Rhein-Zeitung.de von heute an mit Bezahlschranke

So sieht eine Paywall aus: Diese Meldung bekommen Leser auf Rhein-Zeitung.de zu lesen, wenn sie zehn lokale Artikel oder Bilder aufgerufen haben.

So sieht eine Paywall aus: Diese Meldung bekommen Leser auf Rhein-Zeitung.de zu lesen, wenn sie zehn lokale Artikel oder Bilder aufgerufen haben.

Für unser Internet-Angebot Rhein-Zeitung.de ist dieser 4. November 2013 ein besonderer Tag. Redaktion und Verlag richten eine Bezahlschranke ein. Was für ein Böswort: Diese Bezeichnung wird nicht gerne gebraucht in der Medienszene.

Bedeutet es doch auf den ersten Klick, dass man dem Leser etwas vorenthält. Und das ist im ach so freien Internet nur schwer vermittelbar.

Dabei sehen wir Macher die Rhein-Zeitung im Internet keinesfalls als schwer vermittelbar an. Pioniere der Zeitung erfanden hier in Koblenz das E-Paper, und in Sachen Social Media gehört die RZ gewiss nicht an letzter Stelle der klassischen Medien einsortiert. Ja, auch wir von der Rhein-Zeitung haben uns dafür entschieden, eine Paywall einzurichten. Nicht, weil es eine Mode ist. Sondern weil wir nach 17 Jahren Internet-Erfahrung in das Erwachsenen-Zeitalter eintreten wollen.

Mehr und mehr steigt das Interesse an unseren Inhalten im Web, gleichzeitig sinkt die Auflage unserer auf Papier gedruckten Informationen und Nachrichten. Das liegt nicht an schlechteren Leistungen der Redaktion, sondern an geänderten Lesegewohnheiten.

Die Zugriffszahlen auf Webinhalte steigen stetig, das Interesse an mobil verfügbaren explodiert. Kein Betreiber regionaler Nachrichten kann an dieser Entwicklung vorbeigehen. Unser starkes Engagement bei Social Media trägt dem Rechnung: Facebook, Twitter und Co. sind viel schneller und besser als wir auf den mobilen Geräten. Also nutzen wir deren bessere Technik huckepack, um unsere Inhalte bekannt zu machen. Gleichzeitig versuchen wir, in Sachen Technik nachzuziehen und aufzuschließen. Die Gestaltung unserer Zeitung als App ist das eine. Sie wird weiterentwickelt, auch als lange ersehnte App für Android. Das andere ist der Ausbau unserer digitalen Inhalte im Web.

Der gestrige Sonntag war dazu ein passender anderer besonderer Tag für Rhein-Zeitung.de: Da wurde unsere Web-Reportage Arabellion für den Reporter-Preis 2013 nominiert. Sie zeigt: Im Web kann man Leser gewinnen. Und auch falls meine Kollegen Dietmar Telser und Thorsten Schneiders damit keinen Preis gewinnen sollten: Die Nominierung deutet darauf hin, dass wir bei unseren Aktivitäten im Web Interesse bei Lesern durch aufwendige Recherche und liebevolle Gestaltung erzeugen.

Noch viel mehr treiben uns die Reaktionen im Social Web. Das ist täglicher Ansporn. Daraus ergibt sich ein ganzes Universum an Nachrichtengeschehen, das vor allem unser Social-Media-Redakteur Lars Wienand täglich aufs Neue und auch nächtens im Web, für den Print, fürs E-Paper und wiederum in Social Media selbst befruchtet.

Unsere Bezahlschranke funktioniert so, dass zehn Artikel und Bilder im Monat weiterhin frei zu haben sind. Auch Links aus Facebook oder Twitter führen stets zu frei verfügbaren Inhalten. Ebenso sind alle überregionalen Inhalte frei. Unsere Kernleistungen aber, unsere lokalen Inhalte, werden nur für unsere Abonnenten zugänglich (weitere Informationen in unserer Liste der häufig gestellten Fragen – FAQ).

Daraus gilt es Woche für Woche, Tag für Tag mehr zu machen. Ich bin meinem Verlag und meinem Chefredakteur dankbar dafür, dass sie unsere digitalen Kräfte zurzeit verstärken. Machen wir was daraus, etwas Gemeinsames mit unseren Lesern, den Informanten im Digitalen. Im Grunde gründen wir gerade einen Klub von Interessierten, mancherorts gerne als Community oder Salon bezeichnet. Wir begründen hier gerade die Rhein-Zeitung-Leserschaft auch im Digitalen, mitsamt kleinen, mittleren, großen und größten Leserschaften. Auf welchem Weg sie uns lesen und wahrnehmen, ist dabei gar nicht so wichtig. Als Spinne im Netz spinnen wir Fäden zu allem und jedem insbesondere aus der Region. Und ja: Das machen wir nicht kostenlos.

Machen Sie mit? Wir sind noch ganz am Anfang.

Von Marcus Schwarze, Redakteur Rhein-Zeitung

 

 

Marcus Schwarze

6 Gedanken zu „Rhein-Zeitung.de von heute an mit Bezahlschranke

  1. Trainee

    Hört sich insgesamt nach einem sehr fairen Angebot an. Gute Leistungen sind eben nicht für umsonst zu haben. Im Gegenteil – kostenlose Angebote sind auch im Internet eher dubios ;-)

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  2. Axel Mross

    Heute bin ich beim Lesen von EPaper plötzlich rausgeschmissen worden und kann mich nun nicht mehr anmelden. Und das nach vielen Jahren als EPaper-Kunde.
    Handelt es sich hier um einen technischen Fehler oder sind die “Altkunden” von EPaper auch betroffen?

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    1. Marcus Schwarze Artikelautor

      Das sollte nicht sein. Es wurden heute Mittag Arbeiten am System vorgenommen, möglicherweise kam es deswegen dazu.

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  3. Stefan Klein

    Ich habe bis hierhin gelesen: “Und das ist im ach so freien Internet nur schwer vermittelbar.” Nur 3 Sätze, bis es wieder um das ach so böse Internet geht. Scheinbar kann eine deutsche Zeitung nicht ohne diesen Unterton argumentieren. Im übrigen ist es eben nicht schwer vermittelbar, die Menschen sind bereit, für gute Leistung im Internet auch zu bezahlen. Es gibt genügend Beispiele, die das beweisen. Zahlen die Leute nicht, stimmt die Leistung nicht oder die Zugangshürden sind nicht einfach genug. Das ist aber euer Problem, nicht das der Leser, nicht das des Internets. Liest man euren Text zur Paywall, wird man das Gefühl nicht los, ihr würdet euch rechtfertigen. Selbstbewusstsein sieht anders aus. Ein benutzerfreundliches Anmelde- und Bezahlverfahren im übrigen auch.

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  4. Fritz - Ulrich Hein

    Tja, dann haben Sie wohl einen Newsletter-Abonnenten weniger. Ich kaufe mir ca. 3x wöchentlich am gleichen Tag die RZ, den TV und die Godesberger Zu gleichen Artikel, um diese zu vergleichen. Denn nicht jede Tageszeitung berichtet seriös oder unterschlägt Nachrichten. So gehören neben einigen seriösen Onlineausgaben deutscher Verlage auch der Standard, TT, VOL und bazonline. Diese berichten oft über Vorkommnisse in Deutschland, die hier nicht berichtet werden und stelle diese Artikel ins Internet.
    Wenn ich mir als Rentner nun von allen Zeitungen Abonnements holen soll, hab ich nichts mehr zum Leben, Bleibt nur eines: Servus RZ, es war nett mit Euch.

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    1. Marcus Schwarze Artikelautor

      Lieber Herr Hein, wenn Sie dreimal wöchentlich die RZ kaufen, zahlen Sie zurzeit im Monat 18 Euro. Für fünf Euro mehr wäre bei uns das Digitalabo zu haben: Damit bekommen Sie die RZ sechsmal wöchentlich als E-Paper für den Browser plus unser Online-Angebot Rhein-Zeitung.de freigeschaltet. Wenn Sie wollen, kann einer meiner Kollegen Sie dazu gerne kontaktieren und auch Alternativen aufzeigen.

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