Internet-Flashmob sprengt Online-Umfrage

Auf unsere Umfragen war ich immer ein bisschen Stolz, bei früheren Wahlen lagen sie erstaunlich oft nah am Ergebnis. Natürlich haben wir Onliner unsere Umfragen nie für repräsentativ gehalten, aber sie zeigten doch eine glaubwürdige Momentaufnahmen der politischen Stimmung der im Netz Aktiven. Von dieser Idee müssen wir heute Abschied nehmen.

Diese Umfrage mit garantierter 100-Prozent-Gewinnchance fand nicht jeder lustig.

Nicht jeder fand diese Umfrage mit garantierter 100-Prozent-Gewinnchance lustig.

In Twitter riefen Netz-Aktivisten dazu auf, bei uns für „Andere Partei“ zu stimmen(wir führen nur die in Parlamenten vertretenen Parteien auf). Twitter ist ein netzmächtiges Medium: Binnen zweier Stunden waren die „Anderen“ die Stärksten. Ein Bild, das natürlich nicht annähernd die Wirklichkeit außerhalb des Netzes widerspiegelt. Damit uns der „normale Leser” nicht für verrückt erklärt, habe ich die Stimmen für „Andere“ aus dem Ergebnis entfernt und mir den Scherz erlaubt, den „Piraten“ und ihren Freunden eine eigene Abstimmung zu widmen: mit der garantierten Chance auf 100 Prozent! Aber diese feine Ironie 😉 kommt überhaupt nicht gut an, sind Piraten etwa humorbefreit?

Die offiziellen scheinen Humor zu besitzen: sie finden unsere Idee einer 100-Prozent-Piratenpartei durchaus „netzaffin“ (kein Wunder, jeder Funktionär einer  anderen Partei dürfte ob dieser Mobilisierung vor Neid erblassen). Anders aber der „Internet-Flashmob”. In unserem Forum und in Twitter werden wir als netzuntauglich und demokratie-feindlich beschimpft. „Ihr verspottet gerade die Leute, die maßgeblich an der technologischen weiterentwicklung und Wissenssicherung arbeiten und zeigt damit, dass ihr geistig noch in der Steinzeit lebt“, schreibt Dieter aus München (vielleicht meint er das auch ironisch?). Lieber Dieter, wir verteidigen in allen Kommentaren die Freiheit des Netzes, schreiben für Datenschutz und führen seit fünf Jahren einen eigenen Wikipedia-Mirror! Wie setzen seit 15 (!) Jahren ausschließlich auf Linux und Open Source, schreiben gegen und ich habe selbst freigegeben. Haben Sie schon eigentlich schon mal eine Rhein-Zeitung in der Hand gehalten oder unser RZ-Online-Angebot wirklich durchgeschaut?

Der Aufruf zur Abstimm-Stampede

Der Aufruf zur Abstimm-Stampede

Noch besser finde ich den Schreiber, der sich extra an unserem Forum angemeldet hat, damit er uns Extra-Arbeit machen kann, wenn er sich wieder abmeldet. Macht er nicht: Alle seine Beiträge und sein Account werden ganz automatisch aus der Datenbank gelöscht, garantiert rückstandsfrei.

Jetzt nehmen wir Abschied von unserer guten (und wirklich alten) Umfrage, die bis zum heutigen Ansturm standgehalten hat. Eingeschmuggelte Stimmen wie „Die RZ stinkt”, sogar hineingeheimster JavaScript-Code, machen sie unbrauchbar. Das ist ein bisschen wie der Einbrecher, der dem Hausbesitzer die Schuld zuschiebt: Er hätte ja Sicherheitsschlösser verwenden können.

Trotzdem werde ich weiterhin gegen Netzsperren schreiben und mich für Open Source einsetzen und auch mal einen Scherz in Zeiten von Web 2.0 versuchen, auch wenn den nur die echten Piraten verstehen.

Jochen Magnus

95 Gedanken zu „Internet-Flashmob sprengt Online-Umfrage

  1. Daniel

    Go on RZ. Lasst euch von solchen Überfällen nicht allzu sehr desorientieren. Die wird es immer wieder geben (auch wenn das Thema Netzpolitik endlich ernster genommen wird und die Nutzer nicht mehr auf Grund ihrer gefühlten Bedeutungslosigkeit zu Ausfällen neigen). Ich bin auch Piraten Sympathisant und sehe großes Potential in der Partei und fand den Scherz gelungen 🙂

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  2. Leitkultur

    Lieber @Andreas,

    Die Pressemitteilung legt die Intention des Gesetzes offen und ist in der Auslegung des verabschiedeten Gesetzes sehr klar und eindeutig. Ich sehe da keinerlei Probleme und mir sind da auch keine bekannt.
    Was ich allerdings weiß, ist, dass es bei den ersten Entwürfen dieses Gesetzes viel Diskussionen von Experten gab, die eben jene von Ihnen oben aufgeführten Gefahren der Kriminalisierung ganz normaler sexueller Entwicklung von Jugendlichen sahen und dass eben genau deshalb das Gesetz dahingehend entschärft und klarer formuliert wurde, bevor es zur Verabschiedung kam.
    Wie so oft wurde den Diskussionen aber leider mehr Aufmerksamkeut geschenkt als der Überarbeitung des Gesetzes. So kommt es bis heute immer wieder zu den durchs Netz fliegenden Horror-Auslegungsszenarien wenn es um dieses Gesetz geht.

    Mir ist übrigens aus der Rheinzeitung weder im Print noch Online ein Artikel zu Jörg Tauss gegenwärtig, der ihn vorverurteilt hätte oder mit Wirbel machendem Journalismus in Zusammenhang zu bringen wäre.

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  3. Leitkultur

    Lieber @Andreas,

    Die Pressemitteilung des BMI legt die Intention des Gesetzes offen und ist in der Auslegung des verabschiedeten Gesetzes sehr klar und eindeutig. Ich sehe da keinerlei Probleme und mir sind da auch keine bekannt.
    Was ich allerdings weiß, ist, dass es bei den ersten Entwürfen dieses Gesetzes viel Diskussionen von Experten gab, die eben jene von Ihnen oben aufgeführten Gefahren der Kriminalisierung ganz normaler sexueller Entwicklung von Jugendlichen sahen und dass eben genau deshalb das Gesetz dahingehend entschärft und klarer formuliert wurde, bevor es zur Verabschiedung kam.
    Wie so oft wurde den Diskussionen aber leider mehr Aufmerksamkeut geschenkt als der Überarbeitung des Gesetzes. So kommt es bis heute immer wieder zu den durchs Netz fliegenden Horror-Auslegungsszenarien wenn es um dieses Gesetz geht.

    Mir ist übrigens aus der Rheinzeitung weder im Print noch Online ein Artikel zu Jörg Tauss gegenwärtig, der ihn vorverurteilt hätte oder mit Wirbel machendem Journalismus in Zusammenhang zu bringen wäre.

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  4. Andreas

    Ja wo ist denn mein letzter Post hin?
    http://www.morgenpost.de/brandenburg/article1095346/Landrat_wegen_Kinderpornografie_verurteilt.html
    Morgenpost: Landrat wegen Kinderpornografie verurteilt

    http://www.welt.de/politik/article3332255/Kinderporno-Verdacht-auch-bei-der-CDU.html
    Welt.de: Kinderporno-Verdacht auch bei der CDU

    http://www.topnews.de/ehemaliger-cdu-abgeordneter-wegen-kinderpornografie-verurteilt-313378
    topnews: ehemaliger CDU-Abgeordneter wegen Kinderpornografie verurteilt

    http://www.focus.de/politik/deutschland/kinderporno-verdacht_aid_93085.html
    focus: Kinderporno-Verdacht – CDU-Abgeordneter hört auf

    Das sind vier Fälle in der CDU zwischen 2005 und 2009. Seltsam nur, dass bei keinem dieser Fälle auch nur annähernd so ein Wirbel gemacht wird wie um Herrn Tauss.
    Aber ist ja logisch: Die Bild als CDU-Parteiwerbung berichtet nicht über diese Fälle und folglich auch die ganzen Abschreiberlinge nicht. Das hat it Qualitätsjournalismus nichts mehr zu tun.

    Wo sind die Artikel zu diesen 4 CDU-Fällen bei der RZ?

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  5. Andreas

    Was wohl im Ernstfall gilt? Der Gesetzestext oder eine Pressemitteilung…?
    Und weil es so gut passt:
    welt.de: Kinderporno-Verdacht auch bei der CDU
    http://www.welt.de/politik/article3332255/Kinderporno-Verdacht-auch-bei-der-CDU.html
    focus.de: Kinderporno-Verdacht CDU-Abgeordneter hört auf
    http://www.focus.de/politik/deutschland/kinderporno-verdacht_aid_93085.html
    topnews.de: ehemaliger CDU-Abgeordneter wegen Kinderpornografie verurteilt
    http://www.topnews.de/ehemaliger-cdu-abgeordneter-wegen-kinderpornografie-verurteilt-313378

    Das sind 3 Fälle von 2005 bis heute.
    Tja, ist halt ein Unterschied ob man in der C*U oder eben einer anderen Partei steht. Und man sieht auch recht schnell, wer nichts anderes als ein Bild-Abschreiber ist. Nämlich alle jenen, die sich jetzt so über Tauss aufregen und ihn vorverurteilen, über die anderen 3 nicht berichtet haben.
    Wo sind die RZ-Artikel zu den 3 CDU-lern?

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  6. Leitkultur

    Lieber @Andreas,

    was die Gesetzgebung wegen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen und Kinderpornografie betrifft, empfehle ich die Lekture der entsprechenden Pressemitteilung des Ministeriums vom 20. Juni 2008, in der genau die von Ihnen aufgefriffenen Sachverhalte ins richtige Licht gerückt werden:

    http://www.bmj.bund.de/enid/0,3f8a56636f6e5f6964092d0935323239093a095f7472636964092d0935323333/Pressestelle/Pressemitteilungen_58.html

    PS: nehmen Sie diese Pressemitteilung und stellen Sie sie Ihren Mitgliedern doch als Service zur Verfügung. Einfach ausdrucken und im Falle eines Falles vorlegen! ;o))

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  7. Andreas

    Ich habe mich mit der Geschichte um Hern Tauss auch im direkten kontakt schon auseinander gesetzt. Der einzige Fehler in meinem obigen Text ist, dass es nicht 32 sondern 35 MB sind.
    Der Rest stimmt.
    Auch das mit der Jugend- und Anscheinsjugendpornographie ist so mittlerweile deutsches Gesetz. Wenn der Richter meint, es könnte ein Kind sein, dann ist es eins. Selbst wenn der Ausweis auf seinem Tisch liegt und die gute Frau 45 Jahre alt ist.
    Und wieso sollte es die Sperrgegner stören, wenn künftig ILLEGALE* Inhalte aus dem Netz gelöscht werden? Das ist auch heute schon völlig normal und dagegen hat mit Sicherheit keiner etwas einzuwänden. Webinhalte werden auch jetzt schon kontrolliert und dagegen ist ebenfalls nichts einzuwenden. ‚Internetstreifen‘ wird das gerne genannt. Nun, so lange es sich da um öffentliche Webseiten z.B. handelt ist daran nichts auszusetzen. Ist wie die Streife auf der Straße.
    ABER: die echte Streife darf dadurch nicht zu kurz kommen. Ich weiß, dass bei uns für den gesamten Landkreis an einem Samstag Abend genau EIN Streifenwagen auf der Straße ist.

    *Hier genau ist der Unterschied. Um etwas zu löschen bedarf es einen Richter, der das ganze als illegal einstuft und dann muss der Provider das löschen. Bei den Sperrlisten sagt ein BKA-Beamter, dass die Seite des Fußballvereins gegen den sie am Wochenende verloren haben illegal sei und setzt den auf die Sperrliste. Und das ist der große Unterschied!
    Löschen STATT Sperren!

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  8. Leitkultur

    Lieber @ Andreas,
    vielleicht sollten Sie sich erst einmal direkt bei Herrn Tauss über den Sachverhalt informieren, bevor Sie hier in Bildmanier irgendwelche Dinge und Behauptungen zu „Tatsachen“ zusammenbasteln!
    Und was Ihre anderen Feurio-Szenarien betrifft, dass nach dem Gesetz jetzt plötzlich alle und jeder als Besitzer von kinderpornografischen Darstellungen hingestellt werden könne, so rate ich auch da zu einer bisschen weniger scheuklappengetriebenen Informationsbeschaffung und -verarbeitung.
    Damit wir uns nicht missverstehen: ich halte auch nichts von den Stoppschildern und Netzsperren, weil sie nicht wirklich eine Problemlösung gegen die Anbieter und Konsumenten von Kinderpornografie darstellen.
    Nur wird – so steht es zu befürchten – die weitaus sinnvollere direkte Löschung der Inhalte den Piraten wahrscheinlich genauso wenig schmecken, weil sich dieses Vorgehen ja ebenso gegen missliebige Inhalte jedweder Art einsetzen ließe und genauso vorraussetzt, dass da Webinhalte irgendwie kontrolliert werden….

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  9. Stefan

    Bitte jetzt keine Grünanmache durch Piraten.
    Im übrigen: Winkler ist so viel on twitter und im Internet aktiv, dass er sein Bundestagsmandat meines Erachtens (!) genauso schwach wahrnimmt wie FDP-Brüderle.
    Dennoch wähle ich grün – weil die andern noch schlechter sind!

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  10. JPD

    Lieber Herr Winkler,

    erklären Sie mir bitte was Sie unter „“piraten”-mäßig erlaubten Mitteln“ verstehen.

    Die „Grünen“ sind für mich schon lange nicht mehr wählbar und sind kaum noch zu unterscheiden von den anderen Parteien im Bundestag. Der Wechsel von Herrn Herbert Rusche von den Grünen zur Piratenpartei bestätigt dies nochmal.

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  11. Stefan

    Schön, dass hier auch der grüne Bundestagsabgeordnete Winkler schreibt. Schöner wäre aber, wenn er auch die Fragen die bei RZO an ihn gestellt wurden beantworten würde.
    Wir warten schon seit über einem Tag. Oder sollen wir auch links wählen?

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  12. Andreas

    In Deutschland gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung. So lange er nicht rechtskräftig verurteilt wurde, ist er folglich unschuldig.
    Man sollte sich übrigens auch mal mit den wahren Fakten vertraut machen und nicht nur das glauben, was Bild und deren Abschreiber als solche Verkaufen!
    Es geht insgesamt um Daten mit dem Volumen von 32 MB. Und bei dieser geringen Menge ist dann noch nicht mal durch einen Richter (!!) geklärt, ob das überhaupt kinderpornographisches Material ist. Bei der aktuellen Gesetzeslage lässt sich ALLES als KiPo auslegen. Es muss nur einer der Meinung sein, dass es das ist. Dazu gehören auch Mangas, Bilder der eigenen Kinder z.B. beim Baden oder Wickeln, oder auch Omas mit Lutscher und Zöpfen. Ja, so krank sind unsere Gesetzgeber. Man fasst das ganze nämlich schon so weit, dass man im Zweifelsfall einfach jeden damit dran kriegen kann. Und bei ‚Killerspielen‘ wird das selbe probiert. Es gibt bis heute keine Definition, wann ein Spiel ein Killerspiel ist! Bei Schach und Mensch ärgere dich nicht gehört es auch zum Spiel, den anderen zu ‚töten‘. Und das ist real. Wir dagegen haben ein paar bunte Quadrate, die sich bewegen. Und wer sagt, mit einer Maus in der Hand lerne man das Schießen auf Menschen, kann geistig nicht normal sein. Man lernt das Schießen mit Waffen unter Anderem in Schützenvereinen und der Bundeswehr.
    Zurpck zu Tauss: Am Anfang hieß es noch, es seien mehrere DVDs voll mit KiPo-Material beschlagnahmt worden. Fakt ist aber, das einzige belastende Material waren die 32 MB auf seinem Handy. Eine solch geringe Menge ist ein Indizienbeweise für §184b Abs 5 StGB. Des weiteren hat er bereits bis auf sein Handy alles zurück erhalten weil ‚kein belastendes Material gefunden‘. Es wird also auch nicht mehr werden als die genannten 32 MB.

    Ganz davon ab: Frau von der Leyen, die bei ihrem Ministerposten weder eine Immunität hat, noch dienstliche oder berufliche Pflichten nachweisen kann, hat dieses Zeug auf einer Pressekonferenz ÖFFENTLICH vorgeführt. Die Strafanzeigen wurden allesamt sofort abgelehnt. Begründung dafür gibt es bis heute keine!

    Und zu guter Letzt: Der Ministerpräsident von Thüringen ist wegen Totschlags rechtskräftig verurteilt. Er hat eine Ehefrau und Mutter getötet! Aber im Vergleich zum Besitz (er hat weder mittelbar noch unmittelbar einem Kind etwas angetan) von 32 MB Bilder mit eventuell verbotenem Inhalt, ist die Tötung eines Menschen natürlich eine Lapalie. Deswegen ist der Herr Althaus auch immer noch Ministerpräsident (trotz seines Rücktritts) und es wird auch nicht alle Nase lang eine Schmutzkampagne mit falschen Anschuldigungen gefahren.

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  13. Paul J. Hahn

    Nochmals zur „parlamentarischen“ Vertetung der Piraten im aktuellen Bundestag: Ist es wirklich positiv wählerwirksam und förderlich solch einen Mann sein Eigen zu nennen:

    Anklage gegen Tauss wegen Kinderporno-Vorwürfen

    Karlsruhe – Gegen den unter Kinderporno-Verdacht stehenden Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss ist Anklage erhoben worden. Tauss wird verdächtigt, in mehr als 100 Fällen Dateien mit Kinderpornos «erlangt, weitergegeben und besessen zu haben», so die Staatsanwaltschaft Karlsruhe. Der Ex- SPD-Abgeordnete bestreitet die Vorwürfe. Er gibt aber an, im Zuge von Recherchen gegen einen Kinderporno-Ring aktiv geworden zu sein. Der Bundestag hatte gestern die Immunität von Tauss aufgehoben.

    Mi, 09. Sep. 2009, 14:16 © Rhein-Zeitung & dpa-infocom

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  14. Josef Winkler

    Lieber Jochen Magnus, ich fand die Reaktion von Euch zu 100 % verständlich. Die Piraten haben gerade einen absoluten Höhenflug psychischer Art. Da ist jede andere Meinung unerwünscht und wird technisch mit allen Mitteln die „piraten“-mäßig erlaubt sind unterdrückt. Das nervt mich schon länger, ist aber mit dem wohl 95 – bis 99 %-igen Männeranteil der Piraten erklärbar, da ist sehr viel Machismo im Spiel…

    Weiter viel Erfolg bei Eurer Online-Arbeit – auch und gerade in Wahlkampfzeiten.

    Josef Winkler, MdB

    Antworten
    1. Jochen Magnus

      Hallo Josef,

      Danke für die aufmunternden Worte! Ich fand manche Töne auch zu schrill, aber am Ende hat es sich ja wieder beruhigt. Trotzdem geben mir die (ernsthaften) Piraten zu denken: Bei den etablierten Parteien ist die Netzproblematik nicht richtig angekommen bzw. wird nicht offensiv genug vertreten.

      Beste Grüße

      Jochen

      Antworten
  15. D. Hubertus

    @Leitkultur: Wir reden aneinander vorbei.

    Sie reden (und ein wenig lästern Sie auch) über Piraten, ich über Medienkompetenz, Internetillusionen und übertriebene Eitelkeiten.

    Beim bayrischen Focus wurde vor einiger Zeit der sympathischste Fußballverein gewählt. Es wurde nicht Bayern, nicht Schalke oder Dortmund, sondern mit großem Abstand … der 1. FC Köln. Er konnte seine Fans besser mobilisieren. So viel zur Bedeutung von Internetumfragen. Bei Focus hatte sich übrigens niemand gekränkt aufgeregt, denn die wissen wohl, was von ihren Internetumfragen zu halten ist, und sie nehmen sich selbst wohl auch nicht so wichtig.

    Dass Sie sich um das Seelenheil jugendlicher Piratenwähler sorgen, die vom BT träumen, ehrt Sie, aber ich glaube nicht, dass ein zu erwartendes Wahlergebnis von 2% jemanden in Depressionen oder den finanziellen Ruin treiben wird. Es soll ja auch Parteien geben, die an eine Kanzlerschaft oder eine rot-grüne Mehrheit glauben – hier wäre Mitleid nach der Wahl wirklich angebracht, wenn erwartete Karrieren scheitern und sich dies im Geldbeutel bemerkbar macht.

    Antworten
  16. Kai

    Also ich fand das lustig, obwohl ich Pirat bin. Allerdings dachte ich zuerst an einen Hack der Seite, denn soviel Humor traut man ja erst mal niemandem zu.
    Weiter so! .. ähh, ich meine Ahoi!

    Antworten
  17. Leitkultur

    Es sind keine Krokodilstränen geflossen, lieber @Hubertus. ;o) WENN mein Augenmakeup zerfließt, sind meist Lachtränen dran schuld.

    Was mich umtreibt, ist was ganz anderes. Sie reden hier von technischer Kompetenz. Die will ich Ihnen und dem Großteil der Piraten gar nicht absprechen – aber wie sieht es bei der menschlicher Kompetenz aus? Wer bei den Piraten macht sich denn Gedanken, wie und womit diejenigen der Jungpiraten aufgefangen werden sollen, wenn die Wahl und die gepushte Hochstimmung über „fantastische“ Umfrageergebnisse im Web vorbei sind und die Realität was ganz anderes zeigt?

    Dass viele der Piraten sich dieser Realität bewusst sind, glaube ich ja gerne – aber einem mindestens genauso großen Teil der bsiher eher politikunerfahrenen Jungpiraten ist das eben NICHT bewusst und DAMIT sollten sich die Piraten so schnell wie möglich auseinandersetzen.

    Ich habe die letzten Monate mit vielen jungen Menschen gesprochen, die ich oben als „Kajütenjungs“ bezeichnet habe und dabei habe ich immer wieder eben genau diese Selbstüberschätzung fetsstellen müssen, die dadurch gar nicht mehr bereit waren, sich mit anderen Optionen als einem triumphiralen Einzug in den BT auseinanderzusetzen. Woher das kommt, ist klar, da die meisten davon ihr Leben und ihre Kontakte über das Web erleben und dort eben dieser Eindruck entsteht.
    Und ja, das beunruhigt mich enorm, weil ich eben aus diesen Gesprächen weiß, welche Gefahren mit so einer Fehleinschätzung und der daraus möglichen Frustration einhergehen können. Umso mehr, als Ihr nach wie vor ein sehr großes Problem mit dem Zuwachs aus allen möglichen extremistischen Gruppierungen habt, die Euren „Freiheitskampf“ für ihre extremistischen Süppchen nutzen/missbrauchen wollen. Ein paar solcher Fälle musstet Ihr ja schon erleben.
    Mir haben sich bei vielen diese Gespräche die Fußnägel gerollt, als mir als Grund für ein Scheitern am Einzug in den BT dann die aus der rechtsextremen Ecke immer wieder gern genannten Interessengruppen an unserer angeblichen Unterdrückung genannt wurde… keine Ahnung, woher sie das haben aber sie schienen davon recht überzeugt zu sein.

    Dass weder der Vorstand (dem ja schon beim Versuch etwas Struktur in das Piratenforum zu bringen sofort unterstellt wurde, er wolle Freiheiten beschneiden und mit Abwahl gedroht wurde) noch den Ebenen direkt darunter, momentan die Zeit und Energie dafür haben, sich genau darum zu kümmern, kann ich verstehen. Nur wird das Gefahrenpotenzial deshalb nicht geringer, dass diese Leute bei Euch Mehrheiten schaffen, die eben nur für ihre extremistischen Ziele Freiheit wollen und dafür die Freiheit und Rechte anderer beschneiden.

    Je größer der Frust nach der BTW (dabei geht es nicht um 40%, sondern überhaupt den Einzug in den Bundestag!!), desto größer sehe ich das Potenzial, dass diese extremistischen Kräfte mit ihren einfach gestrickten Lösungen und Feindbildern das dazu nutzen, sich noch besser zu positionieren.
    Ich würde mir wünschen, dass diese Bedenken von Euch ernst genommen werden und nicht durch „Du hast ja keine Ahnung – lies doch erstmal…“ weggedrückt werden.

    Und wenn ich von gefaket schreibe, meine ich das auch so – wollen Sie mir wirklich erzählen, gerade mit technischer Kompetenz wüsste man nicht, wie man bei solchen Online-Umfragen mehrmals abstimmen kann? Sind es nicht gerade die Anhänger der Piraten, die sich mit Tools (Tor, Privoxy ect.)des schnellen IP-Wechsels auskennen?? ;o)
    Mal ganz davon abgesehen, dass mir sehr viele Jungpiraten in persönlichen Gesprächen grinsend genau davon erzählt haben, dass diese Tools auch bei solchen Abstimmungen benutzt werden.
    Im Übrigen hab ich nicht geschrieben, dass die etablierten Parteien nicht versuchen, sich über Abstimmungen zu positionieren und natürlich sind es nicht nur Umfragen, über die sie ihre Strategien ausrichten…. ich war hier schon davon ausgegangen, dass klar ist, dass das ungemein vielschichtiger ist.

    Und damit wir uns nicht missverstehen: Ich sehe das Potenzial und die Chancen, die die Piraten haben, wenn es darum geht, Politik neu und direkter zu erleben/erfahren und auch umzusetzen. Das begrüße ich. Aber ich würde mir wünschen, dass es einen weniger in Lager eingeteilten Stellungskampf mit den Menschen gäbe, die auch die Gefahren sehen, die damit verbunden sind. Nicht jeder davon ist der „Feind“! :o))

    Antworten
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  19. D. Hubertus

    Leitkultur schrieb:
    „Und nein, @ D. Hubertus, SPD, CDU, die Linke, FDP oder Grüne mobilisieren gerade im Vorfeld von wichtigen Wahlen nicht ihre Basis, um Abstimmungen zu beeinflussen: die wollen nämlich wirklich wissen, wo sie beim Wähler stehen“

    Internet-Umfragen sind, im Gegensatz zu professionellen Umfragen, wenig valide. Hier wird, auch bei großen Zeitungen, sehr viel Unfug bis hin zur Manipulation durch suggestive Fragen betrieben. Wer diesen Umfragen Glauben schenkt, sollte – auch als Partei – seine Medienkompetenz hinterfragen. Wenn sich jemand in seinem Wahlkampf, wie Sie behaupten, nach Internetumfragen richtet, zeugt das von mangelnder Kompetenz. Für so naiv und inkompetent können Sie die Wahlkämpfer der etablierten Parteien doch nicht wirklich halten?

    Sie behaupten, die Umfrage sei gefälscht, Sie unterstellen mit dem Begriff des Fakens sogar eine Art von Betrug, nur, weil die Umfrage bewusst fachliche Mängel (Stichprobe) in Kauf nimmt und diese in diesem Jahr durch eine technisch kompetente Partei offensichtlich werden. Das ist schon ein starkes Stück. Parteien mobilisieren im Wahlkampf unterschiedlich, und ich fand die Aktion der Piraten durchaus amüsant. Ich hätte Ihnen jetzt nicht ernsthaft diese hohen Wahlergebnisse zugestanden und die Umfrage – wie viele andere auch – mit einem Schmunzeln quittiert. Ich nehme an, dass die RZ ihre Wahlumfragen nun nicht mehr ganz so ernst nimmt, und das ist doch auch schon was wert.

    Wenn Sie in Bayern eine Wahlumfrage tätigen, wundern Sie sich nicht, dass die CSU vorne liegt. Wenn Sie im Internet eine Umfrage zu Pusemuckel durchführen, werden die Einwohner von Pusemuckel überdurchschnittlich abstimmen. Aber wenn eine technikaffine Partei im Internet aktiver als andere ist, rollen die Krokodilstränen. Warum?

    Antworten
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  21. Andreas

    Hm, scheint kein einziger Zeitungsleser unter den Kommentatoren zu sein. Also, wer es nicht weiß: Die Aktion und der Blogeintrag hat es als Kommentar auf Seite 1 (!) der Rhein-Zeitung geschafft. Eine bessere Werbung kann es wohl nicht geben. Um es mal abgewandelt mit den Worten von @RZChefredakteur zu sagen: „Online wirkt.“

    Ich hab mich jedenfalls sowohl über die Umfrage als auch den „Kotau“ vor den Piraten schlapp gelacht.

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  22. piratenstatistiken

    Wenn es sich tatsächlich um IP Spoofing gehandelt hat, war die Reaktion die einzige vernünftige. Allerdings ist es durchaus möglich, dass, wenn man mit anderen Onlineumfragen vergleicht, überhaupt nicht manipuliert wurde 😉

    Jedenfalls die Extraumfrage für die Piraten hat einiges wieder gut gemacht. Ihr seid wenigstens nicht so frech wie StudiVZ und nennt die Piraten gleich mal eben „PRATENPARTEI“ (studivz.net/Wahlzentrale)

    Antworten
  23. Francis Drake

    @Leitkultur: „ausser Freiheit im Internet fehlen Themen“ – BLABLA! Einmal bitte unser Wahlprogramm lesen und klüger sein um in Zukunft besser fronten zu können (Dein gutes Recht uns so heftig wie Du möchtest zu kritisieren). Wir setzen uns für Freiheit und Bürgerrechte ein – das hat nicht zwingend mit Internet zu tun.

    Die Piraten wissen sehr wohl um ihre Überpräsenz im Netz, niemand wundert sich, wenn Die Piraten bei der BTW keine 40% holen, so wie im VZ 😀

    Daher wird auch gar nichts passieren nach der Wahl in Bezug auf Anschuldigungen in irgend eine Richtung. Und von „faken“ kann so oder so nicht die Rede sein. Hier wird nicht „gefaket“. Wir sind die Macht im Netz. Basta.

    Antworten
  24. Leitkultur

    In einem haben sich die Piraten wohl schon an die etablierten Parteien angepasst: Ihre Selbstberschätzung ist schon erstaunlich.

    Aber es ist leider auch nichts anderes zu erwarten, denn außer Freiheit im Internet fehlen Themen, über die sie sich definieren können – da müssen eben „Feinde draußen“ her, damit man sich positionieren kann….

    Und nein, @ D. Hubertus, SPD, CDU, die Linke, FDP oder Grüne mobilisieren gerade im Vorfeld von wichtigen Wahlen nicht ihre Basis, um Abstimmungen zu beeinflussen: die wollen nämlich wirklich wissen, wo sie beim Wähler stehen und da sind solche gefakten Abstimmungen kontraproduktiv, weil sie eben nicht die Realität widerspiegeln und keinerlei Aufschluss darüber geben, wo man sich wie besser positionieren muss, um noch ein paar Prozentpünktchen zuzulegen.

    Dass die Piraten solche Überlegungen nicht anstellen, vertieft ja aber gerade die Selbstüberschätzung, der viele an der Basis unterliegen.
    Das mag ja die Stimmung kurzzeitig bei den Kajütenjungs der Piraten steigern und dazu führen, dass sie ob dieser glänzenden Unfrageerbenisse noch motivierter wahlkämpfen. Aber was passiert dann nach der Wahl, wenn die Kajütenjngs feststellen, dass das in ihrer Webwelt alles nur gefaket war?
    Ich bin mal gespannt, wer dann als der Böse herhalten muss, wenn das Wahlergebnis dann ein reales Bild der Wähler wiedergibt…

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  25. D. Hubertus

    Ich sehe hier keinen Flash-Mob, aber es hört sich natürlich reißerischer an als eine seriöse Überschrift.

    Bei Internetumfragen mobilisieren häufig Interessenverbände, weshalb sie (jenseits eines bloßen Unterhaltungswertes) nur mit Vorsicht zu genießen sind. Im heutigen Wahlkampf erwarte ich sogar, dass sich die wahlkämpfenden Parteien einbringen, alles andere wäre naiv und unterstellt den Wahlkämpfern implizit Desinteresse, Unprofessionalität und fehlende Medienkompetenz.

    Mit Sicherheit wurde bei allen Parteien, auch bei CDU, Grünen, FDP, Linken oder SPD auf diese Umfrage hingewiesen und gesagt: „Leute, beteiligt euch, es ist in unserem Interesse.“

    Dass die Piratenpartei im Internet besser mobilisieren kann ist jedoch nicht verwunderlich. Als euch das Ergebnis nicht passte, wurde die laufende Umfrage, offensichtlich verärgert, gestoppt und die Piratenpartei als Spielverderber angeprangert. Damit habt ihr eurer Wahlumfrage und eurem wissenschaftlichen Anspruch sehr geschadet.

    Die Umfrage zur Piratenpartei in diversen Schreibweisen fand ich danach übrigens kaum ironisch, dafür war sie nach meinem Sprachgefühl zu aufgesetzt und sie wirkte auf mich eher wie die Retourkutsche eines angegrätzten Teams.

    Analog zu eurer Reaktion müssten, wenn etwa in einem Kreis die SPD über alle Maßen plakatiert, dann alle anderen Parteien ihre Wahlplakate abhängen, weil die Plakatierung nicht mehr dem Parteienproporz entspricht. Sozusagen als „ironischer“ Protest. Findet ihr das nicht auch absurd?

    Eine Internetumfrage ist eine Internetumfrage ist eine Internetumfrage – und keine Wahl. Wer im Internet präsent ist, wird auch bei Internetumfragen gut abschneiden (siehe Stochastik, Stichprobe), aber der Glaube, über Internetumfragen Wahlvorhersagen treffen zu können, hat wenig mit Wissenschaft zu tun.

    Man sollte Internetumfragen grundsätzlich weniger ernst und mit Humor nehmen.

    Ich frage mich aber trotzdem, ob ähnliche Reaktionen auch bei einer der großen Parteien erfolgt wären? Hättet ihr ebenso reagiert, wenn SPD oder CDU auf 50 % gelandet wären?

    Antworten
  26. Paul J. Hahn

    @ Andreas: Langsam lieber Piratenanhänger. Die Piraten sind zwar mit einer Person im BT vertreten, aber nicht Kraft demokratischer Wahl, sondern auf Grund eines Konvertiten. Hab grad keine Lust auf genaue Recherche, aber wenn ich mich recht erinnere ist ein gewählter MdB-SPD zu den Piraten gewechselt. Daraus jetzt abzuleiten, dass die Partei das Recht hätte auf gleiche Behandlung wie die bisher demokratisch legitimierten Parteien lässt den Hang zum Größenwahn annehmen. Dies und die aufs Net verengte Sicht der Dinge wird zur BTW keine 5% geben. Nach Verbreiterung der Programmbasis, wie seinerzeit bei den Grünen über Öko hinaus, könnte die Piraten an die Spitze der „Übrigen Parteien“ katapultieren. Dran glauben tu ich aber nicht.

    Antworten
  27. Andreas

    Du hast genau unser Problem erkannt. Wir sind zu unbekannt.
    Bei denen, die uns kennen haben wir eine sehr hohe ‚Wählerquote‘, aber uns kennt kaum einer und das obwohl wir einen Abgeordneten im BT haben.
    Der Grund warum uns keiner kennt liegt u.A. in solchen Umfragen wie der hier, wo eine Partei trotz Mitgliedschaft im Bundestag einfach mal raus gelassen wird.
    Davon gibt es aber noch weitere Beispiele: Hart aber Fair hat diese Woche einen Abgeordneten aller Parteien des Bundestages eingeladen. Von den Piraten war keiner dabei.
    Stefan Raab will genau das selbe machen: Abgeordneter jeder Partei des BT in seiner Wahlshow. Bisher ist von den Piraten keiner vorgesehen, obwohl die Zuschauer genau unsere Zielgruppe wäre. Und von der Sorte gibt es unzählige weitere beispiele. Für mich grenzt das schon fast an aktiver Bekämpfung der Partei.

    Antworten
  28. Karl Keule

    Hallo liebe freibeutende Hausmeisterpartei,

    gerade mal aus Scherz eine telefonische Umfrage bei 10 Freunden gemacht, Alterspanne zwischen 45 und 70, keiner kannte die Piraten oder wie hieß diese Freibeuterpartei noch genau, also gut meine Umfrage war auch etwas gemein, da ich bewußt 10 Leute gefragt habe, die nix mit Twitter und sonstigem Internetgedöns zu tun haben. Ist die Piratenpartei dann doch eher in meinen Augen eher eine Spartenpartei, deren Bedeutung nach der BTW eher gering sein wird. Ich traue den Piraten bisher nicht die Kraft und die Ideen zu, durch die die Grünen doch sehr viel Gestaltungsspielraum in den letzten 30 Jahren in BRD übernommen haben. Sorry liebe Piraten, ich mag ja schon euren Wahlkrampf, aber ich traue euch in der Tat nicht viel zu.

    In diesem Sinne
    Karl Keule

    Antworten
  29. Paul J. Hahn

    Die durchaus amüsanten Piraten werden nach der glorreichen Netzhype mit dem Datum der BTW leider im Meer der Bedeutungslosigkeit versinken, weil solche Randthemen in D einfach nicht mehrheitsfähig sind. Arbeitslosigkeit, Steuern, Studiengebühren und Nettolohn sind dem deutschen Mehrheitsbürger einfach näher als Internet und dessen Kontrolle.

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  30. tinLoaf

    Was hätte dagegen gesprochen, nach dem „Schluss“ der Umfrage auf einer Statistik-Seite einmal das „ungefilterte“ Ergebnis, und dann nocheinmal den Vergleich zwischen den „etablierten“ Parteien (lies: alle ohne „Andere“) zu zeigen?

    Eine laufende Abstimmung „on the fly“ zu ändern, zeigt IMHO immer, dass da plötzlich jemand merkt, dass es nicht so läuft wie man sich das irgendwie vorgestellt hatte, und dass man eigentlich gar nicht daren interessiert war, zu fragen, sonder nur daran, bestimmte Werte zu erhalten.

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  31. Hans der Söldner

    Der Punkt ist folgender:

    Eine Umfrage hängt immer vom Stichprobenumfang und von der Stichprobenquelle ab. Daher kann eine Onlineumfrage nicht repräsentativ sein. Punkt. Egal wie man es dreht. Sie ist nicht repräsentativ und wird es auch nicht wenn man es sich einredet.

    Daher: Im Netz sind die Piraten eine der beliebtesten Parteien. Von daher ist es eigentlich vollkommen dumm von Ihnen zu glauben man kann hier ein schönes, der „realen Stimmung“ entsprechendes, Ergebnis erreichen. Sie wissen es doch wo die Piratenpartei ihre Stärken hat.

    Wenn es Ihnen darum geht ausschließlich „repräsentative“ oder annähernd repräsentative Ergebniss zu erzielen dann hätten Sie keinen Poll erstellen dürfen. Keinen zu haben wäre hier für Sie die bessere Lösung gewesen.

    In der Medizin heißt so etwas Kunstfehler.

    Sie haben nicht nachgedacht. Mit dem Entfernen der „Anderen“ haben Sie den Finger noch zusätzlich in Salz getunkt und auf die Wunde gedrückt.

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  32. Doxanthropos

    Mal allgemeiner gedacht:
    Die Aktion der Piraten könnte vielleicht auch dazu führen das Konzept Sonntagsfrage mal zu durchdenken. In vielen Gesprächen hört man vor einer Wahl:“Ich würde ja Partei xy wählen, aber die werden sowieso nicht genügend Stimmen bekommen, da würde ich ja meine Stimme wegwerfen.“ Man meint zu wissen wie die Wahl ausgehen wird, eben durch Meinungsumfragen, und wählt dann dementsprechend. Auf diese Weise ist bis zu einem gewissen Grad jede Form der Sonntagsfrage, wenn sie vor der Wahl veröffentlicht wird, eine Stabilisierung der bestehenden Kräfteverhältnisse in der Politik. In einer Zeit, in der sich neue Parteien Boden erkämpfen müssen kann das durchaus von diesen erkannt werden und sie tun gut daran, an Gegenstrategien gegen diese Wahlbeeinflussung zu arbeiten.
    Konkreter:
    Im Netz ist eben Im Netz und damit bei den Piraten. Im Netz ist auch kein Platzmangel, warum also nicht einfach alle Parteien aufführen? Eine Kategorie „Andere“ ist vielleicht im Print sinnvoll, wo Platz teuer ist, aber Online sehe ich da keine Not.

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  33. Ben

    Dass die statistische Basis von „Wählern im Netz“ derzeit sehr verzerrt ist ist nicht den Piraten anzulasten.

    Schließlich steht gerade diese Gruppe unter politischem Dauerbeschuss als schwer pädokriminelle, raubmordkopierende Islamisten.

    Deswegen finde *ich* Ihre Reaktion nicht fein-ironisch, sondern frech und selbstgerecht. Oder auch netzaffin ausgedrückt: Sie haben die Piraten ordentlich getrollt.

    Damit kommen wir allerdings klar 😉

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  34. Klaus

    Hm, könnte ja dazu anregen, das Phänomen journalistisch näher zu beleuchten.
    Es ist ja nicht gerade so, dass die Parteien, die aufgeführt waren, nicht auch twittern und ihre Anhängerschaft mobilisieren könnten.
    Und bei aller Faszination für die Vorstellung, dass die wahrscheinlich die Umfrage ausgedruckt und auf dem Ausdruck angekreuzt haben: So klein kann die Internetkompetenz selbst der unbeweglichsten nicht sein – oder doch?

    Ich freue mich auf einen interessanten Artikel dazu …

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  35. Pingback: Piratenpartei Rheinland-Pfalz (piratenrlp) 's status on Saturday, 05-Sep-09 09:26:33 UTC - Identi.ca

  36. Chris

    Naja, der Kommentar in der Printausgabe trifft die Sache schon: mach eine Umfrage im Netz, und die Piraten werden eine starke Front bilden; mach die Umfrage im Wahllokal und die Piraten werden unter ferner liefen auftauchen.
    In der deutschen Politik gibt es derzeit einfach einen großen Graben zwischen dem alten angestaubten und den neuen frischen Parteien. Ich halte wenig vom Programm der Piraten, aber sie erreichen ihre Zielgruppe einfach und die Menge der Parteien, die die Netzkultur verstehen ist halt sehr beschränkt (leider).

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  37. Marc

    Also die 100% Umfrage fand ich ja noch ganz lustig, aber die Aktion die Option „Sonstige“ aus der eigentlichen Umfrage zu entfernen, fand ich – mal deutlich gesagt – ein Griff ins Klo.

    Der Blogeintrag hier stimmt mich wiederrum versöhnlich. Ihr scheint es ja verstanden zu haben.

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  38. Segantini

    Es ist durchaus typisch, daß an Internet-Sonntagsfragen vorwiegend Bürger teilnehmen, die auf der Linie der Piratenpartei liegen. Exemlarisch sei auf XING verwiesen, wo sich das hohe Interesse für PP-Themen auch in den Foren widerspiegelt.

    Die PP einfach wegzulassen wird daher wohl als der Versuch gesehen, diese Themen zu unterdrücken. Das löst selbstverständlich Protestverhalten aus.

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  39. Pingback: Eingeschnappte Umfrager » Alltägliche Wahrheiten

  40. tom

    Dass Piraten leicht überreagieren wenn sie sich fast täglich mehrere Stunden für die Partei betätigen, ob auf Infoständen oder im Netz und dann diese Arbeit in Gefahr sehen sollte imho verständlich sein.

    Persönlich kann ich noch immer nicht den tieferen Humor in der Umfrage erkennen, vielleicht kann mir diesen aber zu gegebener Zeit nochmal jemand ausführlich erläutern.

    Für heute 05:06 Uhr reicht es mir aber erstmal, um 10:00 geht es dann mit einem Infostand weiter.

    Antworten
  41. Einzelmeinung

    Umfragen im Netz gehen immer zu Gunsten der Piraten aus, daran sind wir ja gewöhnt. Keiner nimmt die Umfragen sehr ernst, hoffe ich! Ich freue mich übrigens immer, wenn der Eindruck entstehen könnte, jemand würde uns aus Votings „rauszensieren“, das bringt nämlich noch mehr Leute auf unsere Seite, also Danke!!
    Piratige Grüße!

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  42. Pingback: Die "Rhein-Zeitung" hatte eine tolle Idee ... - Maexotic

  43. Mike

    Bin auch Pirat und fand die Aktion witzig.
    Wir Piraten haben zZ massiven Zulauf, da gibt es halt auch immer wieder welche, die solche Umfragen zu ernst nehmen. Bitte nicht abschrecken lassen, die meisten Piraten, die ich kenne, haben da durchaus Humor.

    Antworten
  44. Frederic Schneider

    Ich kann sicherlich verstehen, dass eine Piratenpartei möglichst alle Wege nutzen möchte und wohl auch muss, um (mediale) Aufmerksamkeit zu erhalten. Was mitunter aber an massensweisen Beleidigungen und Einschüchterungsversuchen passiert, wie auch hier, ist unredlich und den Redaktionen gegenüber unfair. Leider hat die Führung der Piraten nicht den Mum, ihre Basis zu disziplinieren. So sind die Piraten – irgendwie auch leider – eine reine Spielwiese.

    Antworten
  45. Pingback: Tweets that mention blog.rhein-zeitung.de » Blog Archive » Internet-Flashmob sprengt Online-Umfrage -- Topsy.com

  46. Francis Drake

    Hallo Jochen,

    nun, so ganz wie Du es gerade in gekonnter Art darstellst wird es nicht gewesen sein, es sei Dir aber natürlich gegönnt Deine Sicht der Dinge hier nun in ein positives Licht zu rücken.

    Ich muss eigentlich nicht weiter ausführen, dass wir als kleine Partei so gut wie Null Budget haben und daher jeden Strohhalm nutzen müssen um mediale Aufmerksamkeit zu erlangen – uns dies vorzuwerfen (wie hier teilweise geschehen) ist recht naiv.

    Was mich gestört hat, war was ich bereits getwittert hatte: „Geil ist ja auch, dass uns immer wieder „‚IP Spoofing‘ bei Votings vorgeworfen wird. Mal überlegt: Könnten ‚Reelle‘ Menschen dahinterstecken!“ (sic)

    Das war der Punkt, der bei mir recht wenig Humor erzeugt hat.

    Alles weitere, vor allem die Kommentare Deines/Eures Twitter-Teams, waren dann wieder ganz grosses Tennis 🙂 und wird Euch viele Sympathiepunkte gebracht haben, nicht nur bei mir.

    Also, schön weiter Hirn raustwittern, bis bald mal!

    Antworten
    1. admin

      Hallo Francis Drake,

      ich gebe zu, das mit dem IP-Spoofing war ein blöder Vorwurf. Bei unserem Uralt-Script wäre das auch mit Kanonen nach Spatzen geschossen. Nicht für ungut!

      jo

      Antworten
  47. Deep Diver

    It is how it is.
    Soll heißen:
    Die Piraten haben das Netz geentert.
    Frage:
    Wann dürfen wir die Damen und Herren mit Kugelschreiber und Schreibmaschine im Netz begrüßen? Die Frage muss sich u.a. auch das RZ-Team stellen. Dann klappt es auch mit den Votings.
    Anyway:
    Danke für den amüsanten Artikel 😉

    Antworten
  48. fault

    Hallo,

    ich persönlich war von der Umfrage für die Internetgemeinde mehr als erheitert. Leider gibt es aber auch Zeitgenossen, die diese Form von Humor als Angriff betrachten. Ich schäme mich für meine Mitmenschinnen und Mitmenschen, die wegen eines Witzes direkt an die Decke gehen. Aber lassen Sie sich bitte davon nicht entmutigen. Wer am lautesten brüllt hat meistens nicht recht (auch wenn ich trotzdem noch hoffe, dass zumindest anteilig die guten Ergebnisse der Piraten in die reale Wahl getragen werden können.)

    Mit freundlichen Grüßen
    f.

    Antworten
  49. D. Wagner

    Wer als (sorry) eher kleine Zeitung eine Wahlumfrage ins Netz stellt, kann gar nicht damit rechnen, irgendein halbwegs repräsentatives Ergebnis zu erhalten. Bestenfalls wird der Wählerwille der Stammleserschaft abgebildet.
    Es sei denn… die Umfrage wird publik gemacht.
    Und derzeit ist die Mehrheit der Netizens, die sich für Politik interessieren, nun einmal piratenaffin.
    Und wenn die Piraten, die es sogar bis in den Wahl-O-Maten geschafft haben, für die Rhein-Zeitung zu unbedeutend sind, kommt so ein Trotzergebnis zustande.

    Antworten
  50. yenzenz

    Nach anfänglicher Verwirrung nach dem Löschen der „anderen“ fand ich es lässig wie sie mit dem ‚Problem‘ umgingen. Wie ich schon im Twitter schrieb: Vielen Dank für die Werbung 🙂 Rhein-Zeitung hab ich schon vor über 10 (!) Jahren online gelesen und sie bleibt von den klassischen Medien eine der Besten. Gruß, Jens

    Antworten
  51. Pingback: Aussagen für die reale Welt « Andis Blog

  52. Andi Popp

    Ich muss sagen, ich war auch mal wieder recht stinkig als ich den Tweet gelesen hab, dass ihr uns rausschmeißen wollt, war je eh schon wegen dem ganzen Stress heute angesauert. Aber mit der Extra-Umfrage konnte ich euch dann schon nicht mehr böse sein, das hat mich köstlich amüsiert, aber es war schon sehr subtil 😉

    Antworten
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  54. matthias

    Hallo,

    ich bin auch pirat und finde die aktion total witzig. Besonders der eintrag „randgruppen“ fand ich total cool. Das was jedoch erreicht wurde kann uns nur freuen: aufmerksamkeit. Vielen dank schon mal dafür!

    Btw: nur weil man glaubt, das internet führe ein paralell-dasein, darf man nicht annehmen dass es keine auswirkungen auf die „realwelt“ hat. Die schnittstellen (menschen) sind da und werden mehr… das unterschätzen die älteren (leider) noch.

    Schönes wochenende…

    Matthias

    Antworten
  55. JWD

    Es steht der RZ natürlich frei wie Sie mit Ihren Besuchern umgeht. Nichts desto trotz ist dies ein schlag ins Gesicht für Piraten-Anhänger. Mit so einem Ansturm bei einer Netzpartei müssen Sie halt rechnen, andere Onlinemedien haben entsprechend reagiert und Ihre Umfragen um die Piratenpartei ergänzt. Ich will hier nur einmal das vorbildliche Beispiel wahl.xing.de nennen die auf Ihre Nutzer eingehen und diese nicht verprellen. Ich finde das Verhalten höchst ignorant schließlich sind wir Ihre auch Ihre Leser.

    Antworten
  56. JPD

    „Aber diese feine Ironie 😉 kommt überhaupt nicht gut an, sind Piraten etwa humorbefreit?“

    Meine erste Frage die sich mir nach dem Lesen von ihrem Blog Eintrag gestellt hat: „Ist Herr Jochen Magnus humorbefreit?“

    So ein großer Zirkus nur weil so viele „eine andere Partei“ in der Umfrage gewählt haben. (Umfrage ändern, abbrechen, neue starten…)

    Sie hätten die ursprüngliche Umfrage doch einfach zu Ende laufen lassen können und dann die Ergebnisse mit einem (humorvollen) Kommentar über die Piraten und Twitter kommentieren können.
    Stattdessen machen Sie und ihre Zeitung sich unbeliebt…

    Alles in allem eine sehr amüsante Aktion! 😀

    Antworten
  57. Franz

    Die Umfrage extra für die Piraten war für mich der Schmunzler des Tages. Die Tweets hinterher ebenso. Besser hätte man nicht auf den virtuellen Flashmob reagieren können.
    Ein Piratenwähler, der hofft, dass am 27.9. wenigstens 5,1% zusammenkommen 😉

    Antworten
  58. Carsten

    Also ich fands lustig. Sowohl die eine als auch die andere Aktion.

    Zur Netzaffinität gehört imho auch, zwischen konstruktiven Kommentaren und Klosprüchen wie „RZ stinkt“ zu differenzieren. Wie überall im Netz braucht man halt eine Art neuronalen Spamfilter, denn die bei den sog. „Trollen“ meist stark erhöhte Bereitschaft zu kommentieren und zu provozieren, führt dazu, dass die reine Anzahl positiver oder negativer Kommentare die Gesamtmeinung genauso wenig wiederspiegelt, wie Ihre Umfrage. Der heise Verlag würde das vermutlich bestätigen.

    Zudem: Würde die RZ bei einer Umfrage zur beliebtesten Tageszeitung mit den Wahlmöglichkeiten Bild, FAZ, TAZ und „ferner liefen“ unter „ferner liefen“ geführt und nachträglich selbst innerhalb dieser Option gänzlich ausgeschlossen, weil Sie Ihre Leser über die Wahl informiert haben, fühlte sich der ein oder andere Redakteur evtl. auch ein wenig auf den Schlips getreten.

    Spätestens seit dem Aufkommen der Piratenpartei dürften Umfragen zum Wahlverhalten im Internet aber sowieso mindestens so repräsentativ sein, wie in der CDU-Parteizentrale.

    Antworten
  59. LarsW

    Irgendwie kam ich mir beim Zuschauen aus dem Urlaub vor wie in den Anfangstagen meiner Netzzeit: Wir Eintracht-Fans waren unheimlich gut vernetzt – wenn irgendwo eine Umfrage war, wer Deutscher Meister wird, haben wir die gekapert. Wenn aber eine Umfrage für irregulär erklärt wurde, haben sich manche mehr aufgeregt als bei einem verweigerten glasklaren Elfmeter in der 90 Minute beim Stande von 0:0.

    Deutscher Meister sind wir trotz vieler Umfragesiege doch nicht geworden. Entscheidend ist eben doch auf dem Platz, im – Achtung: wirklichen Leben. Und heute schmunzele ich über Umfragen. Der Eintracht wünsche ich immer noch die Deutsche Meisterschaft – und den Piraten durchaus mehr Wahrnehmung außerhalb der Webwelt.

    War aufregender Tag heute, aufregender für Euch als geplant & sicher gewünscht. Spätestens mit Deinem sehr guten Blog-Beitrag hat er versöhnlichen Ausgang gefunden, meine ich.

    Antworten
  60. Andreas

    Ich glaube, wir haben hier wieder jemanden gefunden, der einfach die Macht des Internets nicht versteht – und das obwohl er einen eigenen Blog führt!
    Wenn in der Vergangenheit eure Umfragen nahe an der Realität lagen, lag das Vermutlich daran, dass es eben keine Partei gab, die ‚unsere Meinung‘ vertrat. Deshalb haben wir solche Umfragen natürlich auch entweder ignoriert, oder eben unsere Stimmen so verteilt, wie es damals war.
    Heute ist es aber halt nun mal so, dass der Großteil der Internetnutzer an ihren Grundrechten festhalten und sich nicht wie in einer Bananenrepublik den gleichgeschalteten Medien, Zensur, Verleumdung durch Politiker und Demagogie unterwerfen wollen.
    Würden alle Parteien diese rechtsstaatliche Auffassung teilen, hätten wir einerseits weder die Piratenpartei, noch würden Umfrageergebnise unter ‚Onlinern‘ so drastisch ausfallen.
    Hier von einer Manipulation durch Twitter/die Piraten zu sprechen zeigt nur, dass mein erster Satz völlig zutrifft.
    Und nur weil in Twitter jemand sagt, man solle für XY abstimmen, tut das noch lange keiner, sofern es nicht seiner Überzeugung entspricht.
    Wenn ich mir dagegen dann RZ-Online anschaue, wo durch Umfragemanipulation und Blogeinträge plötzlich politische Meinung gebildet wird, frage ich mich, wer hier „netzuntauglich und demokratie-feindlich“ ist.

    Piraten sind auch nicht humorfrei, die zweite Umfrage wirkt auf mich aber, als wolle man sich einfach nur über uns lustig machen.

    „Eingeschmuggelte Stimmen wie „Die RZ stinkt”, sogar hineingeheimster JavaScript-Code, machen sie unbrauchbar. “

    Sorry, aber an der Stelle hört es bei mir als System Security Engineer (ich würde ja ‚Hacker‘ schreiben, aber dann heißts sofort, dass ich das ja gewesen sein könnte) auf!
    Im Absatz drüber steht noch etwas von eigenem Wikipedia-Mirror, OpenSource und GPL und dann ist es möglich, in so ein lächerliches Script wie für eine Umfrage nötig ist fremde Texte oder gar JS einzuschleusen?
    Zeigt mir aber, dass http://i27.tinypic.com/rm0381.jpg wohl kein Fake ist.
    Das hat nichts mehr mit Sicherheitsschlösser zu tun, sondern ist ein 5000 € Rennrad abgestellt am Berliner Bahnhof Zoo ohne Schloss.
    Eingeschleuster Text/Code sieht für mich nämlich nach einer SQL-Injection aus und ganz ehrlich: da könnt ihr froh sein, dass der/diejenige euch nicht den ganzen Webauftritt um die Ohren gehauen hat!
    Das habe ich heute übrigens getwittert:
    http://bit.ly/3gDwg „Die Suche nach {Fähigen Webentwicklern} in rzonline2009 war leider ergebnislos.“ @Rheinzeitung #doublefail

    Das hätte man in 5 Minuten fixen können – hat man aber auch nach 5 Stunden noch nicht. Man jammert in der Zeit lieber über stark erhöhte PIs und damit Werbeeinnahmen und beschimpft Piraten, weil man selbst nicht weit genug denkt, dass eine Onlineumfrage logischerweise auch ein ‚Onlinergebnis‘ mit sich bringt.

    Mal sehen, könnte mir gut vorstellen, dass rz-online das nächste JAKO wird
    Umfrage erstellen, dann das Ergebnis fälschen, die Umfrage stoppen und die Piratenpartei als Buhmann hinstellen. Spitzen Quote für einen Tag!

    Dies ist keine Partei-Meinung, sondern meine eigene
    (traurig, dass man das heute schon dazu schreiben muss…)

    Antworten
  61. Hyperhendrik

    Sorry, aber ein Witz, der erst erklärt werden muss, ist leider ein schlechter Witz. Ob das nun „feine Ironie“ ist, sei mal dahin gestellt.

    Es ist sicherlich richtig, dass eine Internet-Umfrage nicht die „politische Realität“ der Bundesrepublik widerspiegelt, das muss sie aber auch gar nicht. Das Internet, und das ist seit Xing keine Neuigkeit, ist in den Händen der Piraten, daher sind Wahlumfragen hier NIE repräsentativ.

    Allerdings stellt sich die Frage, warum immer nur die etablierten Parteien in die Umfragen sollen. Mit der Argumentation wären auch die Grünen nie in die Umfragen gekommen.

    Also: Entweder sie leben damit, dass ein virtueller Flashmob (unter dem habe ich mir bislang auch etwas anderes vorgestellt) ihre Umfragen boykottiert, oder sie lassen es. Bezeichnend ist übrigens, dass Forsa und Co. die Piraten nciht einmal kennen bzw. bei ihren Wahlumfragen gar kein Feld dafür haben. Wie um alles in der Welt soll die Partei denn wahrgenommen werden?

    Antworten
  62. wwender

    Naja, nehmen wir einmal ein ein großer Teil der Leser solch einer Internet Umfrage ist tatsächlich Piratewähler oder Sympathisant. Dann kommt da halt kein repräsentatives Ergebnis raus. Dann ist eine Umfrage zu solch einem Thema halt nicht möglich.
    Der Versuch dies dadurch repräsentativ zu machen, dass ich diese Leser bitte anders abzustimmen zieht natürlich eine Gegenreaktion nach sich. => Wo Content (Abstimmung) unmoderiert reinkommt kommt halt nur zufällig was repräsentatives raus.
    Also denke wie schon geschrieben: Alles mit Humor nehmen und hey es gibt andere Themen da gibt es auch „jetzt“ repräsentative Ergebnisse :).

    Antworten
  63. Jaddy

    Die Piraten-Partei _ist_ im aktuellen deutschen Bundestag vertreten, nämlich in der Person von Jörg Tauss 🙂 Sie ist nur noch nicht _hineingewählt_ worden. Das geht jetzt aber so langsam los, beginnend zum Beispiel mit Stadträten in Münster und Aachen.

    Antworten
  64. Frank

    Einige haben die netzaffine Umfrage mit Humor zur Kenntnis genommen, andere nicht.

    Das Phänomen „netzaffine Menschen“ haben viele Online Umfragen und Communities (zB xing) danke Herrn Schäuble und Frau von der Leyen, zur Kenntnis nehmen müssen. Das liegt aber nicht an einem Online Flash Mob, sondern viel eher daran das die Menschen die nicht netzaffin sind, zwar wählen gehen aber keine Online Umfragen anklicken. Der netzaffine Mensch tut dies und natürlich stimmt diese Umfrage dann nicht mehr mit der Realität überein. Aber ihre „alte Leute“ Umfrage wird dies sicher auch nicht…

    Frank, der wegen Frau von der Leynen in eine „netzaffine“ Partei eingetreten ist und einen Bolg (siehe Homepage) begonnen hat.

    Antworten
  65. Matthias

    Ich bin auch Piratenwähler und ich fand Ihre Reaktion super – weiter so! Auch die Twitter-Posts waren gut. Mir hat der heutige Tag mit Ihnen Spass gemacht 🙂 – Auch wenn ich Ihre Zeitung hier in Niedersachsen nicht kaufen kann 😛

    Es gibt immer Humor-Befreite. Das sieht man in jedem Forum. Soll halt jeder seine Meinung kundtun. Aber über die Jahre lernt man diese auch einfach zu ignorieren 🙂

    Matthias

    Antworten
  66. Florian Richter

    Streng gesehen ist die Piratenpartei, wenn auch nicht in Fraktionsstärke, durch J. Tauss im Bundestag vertreten. Von daher hätte sie meines Erachtens nach auch in der Umfrage auftauchen müssen.

    Antworten
  67. Norbert Hense

    Ich fand die Umfrage von Ihnen war eigentlich schon ganz nett und humorvoll und sollte uns Piraten schmeicheln, denn zeigt sie doch wie schnell wir Leute mobilisieren können bzw. wie stark wir im Netz doch sind.

    Das Gegenstück war sogar etwas härter, aber noch im vertretbaren Rahmen. Immerhin kreativer als das Niedermachen Ihrer Zeitung: http://twtpoll.com/r/tv1whp

    Grüße aus BaWü

    Antworten
  68. Christoph

    Onlineumfragen sind in diesem Jahr wegen der Piratenpartei besonders unrepräsentativ für das Wahlergebnis. Durch manipulieren einer laufenden macht man das aber nicht besser.
    Im Netz dominiert die Piratenpartei. Wo ist das Problem damit, sich das einzugestehen? Immerhin ist es eine Onlineumfrage..

    Antworten
  69. Mea Culpa

    Ja, wie man sieht, habt ihr wirklich nichts von Xing gelernt. Wie oft muss man eigentlich noch anmerken, dass die Piraten im Bundestag vertreten sind? Die Aussage „wir führen nur die in Parlamenten vertretenen Parteien auf“ ist damit falsch.

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  71. RamirezTerrix

    Es tut mir leid, dass die Sache so ausgeartet ist. Ich habe die Sache mit Humor gesehen, fand eure Idee genial und hab herzhaft gelacht. Ich kann nicht verstehen, wie Menschen, die sich sonst für die Piraten einsetzen und für Meinungsfreiheit so ausflippen können und zu Beleidigungen und Angriffen greifen.
    Ich möchte mich für das Fehlverhalten der anderen Entschuldigen.
    Jede Wahlumfrage im Netz ist für uns Piraten ein gefundenes Fressen. Das ist unser Terraint und hier gewinnen wir.
    Jede Umfrage ohne Piraten ist für uns eine Herrausforderung uns ins Gedächtnis zu rufen.
    Es ist als mache man im Wirtshaus eine Abstimmung und vergisst die CDU auf dem Wahlzettel 😉
    Danke an euch für eure Frainess und euren Humor!

    Gruß
    Ramirez Terrix

    Antworten
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  73. Stephan

    Habe ich etwas verpasst ? „wir führen nur die in Parlamenten vertretenen Parteien auf“ – die Piraten sind doch im Bundestag vertreten…irritiert

    Antworten
  74. socreana

    Ein Medienhype um eine Gruppe zieht immer sehr schnell labile Individuen an, die sich durch Identifikation ihr Selbstwertgefühl zusammenklauen. Für diese Mitmenschen, die am Rande der gefühlten Nichtexistens leben, kann ein kleines Augenzwinkern schon Existenzbedrohend sein. Das Nervige an ihnen ist: Sie sind laut.

    Ich postuliere jetzt einfach mal, dass die große stumme Masse anders tickt. Mir zumindest bereitete Deine Umfrage heute Nachmittag ein Schmunzeln und ein merkliches Stimmungsplus.

    Antworten
  75. Fabian

    Hach ja… der Altersdurchschnitt der Piraten ist nunmal sehr gering. Einerseits sehr zu begrüßen, andererseits führt das offensichtlich zu solchen kleinen, peinlichen Kleinkriegen. Sie haben sich gut aus der Affäre gezogen! Mein Kompliment!

    Wer die Rheinzeitung liest wird wohl kaum auf die Idee kommen, sie wäre Demokratie- oder Internetfeindlich. Dass viele Piratenanhänger nicht immer lesen was sie klicken, erkennt man auch am Kleinerfolg einiger Twitterpolls, die vorgeben für Piraten zu sein, in Wahrheit aber eine negative Stimme im Parteigetwitter bedeuten.

    Bitte Liebe Piratenfreunde. Geht doch auf die Straße Wahlkampf machen anstatt hier jede kleine Onlineumfrage, die doch nur ein realistisches Meinungsbild finden will zu entern. Hier von Zensur zu schreien ist einfach lächerlich und nur noch peinlich.

    Fabian – Piratenfreund, der heute Fremdschämt.

    Antworten
  76. david

    Die Aktion mit den 5 Piratenparteien war in der Tat witzig, aber der Ansatz die zur Wahl stehenden Parteien in einer Umfrage schonend vorzufiltern um das Umfrageergebnis zu beeinflussen zeugt von einem seltsamen Demokratieverständnis. Wenn man das dann noch ganz offen angeht und mit doch recht arrogant klingendem Wortlaut ankündigt…

    Ähnliches passierte ja auch bei der Schülerumfrage zur Europa Wahl. Man wollte nur die 10 „wichtigsten“ Parteien abdrucken weil die Schüler sonst die Piraten wählen könnten.

    Antworten
  77. Jan Dörrenhaus

    Hallo Jochen,

    wenn die „Sonntagsfrage an die ‚Netzgemeinde'“ feine Ironie gewesen sein soll, dann wird dir sicher nicht die Ironie in dem Forenpost von Dieter aus München entgangen sein. Dieser schreibt: „Ihr verspottet gerade die Leute, die maßgeblich an der technologischen weiterentwicklung und Wissenssicherung arbeiten und zeigt damit, dass ihr geistig noch in der Steinzeit lebt.“
    Und das euch. Wo ihr doch die Freiheit des Netzes verteidigt, einen Wikipedia-Mirror betreibt, auf Linux und Open Source setzt und Software unter der GPL freigegeben habt.

    Bist du etwa humorbefreit?

    Gruß,
    Jan Dörrenhaus

    Antworten
  78. Boomel

    Entlohnung für den vielen Stress dürften wenigstens die Zugriffszahlen sein. Eine Analyse dieser machen bestimmt auch Spass + Stresstest für eure Infrastruktur 🙂

    Ein eigenständiger Piratenpartei Balken hätte aber eure User bestimmt zu einer netten Diskussion im Forum angeregt, darum geht es im Grunde auch. Der nonchalante Weg dahin war wie in Xing schon ein ruppiger aber zielführender.

    Nach der BTW Wahl sind online Umfragen evtl auch wieder „etwas“ representativer als derzeit. Schönes Wochenende an alle in eurer online Redaktion!

    Antworten
  79. Shred

    Fünf verschiedene Schreibweisen von Piratenpartei… Das nennen Sie Humor? Das ist nicht einmal sehr originell! Wie wäre es mit folgender alternativen Umfrage gewesen:

    Welche Randpartei würden Sie wählen?

    [ ] APPD
    [ ] Freie Union
    [ ] Die PARTEI
    [ ] Piratenpartei
    [ ] SPD
    [ ] Ich mache mein Kreuz sowieso mit geschlossenen Augen
    [ ] Sonstige

    Was ich übrigens tatsächlich gar nicht lustig finde, ist das Ergebnis einer laufenden Umfrage zu manipulieren. Auf eine solche Umfrage sollten Sie eigentlich nicht stolz sein.

    Antworten
  80. Hans Chr. Reinl

    Hallo,
    ich fand ich Aktion heute Nachmittag recht amüsant. Einen Falshmob in dieser Form habe ich noch nicht erlebt.
    Ich fand Ihre humorvolle Reaktion mit einer eigenen Umfrage für Piraten auch sehr cool.
    Meiner Meinung nach war die Reaktion einfach toll und nicht so spießig, wie es sicher manch andere Zeitung gemacht hätte.

    Antworten
  81. Manu

    Den Humor bei der Sache zu erkennen ist ein wenig schwierig. Mit einer Woche Abstand zwischen den Umfragen wäre es ungleich leichter gefallen, so war weniger Rhetorik als Trotz rauszulesen.

    PS: Bin ich Netzaktivist, weil ich hier einen Kommentar verfasse? Die „Netzaktivisten bei Twitter“ lassen sowas vermuten – das ist doch nur Konsequenz aus der Vernetzung.

    Antworten
  82. ToKo

    Ein wirklich gelungener Beitrag!

    Auch wenn ich selbst zur „jungen“ Netzbevölkerung gehöre und anfangs – wie viele andere – ebenfalls mit den Piraten sympathisiert habe, wurden mir die Augen doch sehr schnell von einigen ihrer Aktionen geöffnet.

    Allemal haben sie gute Ansätze was das Recht im Internet, Urherberrecht und dergleichen angeht…das wars dann aber auch schon wieder.
    Was ich in den letzten Tagen und Wochen als einzig übrige Eigenschaft der Piraten bei Twitter wahrnahm ist deren Geltungsbedürfnis. Und zwar überall. Und auch wenn die Piraten – wie viele andre kleine Parteien – vielleicht ihr Prozent oder auch noch zwei schaffen – sie wollen überall explizit erwähnt werden und tun alles das als „undemokratisch“ ab, wo das nicht der Fall ist.

    Gab in den letzten Tagen auch noch einige anderen Tweets und Aktionen der Piraten, die ich als sehr fragwürdig empfand…schade, denn ursprünglich stellen sie sich eben tatsächlich als Alternative dar.

    Ein weiterer „ö

    Antworten
  83. kwaks

    naja nun gut. einige haben wohl etwas fanatisch reagiert aber man muss schon zugeben dass es nicht gerade gut aussieht wenn man eine laufende umfrage einfach mal ändert. Und mal ehrlich: Was habt ihr bei einer online umfrage erwartet in der heutigen zeit?? Ihr hättet vielleicht den punkt „piratenpartei“ in die umfrage mit aufnehmen sollen, später hätte man sie „ausser konkurrenz“ betrachten können und ihr hättet immer noch eure unrepresentativen aber genauen ergebnisse bekommen 🙂

    Antworten
  84. Ranjit

    Ich habe von der Umfrage zunächst gar nichts mitbekommen.
    Ich finde, das es der RZ natürlich freisteht, mit ihren Umfragen zu verfahren wie sie möchte. Das ist nächmlich abgedeckt durch die Freiheit, die die Piratenpartei hochhält.

    Seltsam erschien mir jedoch die Begründung:
    „Natürlich haben wir Onliner unsere Umfragen nie für repräsentativ gehalten, aber sie zeigten doch eine glaubwürdige Momentaufnahmen der politischen Stimmung der im Netz Aktiven.“

    Es spricht für sie eine nichtprobabilistische Onlineumfrage nicht als representativ zu bezeichnen.
    Die Annahme, eine glaubwürdige Momentaufnahme der politischen Stimmung der im Netz Aktiven abzubilden ist jedoch kaum plausibel. Ohne ihr Blatt schlechtreden zu wollen, wage ich es zu bezweifeln, dass ihre Seite auch nur einen Bruchteil der im Netz aktiven (also mittlererweile über 2/3 der Deutschen) erreicht.
    Ironischerweise ist es nun aber so, dass ihre Umfrage vielleicht nicht die im Netz Aktiven abbildet, sehr wohl jedoch die derzeitigen Aktivitäten im Netz.

    Eine versöhnlichere Lösung als die Löschung der „Andere“ Kategorie wäre es vielleicht gewesen zwei Auswertungsdiagramme auszugeben: einmal mit und einmal ohne die „Anderen“.

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