So groß ist der Verlust auf Rhein-Zeitung.de durch den Ausstieg bei Google News

Anfang des Monats ist die Rhein-Zeitung bei Google News ausgestiegen. Zwei Wochen danach ergibt sich folgende kleine Bilanz.


Wie man sieht, hatten wie vor dem Ausstieg an manchen Tagen mehr als 1000 Besuche von Lesern über die diversen Seiten von Google News (also news.google.de, news.google.com, news.google.ch, news.google.at und so weiter). Am 1. August waren es nur noch 103 Besuche und bis heute täglich kaum mehr als 100.

Die dramatisch erscheinende Kurve macht auch mit einem etwas größeren Messzeitraum deutlich, dass die Zahl der Besuche via Google News gegen null tendiert:

Sie verliert allerdings ihren Schrecken, wenn man die Zahl unserer Besuche in Relation zu den Zugriffen insgesamt zeigt:

Und auch nach einem Blick darauf, wie die Leser auf unsere Webseiten gelangen, hat Google News für uns als regionale Website lange nicht die Bedeutung, die ihr häufig zugesprochen wurde. Das zeigt die folgende Grafik.

  • Der Großteil der Besuche (41 Prozent) gelangt durch Eingabe der Adresse oder einen Bookmark auf unsere Seite,
  • ein weiterer Großteil (32 Prozent) über die Google-Suche (die nicht mit Google News zu verwechseln ist). Sehr häufig wird dabei „Rhein Zeitung“ als Suchbegriffe eingetragen.
  • Dahinter rangiert Facebook (13 Prozent),
  • gefolgt von seiteninternen Verweisen von uns selbst (3 Prozent) und
  • Twitter (1 Prozent).  

Bildschirmfoto 2013-08-13 um 23.25.03

Die hier gezeigte Quelle auf Platz 9, news.google.de, wird künftig weiter stark sinken, aber damit können wir leben.

Dass immer noch täglich ein paar Dutzend Links bei Google News zu Rhein-Zeitung.de führen, erklärt Google-Sprecher Kay Oberbeck so:

 

Tatsächlich macht sich Google News die Google-Suche zunutze – und dort sind wir weiterhin auffindbar.

Für das vollständige Bild: Wir hatten Anfang Juli bei einer technischen Umstellung samt Rebrush einen Verlust an Links bei der Google-Suche, doch mittlerweile werden bei der Google-Suche unsere Inhalte wieder besser sichtbar:
Bildschirmfoto 2013-08-14 um 00.24.50

Von Marcus Schwarze, Redakteur Rhein-Zeitung

Marcus Schwarze

29 Gedanken zu „So groß ist der Verlust auf Rhein-Zeitung.de durch den Ausstieg bei Google News

  1. Matthias

    Wenn man das hier liest, dann fragt man sich, warum die Verlage so ein großes Geschrei um das Leistungsschutzrecht gemacht haben, wenn angeblich gar nicht soviel Besucher durch Google-News vorbei kommen …

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  4. Ben

    Sie verzichten also auf ~500-700 Leser pro Tag, die Werbeeinnahmen generieren, ohne, dass Sie davon einen weiteren Vorteil hätten? Respekt zu so einer betriebswirtschaftlichen Weitsichtigkeit.

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  6. Hannes Seibert

    Naja, der Artikel zeigt halt auch deutlich, dass beim LSR viele die Klappe aufgerissen haben, die davon gar nicht betroffen sind. Ich würde wetten, dass sie bei Google unter dem Tisch liegen vor Lachen, weil hier jemand rumposaunt, der a) weder die nötige Relevanz besitzt um bei Google News überhaupt Reichweite zu erhalten und sich b) an diesem Posting auch ziemlich erschreckend zeigt, wie wenig Ahnung die Verlage im Umgang mit Dingen haben, die sie gleichzeitig per Gesetz verbieten lassen. Liebe Rhein Zeitung: Macht doch in Zukunft weniger nutzlose Lobbyarbeit und eignet euch stattdessen ein bisschen mehr Knowhow an. Ansonsten bekommt ihr keinen Fuss auf den Boden.

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  7. Hajü

    Die Auswertung ist Interessant, aber was war für euch der Grund, auf den Kanal Google News zu verzichten? Hattet ihr laufenden Aufwand in der Redaktion? Ihr nutzt Analytics setzt Adsense ein und nutzt Google+ Badges… Was spricht also gegen GNews?

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  9. Chris

    Hallo,
    das mag ja sein, dass über Google News nur wenige Leser gekommen sind, aber aus denen werden dann ja vielleicht auch Leser mit Bookmarks, die dann eben später nicht mehr über Google News kommen.
    Das kriegen sie mit den Zahlen nicht so schnell raus.

    Und wenn Google News schon bisher nicht so wichtig war, wie sie schreiben, für bitte was ist denn dann das LSR entstanden?

    Und dann ist es nicht Kundenfreundlich.
    Ich lese auch meist zwei drei Blätter vorrangig, aber zu bestimmten Themen möchte ich mir einen breiteren Überlick verschaffen und gebe die Schlagworte bei Google News ein um zu sehen, was andere schreiben. Sie sind dann bei sicherlich einigen Leuten außen vor. Das ist schade.

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  10. mtwde

    Der Reichweitenverlust war wie man hier sehen kann für die Rhein-Zeitung von vornherein sehr überschaubar. Insofern alles nur ein geschickter PR-Schachzug? Immerhin kann man sich auf die Weise im Gegensatz zu Springer und Co als konsequent darstellen, Sympathie für den Kampf gegen die Datenkrake Google generieren und gleichzeitig viele eingehende Links erhalten, die positiv über einen berichten.

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  11. Harald Weber

    Erst mal herzlichen Dank für die Infos. Frage nur, was heißt das in Konsequenz? Sind Sie von ihrer Vorgehensweise weiterhin überzeugt und werden den eingeschlagenen Weg weiter verfolgen? In jedem Fall bin ich an einer weiteren Berichterstattung interessiert und gespannt, wie andere Zeitungen in diesem Umfeld agieren. Wenn ich den Artikel richtig verstanden haben dann ergeben sich folgende Konsequenzen:
    1. Google Suchtreffer anzeigen sind gut, um Traffic auf die eigene Webseite zu ziehen.
    2. Viele von diesen Besuchern sind aber nur One-Shots, d.h. sie lesen die News ohne sich weiter mit den Inhalten bzw. dem Anbieter auseinander zusetzen. D.h. die Besucher verursachen lediglich eine hohe Bouncerate. Weder für den Anbieter noch für Google wirklich zielführend.
    Von daher ist die logische Konsequenz: Ich betreibe weiterhin gute Berichterstattung und arbeite langfristig an der Attraktivität meines Angebots statt kurzfristig nach Google Besuchern zu gieren, die sich meist nur selektiv und nicht nachhaltig mit meinen Angeboten auseinandersetzen, oder?
    Grüße
    Harald Weber

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  12. Pingback: So groß ist der Verlust auf Rhein-Zeitung...

  13. Sebastian

    Ernstgemeinte Frage: Warum seid ihr ausgestiegen? Ihr hattet doch keine Nachteile durch das Listing, oder? Jetzt habt ihr keine „nennenswerten“ Nachteile, aber zumindest „kaum messbare“ (in Bezug auf das Gesamtbesucheraufkommen). Aber dafür keinen Vorteil durch den Ausstieg.
    Daher die Frage: Warum kein Google-News-OptIn?

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  14. Pingback: Der Verlust der Rhein-Zeitung ist größer als sie glauben > Google News, Leistungsschutzrecht, Rhein-Zeitung, Traffic > Chriz' Blog

  15. Gerd W

    Sprich, die Rheinzeitung hätte auch nichts davon, wenn durch das LSR Google an die Medien zahlen müsste. Danke für die offene Auswertung.

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  16. Chriz

    Wie ist das Fazit? Wird diese Zeitung nicht mehr über Google News zukünftig gelistet sein?

    Wer Ahnung von Google News hat wird bei den Ergebnissen, die sie präsentieren nur lächeln. Mit Google News ist deutlich mehr Traffic machbar, wenn man es richtig angeht und optimiert. Da sind 1.000 bis 3.000 Besucher ein Witz.

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  17. Jens Grochtdreis

    Danke für den sehr interessanten Einblick. Vor allem das Verhältnis zwischen Google-News und dem Rest finde ich interessant. Wobei die LSR-Fans ja eigentlich auch Google generell aussperren müssten, dann würden mal schnell die 40% rausfallen, die nicht wissen, dass man die URL direkt in den Browser eingeben kann.

    Übrigens kann ich in meinem aktuellen Firefox die erste Grafik nicht sehen. Das dürfte daran liegen, dass die Quelle bei Google (!) auf https liegt, dieses Blog hier aber http ist. Und wenn ich mich recht entsinne, mag Firefox diese Protokollvermischung seit der aktuellen Version nicht mehr.

    Grüße aus Mainz,

    Jens Grochtdreis

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  19. Jojo

    Einfach nur anhand von news.google.de zu vergleichen, erscheint mir doch etwas vorbei an der Realität. Die wahre Macht von Google News steckt doch in den Universal Search-Boxen als Teil der „normalen“ Suche. Was natürlich noch lange nicht bedeutet, das Google News für die Rhein Zeitung ein unverzichtbarer Besucherlieferant ist. Für lokale Nachrichten gelten hier sicherlich ganz andere Regeln und beim Thema Social Media ist man ja gut dabei.

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  20. Hans Maurer

    Rein gefühlsmäßig kann man das Ergebnis auch auf die Printausgabe umlegen. Sehr wenige dürften sich international für die Rhein-Zeitung interessieren. Die Hauptabonnenten sind eher bei am regionalen Geschehen interessiert.

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  21. Anne

    Wenn ich das also richtig verstehe, dann hat der ganze Aufwand kaum Konsequenzen, weder für die Zeitung noch für Google, denn über die Google-Suche, auf der ja Werbung angezeigt wird, wird weiterhin verlinkt, aber über Google News, wo keine Werbung geschaltet ist, eben nicht.

    So kann man sich seine Welt natürlich auch schönreden und irgendwie vergessen, dass man für nichts und wieder nichts ein Gesetz heraufbeschworen hat, das gerade für kleine und private Anbieter von Inhalten eine nicht zu unterschätzende Rechtsunsicherheit bedeutet.

    Gratulation!

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  22. Thomas Knüwer

    Tja, nur leider gibt es einen strukturellen Denkfehler in dieser Analyse. Denn die Suchtreffer aus Google umfassen auch Nachrichtenbestandteile. Wer nach einem Begriff sucht, bekommt einige Google-Bereich angezeigt, wie Registerkarten, Fotos – oder eben Nachrichtenschlagzeilen. Wer dann auf die Schlagzeile klickt nutzt faktisch Google News, der Referrer aber ist Google. SEO-Kenner meinen sogar, der wichtigere Teil der Google-News-Nutzung passiere hier. Sprich: Der Anteil von Google News am Traffic einer Seite ist größer, als ihn die news.google.de-Verweise anzeigen.

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  23. Bastian

    Wenn ohnehin kaum Traffic über GNews kommt, ist es natürlich einfacher darauf zu verzichten. Allerdings bleibt dann natürlich auch die Frage ob man dort nicht auch weiter hätte gelistet werden können, die Auswirkungen können dann ja auch nicht so gravierend gewesen sein.

    Interessant wäre es geworden, wenn das LSR in einer der ersten Versionen beschlossen worden wäre und damit auch der Traffic der Google Suche (und vielleicht auch der von Facebook) weggefallen wäre. Das hätte man dann nicht so einfach wegwischen können.

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