Jugendfußball-Masters in Birkenfeld: Tolle Talente, aber lieblose Organisation

Neuneinhalb Stunden war ich am Samstag in der Birkenfelder Sporthalle am Berg beim Jugendfußball-Masters. Alleine wegen der jungen Kicker hat sich der Aufwand gelohnt. Doch es gab auch Dinge, die ich kritisch sehe. Erneut hat mich Hallenfußball nach Futsalregeln nicht überzeugen können, und ich fand den Rahmen für das Masters fad.

Doch zunächst zum sportlichen Aspekt: Dieses Masters hat wieder gezeigt, dass es im Kreis Birkenfeld durchaus Talente gibt. Ich habe tolle Einzelspieler gesehen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien einige sehr auffällige Jungs und ein Mädchen genannt: Chinonso Jerry Amaechi und Rafael Allkofer (E-Junioren SC Birkenfeld), Fabian Sagawe, Niklas Molz und Fabian Rosner (D-Junioren SC Idar), Jan Lersch und Lars Lindecke (D-Junioren Spvgg Wildenburg), Thomas Szöllösi (C-Junioren SC Idar), Aalijah Bigby (C-Jugend Spvgg Nahbollenbach), Marcel Holler und Patrick Bill (B-Junioren TSG Idar-Oberstein), Dennis Peters (B-Junioren FC Brücken), Simon Marschall und Luca Dieden (B-Junioren SC Idar), Justus Klein und Patryk Lamot (A-Junioren SC Idar), Danny Lutz (A-Junioren VfR Baumholder), David Klos und Fabian Stoffel (A-Junioren JSG Mörschied) sowie Benjamin Huschke und Matthias Busch (A-Junioren FC Brücken).

Diese Talente und ihre Mitstreiter in den einzelnen Teams haben alles ihnen Mögliche getan, um ein tolles Masters auf den Hallenboden in Birkenfeld zu zaubern. Der Inhalt des Masters passte also. Doch die Verpackung, der Rahmen war schlecht. Das Turnier war lieblos organisiert. Am meisten hat mir ein vernünftiger Hallensprecher gefehlt, der ein bisschen was zu den Teams und ihren Spielern, Trainer und Betreuern erzählt. Jemand, der die tolle Leistung der Jungs und Mädels herausstreicht, der den Tag für die Spieler zu etwas Besonderem macht. Vor allen Dingen aber jemand, der die Torschützen durchsagt. Auch hätte dieser Sprecher die Futsal-Regeln, nach denen gespielt wurde, erklären können. Zwischen den einzelnen Turnierblöcken passierte in der Halle rein gar nichts – nicht einmal Musik lief.

Auch das Spiel nach Futsal-Regeln führte zu häufig zu Langeweile. Eindeutig war zu sehen, dass defensiv ausgerichtete Teams einen klaren Vorteil besitzen. Deshalb fielen auch relativ wenig Tore. 53 Treffer in 20 Spielen ist ein Wert, der Zuschauer sicherlich nicht zufrieden stellt. Vier Partien endeten nach der regulären Spielzeit sogar 0:0. Zu allem Elend wurde ausgerechnet bei den Jüngsten, den E- und D-Junioren, mit einem katastrophalen Ball gespielt. Die Jungs packten die Kugel, die sich eher wie ein Stein anfühlte, einfach nicht. Schüsse aus größerer Entfernung als sechs Meter waren daher praktisch unmöglich. Erst beim Finale der D-Junioren kam endlich ein vernünftiger Futsal-Ball zum Einsatz.

Auch in seiner elften Auflage hatte das Masters mit seinem Modus seinen Reiz – die jungen Kicker sorgten dafür. Doch bei der zwölften Auflage sollten die Verantwortlichen vom Kreisjugendausschuss wieder einen größeren Wert auf die Verpackung und das Drumherum legen. Nicht nur, weil die Spieler es verdient haben, wenigstens einmal im Jahr im Mittelpunkt zu stehen. Zum Masters gehört einfach auch ein bisschen Unterhaltung, ein bisschen Show, sonst unterscheidet sich der eigentliche Jugend-Hallenhöhepunkt der Saison in keiner Weise von den Vorrunden oder sterilen Jugend-Hallenturnieren in den 1980er-Jahren. Idealerweise merkt ein neutraler Zuschauer dann nicht, dass das Turnier neuneinhalb Stunden dauert.

Sascha Nicolay

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