Die Schreihälse unter den Fußball-Zuschauern nerven und stören

Hoch her ging es am Sonntag anscheinend in Eckersweiler, als der TuS Leisel seinen ersten Matchball zum Titelgewinn in der C-Klasse Birkenfeld West vergab. Der Gipfel: Ein Leiseler Zuschauer soll den Eckersweilerer Spieler Bobby Felton rassistisch beleidigt haben.

Dieser Ausraster ist wohl Tatsache gewesen, wie Marc Schreitl, der Trainer des TuS Leisel bestätigte. Doch absolut zu Recht wies der Coach daraufhin, dass es falsch ist, in einer verbalen Entgleisung eines Zuschauers die Einstellung einer Mannschaft oder gar eines ganzen Vereins zu sehen. Der TuS Leisel und sein Team sind sicher nicht rassistisch eingestellt. Diese Feststellung erscheint mir ebenso wichtig, wie ich die Beleidigung des Zuschauers verurteile.

Beleidigungen von außerhalb sind ja beim Fußball leider an der Tagesordnung. So lange das einigermaßen im Rahmen bleibt, kann man das sicher dem Charakter der Sportart, die eine gewisse Aggressivität mit sich bringt, zuschreiben und muss es nicht zu hoch hängen. Doch viel zu oft sind die Beleidigungen wirklich schwer und deshalb absolut unerträglich.

Erlebt habe ich das am Sonntag beim Zweitmannschaftsspiel des FC Brücken gegen „meinen“ Bollenbacher SV II. Hier war in einem absolut normalen, fairen Spiel zweier friedlicher Mannschaften der Schiedsrichter die Zielscheibe. In einem fort beleidigte ein einzelner Zuschauer aus einer Gruppe von Brückener Anhängern heraus den Referee. Ohne Grund – denn der Mann pfiff tadellos –, lauthals und auf übelste Art und Weise. Der Schreihals wurde sogar deutlich vernehmbar von anderen Zuschauern in Brücken auf sein Fehlverhalten hingewiesen. Allein es interessierte ihn nicht. Bemerkenswert fand ich die Ruhe und den Gleichmut, mit der der Schiedsrichter diese Beleidigungen hinnahm. Auch hier ist natürlich der FC Brücken – ein wirklich glänzend geführter Verein mit einer tollen Fußballabteilung und vielen umgänglichen Menschen in der Mannschaft, im Vorstand, im Umfeld und bei den Zuschauern – nicht schuld an der Entgleisung eines Einzelnen und deshalb in seiner Gesamtheit nicht in einen Topf mit dem „Plärrer“ zu werfen.

Gestört und genervt hat der Zuschauer trotzdem, und es wäre besser, wenn er sich an Sonntagnachmittagen anderweitig beschäftigen würde. Das gilt sicher auch für den Besucher, der sich in Eckersweiler zu einer rassistischen Beleidigung verstiegen hat.

Sascha Nicolay

Ein Gedanke zu „Die Schreihälse unter den Fußball-Zuschauern nerven und stören

  1. Vader

    Leider kommen verbale Entgleisungen von Spielern untereinander, Zuschauern zu Spielern und Zuschauern zu Schiedsrichtern einfach zu oft vor !
    Eine extreme verbale Entgleisung passierte auch einem kreisbekannten Ex-Fussball Funktionär und Politiker aus Baumholder der bei einem B. Jungendspiel den Schiedsrichter dermaßen anpöbelte, völlig grundlos und in einem völlig fair geführten top Jungedspiel, daß der Schiedsrichter ganz kurz davor stand die Partie einfach abzubrechen mangels Lust !
    Natürlich gab sich der Übeltäter in einer offiziellen Anfrage des Staffelleiters als schuldlos.
    Er hätte nichts gesagt ! Lächerlich ! Jeder hat es gehört. Ein Mann der nicht zu seinen Worten steht ist ein Heuchler bzw. einfach kein guter Mensch !
    Desweiteren provozierten Zuschauer Jungendspieler des Gastvereins. Traurig, sehr traurig. Die Eltern des Gastvereins hörten sich fassungslos die Pöbeleien der Heim-Zuschauer an.

    Ich könnte ein Buch schreiben was alles so in einer Saison auf den hiesigen Fussballplätzen passiert !

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