu finden. Sie nutzen die hoffnungslose Sitiuation der Kandidaten aus und spielen mit ihren Sehnsüchten. Du hast unterschrieben, weil Du wahrscheinlich schon andere Wege gegangen bist, um jemanden kennenzulernen und hast hier eine von vielen Chancen für Dich gesehen. Das dieses ein Riesenfehler war, das weißt Du jetzt, aber dieses rechtfertigt noch lange nicht, den menschenverachtenden Umgang mit den Kandidaten, die im guten Glauben gehandelt haben und sich in die Hände der Profitgier und Mediengier der Privatsender begeben haben. Das rechtfertigt nicht diese Knebelverträge, wo die Kandidaten ihre sämtlichen Persönlichkeitsrechte abgeben mussten! Das rechtfertigt nicht die persönlichen Beleidungen und Erniedrigungen von Dir! Dieses rechtfertigt nicht, diese falschen Inszinierungen Deiner Personen und Dein Vorführen im Ferhsehen.

    Ich finde Deine persönliche Geschichte sehr ergreifend und als ich das gelesen habe, dass Du einen Teil der 700 Euro für Deinen Papa ausgegeben hast, habe ich nur gedacht „Was für eine anständige und rechtschaffende junge Frau“, die täglich ihrer Arbeit nachgeht und nun mit solchen Nachwirkungen eines solchen Trashformats leben muss. Lasse Dich bitte nie unterkriegen oder entmutigen!! Du bist eine tolle Frau!!

    Und wenn man einen Partner sucht und schon verschiedene Wege versucht hat, die erfolglos blieben, dann ist man wohl in der Lage, jede noch sich mögliche Gelegenheit zu ergreifen, die sich bietet.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles erdenklich Gute!! Ich habe großen Respekt vor Dir, dass Du Dich aus der Opferrolle herausbegeben hast. Du hast eine Menge in Bewegung gebracht, es wird über diese menschenverachtenden TV-Formate generell diskutiert. Es war zwar schon immer unter der Hand bekannt, was da so abgeht, aber durch Dich sind Sie in das Blickfeld des öffentlichen Interesses gerückt und man kann nur hoffen, dass irgendwann diese menschenverachtenden Formate gänzlich aus der TV-Welt verschwunden sind. Sie sind eine traurige Zeiterscheinung und spiegeln viel über die Verfassung unserer Gesellschaft wider, die sich meint über Menschen, die nicht unbedingt der Norm entsprechen (wobei was ist eigentlich „Norm“, jeder Mensch ist ein Individuum mit entsprechenden Stärken und Schwächen) erheben zu müssen!

    Ich wünsche Dir für Deinen weiteren Weg alles erdenklich Gute und danke, liebe Rhein-Zeitung, wie ihr hinter Sarah steht..Von Eurer Zivilcourage kann so mancher noch etwas lernen!

    Alles Gute Sarah und liebe Grüße
    Bianca .

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  12. Olli

    Ich habe von dieser unsäglichen Sendung nicht eine einzige Folge angesehen. SAT1 tritt in die Fussstapfen von RTL und verkommt genauso zu einem Lästerkanal. Soweit ich es verstanden habe, wurde die Bereitschaft zum Vertragsabschluss mittels falscher Versprechungen entlockt. Natürlich wäre es vernünftiger gewesen, den Vertrag erst mal an sich zu nehmen und alles in Ruhe durchzulesen. Da aber im Vorfeld bereits eine Kommunikation stattfand, wirkte die Unterzeichnung des Schriftsatzes als reine Formalität und sie dachte sicher, dass ja bereits alles gesagt worden sei und dieses auch für die Zusammenarbeit mit dem Sender genau so gilt. Wurde vom Vertrag eine Zweitschrift ausgehändigt? Stand da was vom Rücktritts- bzw Widerrufsrecht?
    Bestand die Möglichkeit, sich vor Beginn der Dreharbeiten ausreichend und unmissverständlich über den Ablauf und Inhalt derselbigen zu informieren – und sich somit im Falle des Nichteinverständnisses im Rahmen der angemessenen Widerrufsfrist dagegen zu entscheiden? Oder stand die SAT1-Truppe plötzlich vor der Tür nach dem Motto:“So, es geht los. Alles hört auf mein Kommando…….“?
    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass erst bei Drehbeginn und im Verlauf der Aufnahmen nach und nach klar wurde, was tatsächlich gefordert wurde. Und die Betroffenen auch erst seit diesem Zeitpunkt ahnten, was mit ihnen gemacht wird. Dass SAT1 im Vorfeld nicht mit offenen Karten gespielt hatte, wird deutlich durch die öffentlichen Kommentare. Was sie da der breiten Masse glauben machen wollten, erzählten sie wahrscheinlich auch so den in für diese Sendung in Frage kommenden Kandidaten. Falls im Vorfeld Schriftverkehr stattfand (per Email oder Briefe), sollte dieser mit dem Vertrag verglichen werden. Denn eigentlich ist dieser Schriftverkehr ja die eigentliche Voraussetzung für die Vertragszustimmung gewesen. Zudem handelt es sich ja dann auch um verbindliche Aussagen, die SAT1 zum Inhalt und Ablauf der Dreharbeiten getroffen hat. Jeder gutgläubige Mensch hierzulande geht doch dann davon aus, dass ein grosser (und für seriös befundener) Sender vertrauenswürdig sein müsste und keine fiesen Tricks einsetzt, um Opfer zu finden. Die Summe all dieser Punkte spricht nicht für ein Selbstverschulden der SAT1-Opfer. Ebensoweinig spricht die Aussicht auf finanzielle Verbesserung für reine Geldgier – ich kenne keinen, der gerne umsonst für jemanden arbeitet, der damit einen fetten Batzen Geld macht. Das perfide ist jedoch, dass die Dreharbeiten ein Minusgeschäft für die Darsteller wird. 700 Euro Almosen stehen einer dreimal so hohen Stromrechnung gegenüber. Das ist übrigens auch bei RTL so, z.B. die Sendung „Die Supernanny“. Im Klartext heisst es, dass man als „Belohnung“, dass man zum Affen gemacht wird, hinterher tatsächlich der Gelackmeierte ist, da man bei den Stadtwerken mit einer grösseren Summe in der Kreide steht. Was dieses für einkommensschwache Personen bedeutet, liegt auf der Hand: langfristige und immense finanzielle Einbussen, die getragen werden müssen, da sich der Stromlieferant an den Haushalt des Darstellers wendet und nicht an SAT1 oder RTL, die den Strom für ihre Gerätschaften ausgiebig verbraucht haben. Dabei wäre die Übernahme dieser Kosten die Pflicht von ihnen. Es ist nicht vertretbar, dass ein Sender sich auf diese Art auf Kosten von am Existenzminimum lebenden Leuten bereichert und diese dann im finanziellen Desaster zurücklässt.
    Sender, die sich derartig menschenverachtend und parasitär verhalten, kann, will und werde ich nicht unterstützen!!!
    Dir, liebe Sarah, wünsche ich zum einem ein frohes Weihnachtsfest aber auch maximalen Erfolg für deinen mutigen und gerechtfertigten Einsatz gegen die Machenschaften dieses mir )und wohl auch dir) unsympatischen Senders.
    Die wahre Schönheit eines Menschen ist nicht äusserlich sichtbar, denn das Herz befindet sich im Inneren von ihm. Nur derjenige, der dort sucht, erkennt den wahren Wert einer Person. Daran kann und wird auch ein oberflächlicher Sender wie SAT1 nie etwas ändern 🙂

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  13. allelbows

    liebe sarah,

    ich solidarisiere mich nicht mit dir!! für mich bist du selbst schuld an dem ganzen.

    warum unterschreibt ein erwachsener mensch einen vertrag den er nicht einmal durchliest???
    ganz ehrlich, wenn du nicht geschäftsfähig bist, dann such dir einen betreuer..

    ich meine wo würden wir hinkommen wenn jeder einen vertrag anfechten könnte mit der begründung dass er den vertrag vor unterzeichnung nicht durchgelesen hat???

    AUSSERDEM: JEDER und wirklich JEDER in deutschland weiss dass diese sendungen, sei es DSDS, Bauer sucht frau, the biggest loser usw………..alle sind darauf ausgerichtet die kandidaten zu demütigen:

    Wer das leugnet is entweder minderintelligent oder er lügt einfach.

    deshalb schliesse ich mich den anderen an, die dir die schuld an deiner eigenen misere geben.

    Antworten
    1. FBeye

      Wer das leugnet is entweder minderintelligent …
      und das bedeutet, das man nicht vor solchen Methoden geschützt werden muss / darf? Sehr elitäres Weltbild…

      Antworten
    2. michael

      Ich denke eher, jeder der behauptet, so abgebrüht zu sein, dass wenn Fernsehmacher auf einen zukommen und das Blaue vom Himmel runter versprechen, daruf nicht herein zu fallen ist der Naive in dieser Runde

      Antworten
      1. allelbows

        als ob man „abgebrüht“ sein müsste um a) keine verträge zu unterschreiben die man nicht vorher gelesen hat oder b) es zu unterlassen sich bei solchen formaten wie „Schwer verliebt, Bauer sucht Frau, biggest loser, dsds usw mitzumachen…………………..mal ganz ehrlich so etwas nennst du „abgebrüht“.

        auf welchem planeten lebst du eigendlich??? wenn dir die werbung verspricht dass wenn du dir ein bestimmtes auto kaufst dir endlich auch mal das eine oder andere mädchen nicht gleich von vornherein wegrennt wie sonst immer……………lass mich raten, du hast bereits 10 solcher karren vor deiner bude stehen, gell??? na ja, kann ja nicht jeder so ABGEBRÜHT sein net wahr!!!

        so, ich geh jetzt ne runde kacken…………..hoffentlich bin ich „abgebrüht“ genug den deckel vorher hochzuklappen…………ich meine hey, das kann man doch heutzutage von keinem durchschnitts deutschen erwarten oder????

        können ja nicht alle so abgebrüht sein LOL

        armes deutschland!!!

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        1. Sylvia

          Dear allelbows!

          Deine Kommentare sind nicht nur dumm, sondern auch auf dieser Seite fehl am Platz!!!

          Ich finde Leute wie Dich ARM!!!

          Antworten
          1. bibi

            @Sylvia: der Kommentator ist nicht arm, er ist so intelligent nicht blindlinks irgendwas zu unterschreiben 😉

  14. Charlotte

    Liebe Sarah,

    ich denke es wird Zeit, dass du dich endlich von deiner Opfer-Rolle befreist. Gegen Sat1 anzugehen ist ein erster Schritt. Aber lass dich nicht von deinen Unterstützern weiter zum Opfer machen.
    Du musst selbst uns wiedersprechen, wenn wir sagen „Die arme Sarah war so naiv und wusste ja nicht was sie tut.“ Du hast einen Fehler gemacht und Irren ist menschlich. Dass du diesen Vertrag unterschrieben hast war dein Fehler. Was Sat1 daraus gemacht hat wiederum nicht. Die Annahme dass du schlichtweg zu dumm gewesen wärst um das ganze zu durchschauen und deswegen das Mitleid empörter Menschen bekommst, die größtenteils diese Formate erst gar nicht schauen, lässt dich kein bisschen besser dastehen. Du wirst von der Witzfigur bei „Schwer verliebt“ zur Mitleidsfigur der öffentlich Rechtlichen.

    Mir tust du nicht leid, denn du hättest wissen müssen was du tust. Ich will dich nicht bemitleiden, weil ich glaube, dass dir mein Mitleid nicht helfen würde.

    Dass du dich wehrst ist eine gute Sache, keine Frage. Ich würde mit allen mitteln gegen diese Schweine kämpfen, damit diese ekligen Reality-Formate endlich ein Ende haben. Wer weiß wie viele ähnliche Dinge erleiden mussten und einfach Stillschweigen bewahren.
    Aber wehr dich auch gegen die Annahme, dass du einfach nur ein armes Würstchen bist und es einfach nicht besser wusstest.

    Ich wünsche dir für deine Zukunft, dass du erhobenen Hauptes auf diese ganze Sache zurückblicken kannst und darüber lachen kannst. Und dass dies das letzte Mal war, dass du Opfer sein musstest.

    Antworten
  15. Uwe Tenbruck

    Ich verstehe nicht, wie man so blauaügig bei so etwas mitmachen kann. Ist es aus Geldgier gewesen? Wenn ich nicht einmal die Möglichkeit habe den Vertrag in Ruhe lesen zu können, muß ich mich nicht wundern wenn so etwas rauskommt. In meinen Augen hast du leider selber Schuld. Gerade in der heutigen Zeit muß man halt aufpassen. Die 700,00 Euro sind jetzt jedenfalls gut beim Anwalt angelegt. 🙂 Ich wünsch dir trotzdem alles gute und ein frohes Fest.

    Antworten
  16. Steffi Tekin

    Liebe Sarah.

    Es tut mit auch sehr leid. Ich habe die Sendung sehr gern gesehen, gerade die Sendung wo du bei bist hat mich sehr zum schmunzeln gebracht und fand was gebracht wurde nicht so schlimm, wenn ich offen sein darf hast du dich mit deiner verträumten art in mein Herz eingeschlichen, aber da wusste ich das all nicht ( das es gestellt ist ). Ich dachte es wäre alles so wie dort gezeigt. Ich hoffe das du dich trotz alle vielleicht verliebt hast und nicht alleine bist.

    Liebe grüsse Steffi

    Lieben gruss Steffi

    Antworten
  17. Unterdosis

    Lasst euch das nicht bieten! WEHRT EUCH!
    Lasst euch auch nicht erzählen dass ihr selber Schuld seid. Niemand muss sich öffentlich erniedrigen lassen!

    Antworten
  18. Erenya

    Liebe Sarah,
    Es tut mir leid, dass du dich von diesen Geldhaien hast einwickeln lassen, aber du musst schon eingestehen, dass du ein wenig zu blauäugig an das ganze heran gegangen bist.
    Schon nach Erhalt des Vertrags, für den man gerade mal 5 Minuten zum durchlesen bekommt, hätten die Alarmglocken klingeln sollen.
    Das du Jetzt den Mut hast dich zu wehren, ist zwar schön und gut, aber leider zu spät. Du hättest den Mut schon vorher haben sollen, als das Drehbuch vorlag. Hätten sie dir mit Klage gedroht, hättest du jederzeit gegen Klagen können.
    Es tut mir wirklich leid, dass du so gelitten hast und noch mehr das ich die Sendung ab und an gucke. Ein Kleiner Tipp noch, vertraue keinen medien, so sicher das die Rheinzeitung dir wirklich aus purer Nächstenliebe hilft, wäre ich an deiner Stelle nicht.

    Antworten
  19. Fortras

    Nach einem kurzen Ausflug ins Proll-TV war ich nicht amüsiert, sondern wirklich peinlich berührt. Das Wort „Fremdschämen“ erhielt eine völlig neue Qualität.
    Nun frage ich mich ernsthaft, was für ein Typ Mensch sich auf so etwas überhaupt einläßt. Das Muster, nachdem solche Sendungen aufgebaut sind, schreit einem doch förmlich ins Gesicht…
    Ich kann nur vermuten, daß die Kandidatin Sarah wohl – diplomatisch ausgedrückt – extremst naiv ist, und vor der Vertragsunterzeichnung keinen Gedanken an die Reaktionen ihres Umfeldes verschwendet hat.
    Ich kann da leider Herrn Carsten Stendel nur zustimmen…wer mitmacht, ist selbst schuld, sorry.
    Trotz allem wünsche ich Sarah viel Glück und Erfolg. Daß sie sich jetzt wehrt, ist mutig, wenn auch zu befürchten ist, daß den Sendern die Kandidaten nicht ausgehen und dieser unsägliche Mist weiter über die Bildschirme flimmert.
    Ich persönlich werde sonntags wieder den guten alten Weltspiegel anschauen. Da kann man wenigstens noch was lernen!

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  20. Simone

    Liebe Sarah, liebe Redaktion der Rhein-Zeitung, liebe Leser!

    @die Redakteurin der Rhein-Zeitung und den Verlag: Großes Lob für eure Zivilcourage und dass ihr Sarah menschlichen und finanziellen Beistand leistet!

    @Sarah: Ich bewundere deinen Mut öffentlich zu sagen, was dir wirklich widerfahren bist. Ich wünsche dir Kraft bei deinem Kampf für die Gerechtigkeit, die du verdient hast!

    @An alle und die Leser dieser Seite:

    Ich bin sehr froh, dass das Thema endlich mal öffentlich angeprangert wird. Über „Frontal 21″ bin ich gestern auf Sarahs Schicksal aufmerksam geworden und habe auch die online verlinkten Artikel auf der Homepage von “ Frontal 21″ gelesen, die über weitere Hintergründe von gefakten „Reality-Shows“ aufklären. Vorher kannte ich Sarah nicht, da ich die Sendung „Schwer verliebt“ nie gesehen habe wie das meiste, was Pro 7, Sat1 & co an Programm bieten (siehe Castingshows wie „Deutschland sucht den Superstar“), weil ich es schon lange als geistig-moralischen Abschaum empfinde.

    Besonders an Sarahs Schicksal wird deutlich, wie wehrlose Menschen vorgeführt, instrumentalisiert und letztlich seelisch missbraucht werden. Und das auch noch vor den Augen der Öffentlichkeit. Es ist unfassbar, wie skrupellos Programmmacher, Network-Profiler, Drehbuchautoren etc. vorgehen, um sich an letztendlich wehrlosen bzw. wehrlos gemachten Menschen zu vergreifen. Wo bleibt da das letzte Quentchen an Einfühlungsvermögen und Menschlichkeit?

    Als ich gestern die Bilder aus der Show im Fernsehen sah, in denen Sarah (dies ging aus ihren Aussagen, aber auch aus ihrer Körpersprache hervor), gezwungen wurde, einem fremden Mann, dem sie eigentlich gar nicht nahe sein wollte, die Finger abzulecken bzw. neben ihm in einem Bett zu schlafen, musste ich unwillkürlich denken: Das ist Zwangsprostitution! Hier wie dort wird eine sich in einer Abhängigkeitssituation befindlich Frau ausgenutzt, sei es psychisch durch ihre jahrzehntelange Opferrolle und den Knebelvertrag wie auch evtl. finanziell durch die 700 Euro (so läppisch der Betrag hier manchem auch erscheinen vermag, aber Sarah ist nicht reich, sondern lebt vielmehr von einem ziemlich erbärmlichen Einkommen, das ihr nicht mal die Chance gibt, finanziell selbstständig zu sein).

    Wer übrigens Sarah und ähnliche Kandidaten, die an solchen Shows teilnehmen, nicht verstehen kann, der sollte sich mal über das sogen. „Stockholm-Syndrom“ informieren. Auch wenn es ursprünglich Abhängigkeitsmechanismen in der Entführer-Geiselnehmer-Konstellation beschreibt, erklärt der zugrunde liegende psychodynamische Mechanismus auch, warum Sarah und andere Menschen, die in ihrem Leben tief gedemütigt wurden bzw. Traumata erlitten haben (Sarah wurde z.B. von Mitschülern tlw. schwer körperlich misshandelt und dabei sogar in Todesangst versetzt), dazu neigen, in bestimmten Situationen „Gut“ von „Böse“ nicht unterscheiden zu können, weil sie die „bösen Anteile“ eines Menschen verdrängen, wenn sie psychisch von diesem abhängig sind. Dies ist ein psychischer Selbstschutzmechanismus, der dazu dient, weitere (potentielle) Gefahren, die das Selbst (bzw. Selbstbild) bedrohen, abzuwehren. Deswegen hat Sarah während der Dreharbeiten nicht rebelliert und die Sache vorzeitig abgebrochen. Sie hat aber auch im Vorfeld schon nicht den Mut gehabt, die schleimig und anbiedernd daherkommenden Fernsehleute bzw. „Facebook-Profiler“ abzuwimmeln, die es geschafft haben, sie mit freundlichem Getue und schleimigen Komplimenten für sich zu gewinnen. Sie konnte aufgrund ihres schwachen Selbstwertes gar nicht abwehrend reagieren, da man als Mensch mit einem schlechten Selbstbewusstsein meistens genauso wenig Mut hat, ein Kompliment abzulehnen wie einen Angreifer abzuwehren. Die dahinter stehenden psychischen Prozesse mögen auf den ersten Blick widersprüchlich sein, jedoch nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass ein Opfer jedes „Aufmucken“ lieber vermeidet als weitere Prügel zu kassieren.

    Ich war selbst fast meine komplette Schulzeit von Mobbing betroffen und viele meiner Verhaltensweisen sind noch heute (ich bin etwa in Sarahs Alter) von dieser latenten Minderwertigkeitsangst geprägt. Dies ist meine Erklärung für die vielen Fragezeichen, die einige hier hinter Sarahs „Gesinnungswandel“ setzen. Ich verstehe sie.

    Alles Gute dir, Sarah, und der Redaktion! Kämpft weiter!

    Simone

    Antworten
    1. Henning

      Danke, Simone, das war der beste Kommentar bisher!
      Vielleicht machen Deine Ausführungen auch klar, dass sich Verantwortliche in Politik und Verwaltung nicht einfach abwenden können und auf den mündigen Bürger mit seiner Fernbedienung zum Abschalten verweisen. Vielmehr ist hier eine Fürsorgepflicht unserer Gesellschaft gefordert, solche unmenschlichen Auswüchse zu unterbinden. Ich frage jeden Politiker, der meine Stimme haben will, wie er’s damit hält.

      Antworten
    2. XYZ

      Zwangsprostitution? Traumata? Schwere körperliche Misshandlung? Todesangst?
      Wo kommt das denn jetzt auf einmal in Bezug auf Sarah her?
      Dieses Statement ist genauso übertrieben wie die Sendung…

      Antworten
  21. Yves Petriccioli

    Hallo
    Ich bewundere dich echt und habe Respekt vor dir das du dich nicht Unterbutten läst.
    Jeder macht mal ein Fehler weil er oder sie zu gutgläubig ist deswegen sollte mann dir es auch verzeihen das du mitgemacht hast,wir sind alle nur Menschen und alle machen mal Fehler mach weiter und Kämpfe du hast es echt verdient und Trete denen in den Hintern fg.

    Antworten
  22. Hans Peter

    Hallo,

    wer sich immer noch wundert, dass solche Shows Leute vorführen, dem ist nicht mehr zu helfen. Ich hab mich über die Folgen, wissend das einiges gestellt ist, köstlich amüsiert. Es war auch bei uns Sonntags ein Highlight die Freaks live in sein Wohnzimmer zu holen. Früher sind die Leute eben auf den Jahrmarkt gegangen um sich die Frau mit Bart anzugucken, heut machen sie Sat1 an. Was ist schon dabei? Selbst Schuld, wenn man so naiv ist zu glauben die Intention des Privatfernsehns sei zu helfen.

    Antworten
    1. Henning

      Ich gebe zu, dass es lustig ist, tolpatschigen Menschen zuzuschauen. Solange sie Charly Chaplin oder Laurel & Hardy heißen. Die wussten nämlich, was sie taten. Sich über Behinderte lustig zu machen ist einfach nur erbärmlich!
      Früher war für es für Menschen mit schweren Handycaps die einzige Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt auf dem Jahrmarkt zu verdienen. Heute ist unsere Gesellschaft gottseidank viel weiter und niemand muss sich für Geld erniedrigen lassen. Aber solange es Typen gibt, die so etwas amüsiert betrachten, wird es auch solche Sendungen geben. Dabei merken sie nicht, dass sie selber die armen Würstchen sind. Nur lachen kann ich darüber auch nicht.

      Antworten
  23. Volker

    Hi Sarah,
    ich finde es echt SCHEISSE was da mit Dir und anderen Teilnehmern abgezogen wurde, und ich finde es TOLL das Du dagegen angehst.
    Ich wünsche Dir viel viel Glück und für die Zukunft alles gute.
    Gruß Volker Berlin

    Antworten
  24. Tessa

    Hallo Sarah,

    Es tut mir für Sie ausserordentlich leid, dass überhaupt jemand den Blödsinn, der gezeigt wurde, glauben konnte. Ich boykottiere nach Ihrem Bericht gaenzlich diesen Sender.

    Viel Glück weiterhin wünscht

    Tessa

    Antworten
  25. Marc Hermann

    Ich habe mich bei der LMK über dieses Sendeformat beschert, hier die Antwort:
    Sehr geehrte Zuschauerin / sehr geehrter Zuschauer,

    nachdem Sie auf die Sat.1-Sendung „Schwer verliebt“ hingewiesen hatten, hatte ich Ihnen mitgeteilt, dass die Sendung durch die Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz einer rundfunkrechtlichen Überprüfung unterzogen wird.

    Diese Prüfung, bei der insbesondere das rundfunkrechtliche Gebot zur Achtung der Menschenwürde sowie Jugendschutzvorschriften in den Blick genommen werden, ist noch nicht vollends abgeschlossen. Ich kann Ihnen aber als Zwischenstand mitteilen, dass seitens der LMK bislang keine Anhaltspunkte für die Verletzung rundfunkrechtlicher Normen gefunden wurden.

    Vorausgeschickt sei, dass Bewertungsgrundlage der rundfunkrechtlichen Prüfung durch die LMK allein die Inhalte der ausgestrahlten Sendungen sind. Maßgeblich sind also alle Erkenntnisse, die sich den Sendungen direkt entnehmen lassen. Fragen wie sie sich im Hinblick auf eine etwaige Angreifbarkeit der von den Teilnehmern unterzeichneten Verträge mit der Produktionsfirma ergeben mögen, fallen ebenso wie die etwaigen negativen sozialen Folgen, die die Teilnahme an der Sendung für einzelne Kandidaten gehabt haben mag, nicht in den von der LMK zu beaufsichtigenden Bereich.

    Vor diesem Hintergrund ist nach bisherigen Erkenntnissen nicht von einer Verletzung der Menschenwürde auszugehen. Relevant ist hier, dass die Menschenwürde als oberster Wert der Verfassung nur dann als verletzt anzusehen ist, wenn das Menschsein eines Einzelnen prinzipiell und zielgerichtet in Frage gestellt wird. Das heißt, dass ein Eingriff von einer gewissen Schwere vorliegen muss. Bloße Geschmacklosigkeiten oder polemische Ausfälle stellen demgegenüber noch keine Verletzung der Menschenwürde dar.

    Die für eine Menschenwürdeverletzung erforderliche Eingriffsintensität wird bei „Schwer verliebt“ (bislang) nicht erreicht: Zunächst ist festzuhalten, dass sich das gezeigte Geschehen zumeist im Bereich des Banal-Alltäglichen bewegt und schon von daher unproblematisch ist. Auch dem Umstand, dass das Sammeln von Puppen und das Erdenken ihrer jeweiligen Biografien durch eine Teilnehmerin als (mehr oder weniger) außergewöhnlicher Zeitvertreib thematisiert wird, dass etwaige sexuelle Wünsche freimütig geäußert werden oder Menschen in Bade- oder Schlafkleidung abgebildet werden, können für sich gesehen keine Elemente der Herabwürdigung entnommen werden. Zwar erscheinen manche Teilnehmer an der Show (auch infolge des inszenierten Geschehens) nicht immer im besten Licht und bieten einem spöttischen Publikum viel Angriffsfläche. Der Sendung selbst sind jedoch – trotz eines oftmals festzustellenden ironischen Untertons und manchmal wenig vorteilhafter Bilder von den Betroffenen – keine Elemente offenen Spotts, offener Häme oder gar offener Schadenfreude zu entnehmen, die über die Wiedergabe des inszenierten Geschehens hinausgehen. Die redaktionelle Nachbearbeitung und Kommentierung der einzelnen Sequenzen bleibt hier z.B. deutlich hinter dem zurück, was aus anderen TV-Formaten bekannt ist.

    Zudem beinhaltet die Menschenwürde auch und gerade die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen darüber, ob und wie er sich der Öffentlichkeit präsentieren möchte. Eine Einwilligung eines Teilnehmers ist daher grundsätzlich beachtlich – es sei denn, er hat einer besonders extremen menschenverachtenden Behandlung zugestimmt. Vorliegend ist ausweislich des Sendematerials davon auszugehen, dass sich die Kandidaten und Bewerber aus freien Stücken zur Teilnahme an der Show bereit erklärt haben. Den Sendungen selbst sind keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen, dass Druck auf sie ausgeübt wurde. Dies gilt auch angesichts des Umstands, dass manche Szene gestellt wirkt und die Realität nicht zutreffend wiedergeben mag: Auch insofern ist kein Aspekt ersichtlich, der auf eine mangelnde Selbstbestimmtheit oder Steuerungsfähigkeit der Teilnehmer hindeuten könnte. Allein der Umstand, dass die ein oder andere Regieanweisung oder Handlungsanregung gegeben worden sein mag, reicht hier nicht aus.

    Selbst für den Fall, dass man bei einzelnen Teilnehmern eine gewisse Intelligenzminderung oder gar eine geistige Behinderung annehmen wollte, müsste infolge gesetzlicher Vermutung und mangels konkreter anderweitiger Anhaltspunkte im Sendematerial dennoch von ihrer Geschäftsfähigkeit und damit von einer wirksamen Einwilligung ausgegangen werden.

    Ein Fall, in dem trotz vorliegender Einwilligung ein aufsichtsrechtliches Eingreifen geboten wäre, die Einwilligung der Teilnehmer also irrelevant wäre, liegt nicht vor. Hierzu fehlt es an der erforderlichen Eingriffsintensität. Eine besonders menschenverachtende Behandlung ist nämlich wie erläutert nicht zu attestieren. Die Menschenwürde wurde vorliegend also nach derzeitigem Stand der Prüfung nicht verletzt.

    Auch ein Verstoß gegen Jugendschutzvorschriften ist (bislang) zu verneinen. Die Sendung ist nicht geeignet, Kinder oder Jugendliche in ihrer Entwicklung zu beeinträchtigen. Maßgeblich ist im Hinblick auf die hier in den Blick zu nehmende Gruppe der unter-12-Jährigen, dass die Sendungen – abgesehen von der thematisierten Sammlung an Barbiepuppen – wenig bis keine Anknüpfungspunkte an die kindliche Lebenswelt und den kindlichen Alltag bieten. Die Protagonisten verhalten sich untereinander – wenn auch teilweise hölzern – freundlich und respektvoll. In den Gesprächen werden Vorlieben und Abneigungen erfragt und Smalltalk in bescheidenem Umfang betrieben. Von daher bewegen sich die Verhaltensweisen und Rollenbilder in einem normalen Rahmen. Hinzugefügte Ironisierungen durch sprachliche Stilmittel in der Kommentierung (aus dem Off, Moderatorin, Bauchbinde) werden von der hier relevanten Altersgruppe nicht oder kaum wahrgenommen bzw. erschließen sich ihr nicht. Etwaiger Spott kommt nicht in einem Maß vor, dass von einer Förderung erziehungsabträglicher Einstellungen auszugehen ist.

    Über das endgültige Prüfergebnis werde ich Sie natürlich nach Abschluss der Untersuchung nochmals informieren. In Anbetracht der Vielzahl an Zuschauerzuschriften, die die LMK zu „Schwer verliebt“ erhalten hat, bitte ich um Verständnis, wenn ich auf Ihren Hinweis hier nicht konkret eingehen konnte.

    Antworten
  26. Sara

    Liebe Frau Heinrich,
    von den Privaten ist man ja schon viel gewohnt, doch schaffen diese es immer wieder, noch schockierendere Methoden zu entwickeln. Sie haben mutig einen Beitrag dazu geleistet, diese menschenverachtenden Produktionen zu enttarnen, und ich hoffe, dass für Sat.1 etc endlich Konsequenzen folgen. Danke, dass Sie an die Öffentlichkeit traten (bei FernsehkritkTV ebenso wie bei Frontal21) !
    Fast wünsche ich mir meinen Fernseher zurück, nur um „Schwer verliebt“ NICHT einschalten zu können.
    Mein Apell an alle mit Geräten der GfK: Schalten Sie diese Sender nicht mehr ein, ihr habt die Macht!
    Lieben Gruß,
    Sara

    Antworten
  27. Theodora

    Liebe Frau Heinrich,
    ich sieze Sie ganz bewusst – als Zeichen genau des Respekts, den die Macher dieser „Show“ Ihnen verweigert haben. Mit Carsten Stendels Kommentar bin ich ganz und gar nicht einverstanden. Sicher ist es unüberlegt, sich auf einen Sender wie Sat1 einzulassen, aber dass Drehbücher vorgeschrieben und die Kandidaten gezielt lächerlich gemacht werden, weiß ich (wie wahrscheinlich die meisten) auch erst seit ein paar entlarvenden ARD- und ZDF-Berichten. Dass Einsamkeit und die Sehnsucht nach einer Beziehung die Hemmschwelle sinken lassen, auch Wege auszuprobieren, die man sonst nicht gehen würde, ist verständlich (und wird von Sat1 gezielt ausgenutzt). Mit dem Gedanken „wie konnte ich nur…!“ haben Sie sich sicher schon oft und lange herumgeschlagen. Ich möchte Sie ermutigen, es sich nicht noch schwerer zu machen, indem Sie sich selbst die Schuld geben – die Schuld liegt eindeutig bei denen, die Menschen für ihren eigenen Profit gezielt verletzten, nicht bei denen, die verletzt werden! Ich wünsche Ihnen, dass es Ihnen mit Ihrem mutigen Schritt an die (seriöse) Öffentlichkeit gelingt, diese Verletzungen – die inneren und die Ihres Ansehens bei anderen – zu überwinden, und dass die „Rudelglotzer“ in Ihrem Ort sich eines Tages geschlossen bei Ihnen entschuldigen.

    Antworten
  28. M

    Hallo Sarah,

    ich finde die Aufklärungsarbeit hervorragend und wünsche allen Beteiligten weiterhin ein gutes Vorrankommen. Der Öffentlichkeit kann dieses Thema gar nicht bewusst genug gemacht werden, denn heißt es zwar immer, die Personen die an solchen Sendungen freiwillig teilnehmten bräuchten das Geld dringender als alles andere, doch ist das im Regelfall nur eine erzeugte „Glocke“ über dem Geschehen und weit fern von Realität und Wirklichkeit[…].

    Danke für deinen Mut, deiner Ausdauer und vor allem deinem Willen und der Unterstützung der Rhein-Zeitung.

    Antworten
  29. Nina

    Liebe Sarah,

    ich finde es mutig, dass du gegen SAT 1 vorgehst. Respekt.

    Es ist unglaublich wie ein Sender die Menschenwürde mit Füßen tritt. Das fängt bei den sittenwidrigen Verträgen an und gipfelt in den unsäglichen Texten aus dem „Off“, ebenso wie der Hintergrundmusik, die einzig dazu dient das Trash-Publikum zum Jodeln zu bringen. Unglaublich auch die Menschen in deinem Heimatdorf, die daraus ein Public Viewing machen, die Wirtin/der Wirt und natürlich die Menschen die sich dazu einfinden sollten sich was schämen.
    Menschen die sich bei solchen Sendungen kaputtlachen sind für mich arme Würstchen, weil sie solche Sendungen brauchen um sich besser zu fühlen. Ich habe die erste Sendung gesehen, und war komplett bedient vom diesem „Format“.
    SAT 1 habe ich meine Meinung zu der Sendung natürlich auch schriftlich mitgeteilt, die Antwort des Senders war das übeliche nichtssagendes Blabla.

    Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen.

    Viele Grüße aus Mainz

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen.

    Antworten
  30. Anna

    Hallo Sarah, wir alle machen Dummheiten, wenn wir jung sind (und nicht nur dann). Deine Beweggründe, bei dieser Sendung mitzumachen, kenne ich nicht. Ich bin aber froh, dass Du den Mut hast, jetzt an die Öffentlichkeit zu gehen, um SAT1 an den Pranger zu stellen. Wahrscheinlich wird es Drohungen geben – Du hast hoffentlich einen guten Rechtsanwalt. Es wird Häme geben – ich hoffe, Du hast ein gutes Umfeld und genügend Selbstvertrauen, um das zu überstehen. „Was uns nicht umbringt, macht uns stark“: Ich hoffe, dass Du gestärkt aus dieser Geschichte hervorgehst.
    Du bist ein hübsches Mädchen (der neue Haarschnitt gefällt mir an Dir). Sei sicher, Du findest auch einen Partner ohne eine Dreckschleuder wie SAT1.
    Kopf hoch, es gibt viele Menschen, die hinter Dir stehen.
    Liebe Grüße von Anna

    Antworten
  31. Sonja D.

    Hallo Sarah und die restlichen Teilnehmer solcher Shows

    Egal ob „Bauer sucht Frau“ oder „Schwer Verliebt“ oder wie die Dinger alle heißen, alle sind sie gefaket. Du glaubtest doch nicht wirklich was die alles Erzählen?
    Muss da meinem Vorschreiber recht geben, wenn du wirklich so naiv warst, zu glauben dort den Mann fürs Leben zu finden, dann bist du wirklich selber Schuld.
    Das TV ist dazu da um Menschen zu unterhalten und auch zum Lachen zu bringen, auch wenn es auf kosten anderer ist…
    TV ist nicht das wahre Leben, ob Richtrshow, Dailysoaps oder Verkupplungshows.
    An deiner Stelle würde ich kein Drama drum machen, denn je mehr du dich jetzt wieder den Medien hingibst desto mehr Leute erfahren davon und wenn du willst dass das vergessen wird, dann halte den Ball flach. Etwas grade rücken funktioniert sowieso nicht mehr. Halte dich an deine Freunde und deine Familie und dein Leben geht weiter und schon bald weiss keiner mehr worum es ging, aber gehst du jetzt immer weiter damit an die Öffentlichkeit, bleibt es auch noch sehr lange ein Thema.
    Egal wie du dich entscheidest…
    Wünsche dir trotzdem nur das Beste

    Antworten
  32. Medientante

    Liebe Sarah,

    ich bewundere Deinen Mut, an die Öffentlichkeit mit der Wahrheit zu gehen – trotz millionenschwerer Klagedrohungen Deiner Produzenten. Was Du und die RZ mit der Berichterstattung (und nun auch bundesweite TV-Sendungen), erreicht haben – nämlich zu zeigen, wie es wirklich hinter den Kulissen zugeht, hätte vorher niemand geglaubt.

    SAT1 verdient an der Staffel Millionen (rund 400.000 Euro pro Folge!) und lacht sich über deren eigene Zuschauer kaputt, die sich diesen Schrott ansehen.

    In so einem Umfeld will die Werbewirtschaft keine Produkte bzw. teuere Spots platzieren.

    Antworten
  33. Rainer

    Hallo Sarah, ich bin heute zufällig auf Deine Aktion gekommen. Ich habe einige der Sendungen gesehen und muss gestehen, dass ich gelacht habe. Nachdem ich aber die Hintergründe gelesen habe, bin ich entsetzt, wie Medien mit Menschen umgehen. Es geht nur um Geld und je blöder ein Mensch dargestellt wird, um so mehr Geld fließt durch die Werbe Einnahmen.
    Es scheint dem Zeitgeist zu entsprechen, dass Menschen sich bei Talent- und Kuppelshows zum Leo machen lassen. Ich kann nur hoffen, dass viele Menschen erfahren, wie es Dir ergangen ist und diesen Shows die Luft ausgeht.
    Ich wünsche Dir viel Mut, den Du ja schon bewiesen hat mit der Zeitungskampagne, und einen Neuanfang ohne Öffentlichkeit.

    Viele Grüße

    Antworten
    1. Herta Pfau

      Guten Tag Sarah, teilweise sind Sie selber an der Situation schuld. Sie sind alt genug, um zu wissen, was bei solchen Sendungen passieren kann. Erst drängen sich die Leute in die Öffentlichkeit-
      können aber danach die Resonanz nicht ertragen. Sie brauchen sich
      doch nur die Nachmittagssendung von „Britt“ ansehen. Die Menschen
      schämen sich nicht sich so in der Öffentlichkeit zu produzieren. Ich
      habe mir mal die Sendung ein Stück angesehen und verzichte
      seitdem mir so ein Schwachsinn anzusehen. Ich bin der Überzeugung,
      dass die Leute nur wegen des Geldes in diese Sendung gehen. Man
      sollte generell solche Sendungen verbieten.

      Antworten
      1. Olli

        Britt ist für mich ein rotes Tuch. Zur Sendezeit sitzen viele Kleinkinder vorm Fernseher und es wird pausenlos über eindeutig zweideutige Themen lamentiert. Allein die erschreckend ignorante Haltung Kindern gegenüber zeigt doch, dass diesen quotengeilen und selbstherrlichen Betreibern dieses reklameverseuchten Senders nichts heilig ist und denen der verdammte Reibach über das Wohl unserer Nachkommen geht. Demnach schrecken sie auch nicht davor zurück, die Würde benachteiligter Mitmenschen in den Dreck zu treten – für ihre eigenen fragwürdigen Ziele. Und genau das wird mit „schwer verliebt“ erreicht.

        Antworten
  34. Ulrike

    Liebe Sahra,

    ich verfolge die Sendung auch. Gestern habe ich den Frontalbeitrag über Dich gesehen. Viel Ähnlichkeit zu der gezeigten Sahra konnte ich nicht erkennen. Ausserdem auch ein toller neuer Haarschnitt und schick angezogen.
    Die machen die Leute wirklich zu Deppen. Das ist für die Betreffenden sicherlich nur schwer zu verkraften – und wenn ich daran denke, wie die Leute in Deinem Ort ein „Public Viewing“ veranstalteten, nur um sich über Dich lustig zu machen, dann wirds mir tatsächlich schlecht.
    Irgendwo habe ich einen Artikel entdeckt, in dem das psychologisch erklärt wurde: Die Leute scheinen zu Vergleichszwecken sich immer mit solchen Kandidaten zu vergleichen, um dann festzustellen, dass man selbst besser da steht. Ich glaube, das ist wohl die Ursache, und wenn man dann zusammen mit anderen Leuten lästern kann, dann hat man eine prima Möglichkeit, von seinen eigenen Schwächen abzulenken.
    Ich hoffe, Du hast genügend Kraft, das gut zu überstehen.
    Selbst habe ich auch schon Mobbingsituationen als Opfer erlebt, es ist etwas wirklich entsetzliches und ich habe viele schlaflose Nächte deshalb verbracht.

    Viele Grüße aus Böblingen
    Ulli

    Antworten
  35. Carsten Stendel

    Hallo, Sarah,
    Rechtlich ist der Vertrag, den Du unterschrieben hast sicherlich problematisch. Von daher habe ich Verständnis für Deinen Ärger und deine Position. Wofür mir allerdings jegliches, wirklich jegliches Verständnis fehlt ist, daß Du Dich überhaupt auf diesen Nepp eingelassen hast. Hast Du ernsthaft noch nie zuvor eine dieser Shows gesehen? Ich wette doch. Und warst Du tatsächlich so naiv zu glauben, daß das was Du da siehst echt und nicht gestellt ist? Das kann ich mir einfach nicht vorstellen. Was war also Deine Motivation dabei mit zu machen ? Geld ? Wohl kaum bei 700,– € Aufwandsentschädigung. Publicity? Juchhe ich bin im Fernsehen ? Dann kann ich leider nur sagen selber Schuld. Oder hast Du wirklich gedacht Du findest den Mann fürs Leben ? Wenn ja, warum verlegst Du das privateste, was ein Mensch haben kann, nämlich die Liebe in die Fernsehöffentlichkeit? Die muß doch klar gewesen sein, daß Millionen Menschen zuschauen werden, wie Du Deinem „Partner“ die Schokolade vom Arm leckst. Auch in diesem Fal bleibt nur ein „selbst Schuld“. Sarah, es tut mir leid aber ich kann einfach nicht die Spur von Mitleid für Dich empfinden. Ich hoffe, daß Du wenigstens etwas daraus für Dich gelernt hast und Wünsche Dir, daß Du den Mann fürs Leben findest ohne Dich dafür in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Alles Güte wünscht Carsten….

    Antworten
    1. max

      So leid es mir tut, sarah, aber im groben und ganzen muss ich carsten zustimmen. ich unterschreibe doch keinen vertrag, den ich nicht durchgelesen habe, zu einer gage von 700€.

      ich arbeite selbst in der filmbranche, produziere selbst einige musikvideos und muss mich mit drückerverträgen tagtäglich auseinandersetzen. dass kleindarsteller dabei gerne zerissen werden, ist nichts neues. ich für meinen teil versuche das zu vermeiden, entweder das ganze team muss einsparungen schlucken, oder jeder wird fair bezahlt.

      rechne dir einfach mal aus, was du bei 700€ für 15 drehtage (wahrscheinlich 11-13 drehstunden, täglich?) für einen stundenlohn bekommst.

      naja, das das ist lehrgeld. nur leider auf die brutalste tour.

      Antworten

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