Ich sitze und drehe

Ich sitze an einem Spargelfeld in Mainz-Finthen, drehe und blogge.

Ich sitze an einem Spargelfeld in Mainz-Finthen, drehe und blogge.

Gerade sitze ich nicht im Auto, sondern an einem Spargelfeld in Mainz-Finthen. Volontär Moritz versucht sich als Spargelstecher. Ich drehe ein Video über diesen Selbstversuch … Moment. „ICH DREHE EIN VIDEO.“ Die Frage, die sich aufdrängt: „Und warum sitzt Katrin dann seelenruhig im Schatten von Obstbäumen und schreibt diesen Blog, anstatt mit Kamera und Mikrofon bei Moritz zu sein?“ Tja, ich würde sagen: Nach neun Monaten Mojo-Leben kann ich mittlerweile einschätzen, wann ich drehen muss, was ich drehen will, welche O-Töne ich von den Beteiligten brauche. Zugegeben: Das klappt noch nicht immer. Aber immer öfter. So versuche ich nicht mehr – wie am Anfang (ihr erinnert euch an meinen Ausflug ins multimediale Karussell) – alles auf einmal zu machen. Ich bin gelassener geworden, bin dennoch immer sehr konzentriert, beobachte viel, fotografiere und drehe doch oft noch zu viel. Aber ich werde immer besser. Die Technik beherrscht nicht mehr mich, sondern ich immer mehr sie. Das räumt Kapazitäten frei, um mich noch mehr auf Situationen einzulassen – was natürlich auch für den Inhalt der Videos wichtig ist. Habe ich ja schon vor neun Monaten gesagt: Übung macht den Meister. Und Üben: Das tue ich jeden Tag.

Katrin Steinert

46 Gedanken zu „Ich sitze und drehe

  1. Lars

    Ich saß und kritisierte…

    … und schaute in verwunderte – und vielleicht auch etwas entsetzte, Gesichter. Teile der anwesenden Redaktion waren wohl auf die Art der dargebotenen Kritik nicht vorbereitet. Denn was ich hier im Blog schon geschrieben habe, habe ich dann auch noch einmal ganz analog dargestellt. Ja, ich glaube an die Zeitung, auch an die Regionalzeitung, aber nicht in ihrer heutigen Form.

    Besonders der Mittelrheinverlag hatte schon immer eine gewisse Innovationskraft von innen, das fing beim Videotext an, ging über den ersten Onlineauftritt mit RZO und setzt sich heute mit den Aktivitäten im Bereich der Netzwerke und Aktionen wie CR41Day (http://bit.ly/9UswLl) und der Blattkritik (http://bit.ly/coTMIs) fort. Allerdings hapert es aus meiner Sicht noch im Kernprodukt. Ich glaube aber das wird sich in nicht allzu ferner Zukunft ändern. Müssen. Nein, ich bin mir sicher es wird sich ändern.

    Christian Lindner zumindest fand in seinem Schlusswort dass „unsere Positionen gar nicht so weit von einander entfernt sind.“. Das finde ich bemerkenswert. Ich bedanke mich hiermit noch einmal für die Einladung und auch für den Haitzinger in gedruckter Form, es hat mich gefreut.

    Ach ja: Und was den Löwen (http://bit.ly/b3Hqlr / http://bit.ly/9ZW9kK) betrifft: Eigentlich sind es zwei. Der eine hat einen Doktortitel, der andere ist Sponsor der TuS Koblenz. 😉

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  2. Christian Lindner

    Heute ist übrigens der Tag, an dem Lars auf meine Einladung hin die Blattkritik in der Konferenz unserer Mantelredaktion übernimmt. Wir sind gespannt auf @Lars in analoger Form – und freuen uns auf seinen Klartext.

    Christian Lindner, Chefredakteur

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  3. Markus Schlosser

    Hallo liebe Kommentatoren,

    verzeiht, wenn ich etwas spät in diese Diskussion stoße. Ich bin ein wenig hin- und hergerissen zwischen den Standpunkten von Lars, Katrin und Herrn Lindner, aber sehr froh, dass genau diese Debatte hier geführt wird. Denn sie ist wichtig – extrem wichtig!

    Das Internet wandelt den Zugang zu Informationen und vor allem die Geschwindigkeit in der sie „an den Mann“ kommen. War es noch vor 10 Jahre so, dass ich mir dachte „steht morgen in der Rhein-Zeitung“, so suche ich heute als erstes im Netz nach den Nachrichten – auch bei der RZ!
    Warum? Weil es schneller ist, als auf das bedruckte Papier zu warten. Und hier möchte ich ansetzen: In den letzten Jahren fand ein starker Wandel in unserer Gesellschaft statt. Viele neue Trends sind entstanden und viele, die diese Trends verschlafen haben gibt es heute nicht mehr. Derzeit ist die Medienbranche von diesem Wandel ergriffen und die RZ sollte das sehr aufmerksam verfolgen, um nicht irgendwann zu denen zu gehören, die eine Entwicklung verschlafen haben. Das ist die Hausaufgabe der Verleger und der Chefredaktion.

    Ein starkes Alleinstellungsmerkmal der RZ ist ihre Nähe in der Region. Das kann eine bundesweite Tageszeitung nicht leisten. Ich behaupte, wer sich eine RZ kauft, will in erster Linie Lokales lesen! Da sollte die RZ auch in Zukunft ihre Ausrichtung beibehalten und intensivieren.

    Kann ein lokales Blog die RZ ersetzen kann? Nein! Jetzt und in Zukunft nicht! Die selbe Situation gibt es beim Vergleich zwischen der Wikipedia und dem Brockhaus. Beide haben ihre Daseinsberechtigung. Die kostenlosen Blogs arbeiten in der Regel ehrenamtlich oder im Hobby- Bereich. Die geringen Kosten die entstehen, lassen sich so prima durch Werbung decken. Aber damit ist es nicht getan. Sobald der Lokalblogger eine gewisse journalistische Qualität bieten will, muss er Zeit investieren, die ein Hobbyreporter nicht hat. Jetzt kommen Personalkosten, das komplette Finanzierungsmodell steht auf der Kippe und das Blog ist plötzlich auch nicht mehr kostenlos. Ausserdem will ich meine Nachrichten gebündelt haben und nicht mühevoll in hunderten Blogs zusammensuchen müssen. Qualität kostet und das darf sie – auch im Internet.

    Zustimmen muss ich Lars in dem Punkt dass mancher Verleger seine Journalisten und Redakteure nur als lästiges Beiwerk sieht, die die weißen Stellen zwischen den Anzeigen „ausmalen“ und eigentlich nur ein Kostenfaktor sind. Wer so agiert und sein Tafelsilber (die Redakteure) schlecht behandelt oder verscherbelt, wird kurzfristig zwar bessere Zahlen in den Büchern haben, langfristig aber sein Unternehmen gegen die Wand fahren. Denn an einem gewissen Punkt fragen sich die Leser ob ihnen die gelieferte Qualität ihr Geld noch wert ist. Das trifft übrigens nicht nur auf die Medienbranche zu.

    Also liebe RZ’ler: Fahrt euren Karren nicht in den Dreck oder gegen die Wand, passt auf dass ihr den Zug nicht verpasst und setzt frühzeitig auf neue Wege. Es wäre schade wenn es die RZ irgendwann nicht mehr geben würde, weil man zu lange am Papier hing.

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  4. Paul Hahn

    Prima Herr Chefredakteur und gut gemacht Lars!
    Da freu ich mich heut schon drauf, auf das Ergebnis dieser Blattkritik.
    Wenn ihr diesen EVENT, wie damals bei mir auch als Video ins Netz stellt, können sogar alle dran teilhaben. SUPI!!

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  5. Lars

    So ist es. Und ich nehme an, nach meinen bisherigen Kommentaren hier, wird es für die in der Leserblattkritik schon erfahrenen Redakteure der ZP sicherlich nochmal etwas spannender als bisher.

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  6. Christian Lindner

    So, Lars und ich haben telefoniert.

    Wir haben vereinbart: Am Donnerstag, 10. Juni, ist Lars externer Kritiker in der Konferenz der Zentralredaktion der Rhein-Zeitung.

    Ich habe ihn ausdrücklich ermuntert, uns und unsere Zeitung dieses Tages dabei so klartextig zu bewerten wie in diesem Blog. Auch er freut sich darauf.

    Christian Lindner, Chefredakteur

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  7. Paul Hahn

    Ge´Morje, Lars,

    danke für dein Vertrauen, das du in meine Fähigkeit zur „Leser-Blattkritik“ bei der RZ setzt. 😉

    Aber ich bin überzeugt, dass du keine extra Schützenhilfe brauchst, denn mit plausiblen, sachlichen Argumenten zur Verbesserung der guten Sache „Rhein-Zeitung“ wirst du bei den heute Verantwortlichen der Chef- und Mantelredaktion punkten, da bin ich sicher.

    Freu mich auf das Ergebnis dieser spannenden Blattkritik durch dein Insiderwissen.

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  8. Katrin Steinert

    @alle Ich bin unter Zeitdruck. Muss in zwei Minuten an den Ring. Dennoch ganz kurz: Danke für die tollen Beiträge. Ich mische mich ein, sobald ich mehr als zwei Minuten habe. Gerade ging viel Zeit fürs Lesen der spannenden Kommentare drauf. Zumindest bin cih wieder up to date 🙂

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  9. Lars

    @ Christian Lindner

    Hallo Herr Lindner,
    es freut mich dass sie meine Kritik beachten und meine sich Meinung gerne einmal persönlich anhören möchten. Diese neue Offenheit macht die RZ sympathisch, was ich schätze. Und natürlich nehme ich Ihre Einladung gerne an, eine E-Mail von mir finden Sie in Ihrem Postfach.

    @ Paul Hahn

    Soll ich dich mitnehmen? 😉

    @ Daniela

    Ja, du hast recht, das Niveau einer großen deutschen Boulevardzeitung ist nicht dass, was der klassische Leser will. Und es ist auch nicht dass, was der vielleicht kommende Leser will.Aber die Zeitung wie sie ist, wird nicht mehr lange existieren können. Deswegen muss man darüber diskutieren, wenn man sie erhalten will. Auch scharf, mit harten Argumenten, etwas übertrieben, hitzig und manchmal auch mit spitzer Zunge.

    Ansonsten gebe ich dir vollkommen Recht. Nur muss der Wandel meiner Meinung nach schneller gehen. Die Zeitungsbranche der USA bietet da ein gutes Beispiel und auch eine gute Warnung. Denn bei so ziemlich allen „medialen Angelegenheiten“ wie Zeitung, Blogs, Twitter, Smartphones usw. sind diese uns zwei Schritte voraus. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen dass wir in Europa einmal innovativ werden und die USA überholen – und die Talsohle dabei vielleicht einfach überspringen.

    @ Stefanie Ehl

    Ich stimme dir zu. Nur müsste das alles schon lange passiert sein. Aber ich glaube an die Innovationskraft der Medienhäuser. Und bei der RZ bin ich mir sogar sicher dass sie es schafft. Allerdings gibt es sehr viele „Aber“. Und eben auch sehr viele Kritikpunkte, die es auszumerzen gilt. Letzter Satz gilt aber für die Medienbranche insgesamt.

    @ adlerweb

    Siehst du Florian, du stellst einen Leser dar, der in die Zielgruppe der zukünftigen Leser passt. Und um die zu erreichen, muss das Medium Zeitung eben mehr als nur ein wenig umgekrempelt werden. Eigentlich gehöre ich ja auch in die Zielgruppe, ich nehme mich da aber eigentlich immer gerne aus und versuche Abstand zu den Zweigen und Auswüchsen meiner eigenen Branche zu bekommen.

    Antworten
  10. adlerweb

    @Lars In den überregionalen Punkten schließe ich mich dir an – Informationen von Gestern interessieren mich nicht, erst recht nicht auf totem Baum – da leisten Newsticker die bessere (i.S.v. schnellere) Arbeit. Natürlich ist es ein Mehrwert, wenn Redakteure Zusammenhänge aufzeigen, welche man auf den ersten Blick nicht erkennt, solche Artikel sind aber (bei allen Medienhäusern) eher selten und finden über die Ticker ohnehin irgendwann ihren weg zu mir.

    Im Punkt Regionalnachrichten bin ich nicht überall deiner Meinung. Wie ich schon sagte interessiert mich der überregionale Teil der RZ nicht, entsprechend ist eben dieser Regionalteil der nahezu einzige Grund, warum ich die RZ ab und an lese und ich kann dir versichern, dass ich nicht zahlen würde, wenn die RZ qualitativ auf der Niveau der unstrukturierten und werbeüberfrachteten Anzeigeblättchen sinken würde. Natürlich bieten diese die Infos (in meiner Meinung nach unbrauchbarer Art) kostenlos an, aber die RZ hat (zumindest in meiner Ecke) wesentlich mehr Hintergrundinfos und eine für meine Interessensstruktur vernünftigere Themenwahl (weniger Klatsch). Auch kann ich versichern, dass die PMs (zu meinem Leidwesen) nicht alle übernommen werden: Von denen die ich kenne wurden die meisten nicht veröffentlicht, andere um wesentliche Teile gekürzt – finde ich im Gegensatz zu dir allerdings eher schlecht für den Informationsgehalt. Recht gebe ich dir allerdings, dass mehr kritische und investigative Lokalartikel (trotz imo unpraktischem Format) ein interessanter Anreiz wären öfter einen Blick hinein zu werfen.

    @Stefanie Ehl: Diese ganzen (at)-Varianten erkennen die Crawler inzwischen sehr zuverlässig, da müsste man schon kreativer werden – ein vernünfiger Mailserver sollte aber den Großteil der SPAM-Bots ohnehin nicht durchlassen (Stichwort DNS,RBL&co)

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  11. Stefan

    Dem „einer der besten Blogs“ laut Stefanie Ehl will ich nicht widersprechen – es mag aber auch etwas daran liegen, dass hier einfach mehrere „vom Fach“ zusammengefunden haben.

    Ich als „Mehrnurleser“ danke auch für die Fachdiskussion.

    Ich glaube wenn die genannten Ideen umgesetzt würden – was sicher manchem Politiker nicht gefällt (aber warum werden die auch nur noch von der Hälfte der Wahlberechtigten gewählt!) – dann können auch Lokalzeitungen wieder mehr Auflage machen!

    Und: in Mainz hatte man in den 90iger Jahren doch ganz gut angefangen; hat dann aber viel falsch gemacht.

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  12. Stefanie Ehl

    Das ist einer der besten Blogs, die ich jemals gelesen habe: viele interessante Diskussionspunkte und wertvolle Beiträge. Vielen Dank an Alle!!!!

    Die RZ ist ein Medienhaus mit einer offenen Kommunikationspolitik. Sie stellt sich den Veränderungen und Herausforderungen der Medienlandschaft. Sie weiß, dass das Internet eine Bedrohung, aber eben auch eine Herausforderung für das klassische Geschäftsmodell „Zeitung“ ist (was hier meine Vorschreiber ganz toll beschrieben haben!).

    Die RZ steht damit im Gegensatz zur WAZ-Gruppe, deren Mitarbeiter es eiskalt erwischte, weil Verleger und Management die Entwicklung nicht sehen wollten gemäß den 3-Affen (nichts hören, sehen, reden wollen). Von der Entlassungswelle haben die WAZ-Mitarbeiter damals aus den Medien erfahren… Wer regiert dort? Nur noch die Finanzinvestoren des Private Equity Fonds, die die Rentabilität eines Unternehmens nur noch mit der Brechstange retten können: indem sie Leute zu Hunderten rausschmeissen und Betriebssparten outsourcen oder gleich platt machen.

    Wie sieht es denn bei SAT 1 aus? Das war mal der Vorzeige-Sender, üppig ausgestattet mit dem größten Spielfilm- und Rechtepaket aller Zeiten! Und heute? In der Tiefgarage parkt kein Mitarbeiter mehr, weil die Decke jeden Moment runterkrachen könnte. So kaputtgemacht wurde dieser Sender von Leuten, die keine Ahnung vom Mediengeschäft hatten, aber ein gesteigertes Geltungsbedürfnis. Und heute? Sieht man da Innovationen? Neue Sendekonzepte? Nein – es wird nichts getan. So kann man auch den Bach runtergehen…

    Der Rückgang der Leserschaft im Printsektor trifft nur auf die Zeitungen zu (leider wird bei Marktanalysen immer „Zeitungen & Zeitschriften“ zusammengefasst, was mich schon im Studium tierisch ärgerte, denn es stimmt einfach nicht!!!)

    Insgesamt gesehen ist ein Rückgang bei den Zeitungen zu beobachten. Zeitschriften hingegen – und insbesondere die Special-Interest-Zeitschriften – boomen hingegen. Warum? Weil sie den Leser genau im Fokus haben. Warum ist der Fokus so erfolgreich und hat den Spiegel schon vor Jahren überholt? Weil er Geschichten bringt in einer guten Bilderstrecke, mit Grafiken. Weil er Reportagen hautnah bringt.

    Warum boomen Hörbücher, während der Büchermarkt zurückgeht? Eben – weil ich sie überall nutzen kann. Weil sie spannend gemacht sind. Eben ein Erfolgsprodukt!

    Und hier sehe ich die Erfolgsaussichten für die RZ: Die Stärke im Lokalen, direkt vor Ort.

    @ Lars:

    Übrigens würde ich das Angebot der „Blattkritik“ sofort annehmen, vielleicht am 18.05., wenn Sascha Lobo da ist (wenn das geht)?

    @ Katrin Steinert:

    Ja, es gibt erfolgreiche Geschäftsmodelle im Internet. Mir ist gerade eine Vermarktungsstrategie eingefallen….

    Ich musste bei Deiner Aussage: „wenn jemand ein Geschäftsmodell im Internet hätte, dann wäre er ein sehr, sehr reicher Mann“ gerade schmunzeln. Ein Patentrezept hat keiner, denn dann wären meine Profs aus dem Bereich E-Commerce alle steinreich gewesen und wären mit Chauffeur statt mit dem klapprigen Auto zur Uni gekommen…

    Was viel wichtiger für mich war, ist einfach Lösungswege zu finden und aufzuzeigen (SWOT-Analyse). Zu überlegen: was ist die Krise – und wie kommen wir hier raus? Was sind unsere Stärken?

    @ all: Neues wagen, Neues lernen – das finde ich immer wieder spannend. Die Medienwelt steckt voller Innovationen und Möglichkeiten und Herausforderungen. Packen wir´s an!

    Grüße,

    Stefanie Ehl

    P.S.: Einen Tipp habe ich noch: Bitte NIEMALS die komplette E-Mail-Adresse mit @ angegeben, sondern nur VERSCHLÜSSELT mit z. B. Lieschen.Mueller (at) koeln.de Sonst quillt Euer Postfach die nächsten Tage über von Spam-Mails, die über E-Crawler geschickt werden!!!

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  13. Stefan

    Herr Hahn – lassen Sie Lars doch selbst entscheiden!

    Sympathisch aber die Reaktion von Herrn Lindner.
    In einem anderen Fall von Kritik (vor 10 Jahren) hatte er noch ein Veröffentlichungsverbot von weiteren Leserbriefen in Gang gesetzt.
    Mancher wächst tatsächlich persönlich mit der beruflichen Karriere?

    Weiter so Herr Lindner!

    Antworten
  14. Daniela

    Eine sehr interessante Diskussion, die ins Leben gerufen wurde. Ich lese täglich RZ – Lokalteil Neuwied – und ich kann beide Seiten durchaus verstehen.
    Man würde sich manchmal ein attraktiveres Angebot wünschen. Sowohl Print, wie auch online. Das wünsche ich mir aber bei anderen Zeitungen (FAZ, Weltkompakt, usw.) Aber man kann halt nicht immer alles recht machen. Und das die RZ die Vorlagen 1 zu 1 übernimmt, kann ich mit gutem gewissen verneinen. Wer selbst mal einen Artikel über RZ, Krupps usw. hat drucken lassen, weiß was ich meine.
    Und was ich auf gar keinen Fall will ist eine Bild. Ist jetzt schon schade, dass immer öfter gute Pressemitteilungen so lange aufgemotzt werden, bis sie Bild Niveau erreichen. Das wäre total falsch und ist sicher nicht das, was der klassische RZ Leser will.
    Das MoJane Projekt ist gut. Es bringt die RZ noch näher zu den Leuten. Ist jedenfalls meine Meinung, denn ich hatte schon das Vergnügen ;o). Aber das wird auch in Zukunft nicht alles sein. Der demografische Wandel führt nun mal auch dazu, dass wir auch wieder zurück zu Print kommen, spätestens dann, wenn die Augen schlecht sind.
    Was man heute braucht, (das brauchen aber auch unternehmen) ist ein Mix aus guter Printauflage, gutem Onlineauftritt und der richtigen Werbung. Dabei will ich Online mehr lesen, als nur die RZ als Onlineausgabe. Da würde ich gerne mehr Hintergrund haben. Und ja, auch ich vermisse bei der RZ des öfteren regionale Debatten als klar strukturierte Beiträge. Ein Beispiel: Die Debatte die sich zur Zeit in Raubach bezüglich der Erweiterung des Bebauungsplans im Rahmen von Erweiterungsbauten der Papierwerke abspielt. Jede Woche habe ich die Chance mindestens 1 Artikel dazu zu lesen. Jetzt würde ich mir online wünschen, dass ich die Artikel nach und nach da habe, Hintergrundinfos und Kommentare finde und ggf. ein Diskussionsforum entsteht. Ähnliches sollte auch für die Bereiche errichtet werden, die sich auf Grund ihrer Vielzahl an Leserbriefdiskussionen auszeichnen. Oder auch für das „Thema des Tages“. (aber eher Regionalbezogen)
    Das ist meiner Meinung nach die Zukunft. Eine Printausgabe mit dem neusten des Tages, und einer sehr guten Regionalberichterstattung und eben einer Ergänzung mit aktuellen Kommentaren und aktuellen Berichten und Hintergründen zu Regionalen „Brennpunkten“ online. Denn so hat jeder die Chance, das zu lesen was er möchte und diese zu kommentieren. Dabei könnte sich dieser Bereich durchaus durch Werbung finanzieren, der klassische Printbereich (bzw. Onlineausgaben) hingegen behalten ihren Preis. Im Grunde ein System FAZ auf Regionaler Ebene. Vielleicht gibt es diese Gedankengänge ja schon und wir sehen sie nur nicht. Die Familienserie z.B. finde ich schon mal einen guten Start.

    Mich würde noch interessieren, wie gut oder eben schlecht denn die Infos zu regionalen Brennpunkten sind. Wir können uns hier aufregen, dass die RZ lokal nix hinbekommt, aber wenn kein Input kommt, ist das auch schwierig. Können ja nicht überall sein, die Leute. Schade fände ich allerdings auch, wenn Brennpunktthemen nicht beachtet würden, bzw. man zuerst mal nachfragt ob man es überhaupt bringen darf, auch das es leider in der Vergangenheit gegeben.

    So nach dem vielen Text ein großes Sorry für die Rechtschreibfehler, die dürfen aber behalten werden. Und nen schönen Restsonntag.

    Antworten
  15. Paul Hahn

    @LARS

    Dieses freundliche Angebot des Chefredakteurs, lieber Herr Lars,
    würde ich auf jeden Fall annehmen.

    Hatte selbst schon mal das große und lehrreiche Vergnügen eine „Blattkritik“ bei der Rhein-Zeitung zu machen.

    Und das Schönste daran war:

    Chef- und Mantelredaktion zeigten sich in höchstem Maße lern- und innovationsbereit und haben eigentlich ALLE meine Vorschläge umgesetzt.

    Sogar die erst belächelten Newsletter gibts inzwischen bei der RZ!

    Also los:

    Nur Mut, Lars, ab in die Höhle des Löwen.

    Die sind gar nicht so schlimm wie vermutet. 😉

    Antworten
  16. Christian Lindner

    @Lars

    Mir gefällt nicht in jedem Punkt, wie Sie die Arbeit der Rhein-Zeitung und anderer regionaler Medienhäuser bewerten. Eine Zeitung wie die FAZ oder wie die Zeit zu machen, ist (mit genügend guten Leuten) letztlich leichter, als das hoch komplexe Produkt Regionalzeitung (man durchdenke nur mal die Breitbandigkeit unserer Leser-Kunden!) durchgängig akzeptiert auf den Markt zu bringen.

    Mir gefällt aber, wie engagiert Sie die Medienbranche beobachten – und dass Sie sich viele Gedanken auch um regionalen Journalismus machen.

    Ich möchte Sie deshalb zu einer Blattkritik der Rhein-Zeitung – ebenso konkret (Tagesausgabe) wie generell (Ihre Sicht unserer Produkte) – in die tägliche Konferenz unserer Zentralredaktion einladen. Irgendwann mal, gerne aber schon bald.

    Wenn Sie kommen mögen, kontakten Sie mich einfach unter christian.lindner@rhein-zeitung.net. Würde mich freuen, fänd ich spannend.

    Christian Lindner, Chefredakteur der Rhein-Zeitung

    Antworten
  17. Stefan

    „Ich mache also aus einer “Meldung” eine “Geschichte” und räume dem aktuellen mehr Platz ein und bringe für das Tagesgeschäft eben nur einen Zweispalter mit den nötigsten Fakten.“

    Genau.

    So wie das online Mo gerade versucht – mit dem 24-Stundenrennen auf dem Nürburgring.

    Mo könnte also durchaus dem Bratwurstjournalismus der RZ Impulse geben!

    Antworten
  18. Lars

    Vielleicht mal der Versuch diese Diskussion wieder etwas zu versachlichen.
    Ich möchte hier nicht die Redakteure der RZ persönlich angreifen oder diffamieren, auch möchte ich nicht dass sich jemand persönlich angegriffen fühlt. Und nein, ich möchte hier auch kein, Zitat: „C-Bashing“ betreiben
    Warum wir von der Ausgangsfrage (Zukunft des Lokaljournalismus) zur Diskussion über die RZ gekommen sind, ist aber auch relativ egal, denn auch die RZ stellt einfach ein Beispiel der aktuellen Regionalzeitungslandschaft in Deutschland dar.
    Und deshalb nochmal:
    Ich sehe bei den aktuellen Regionalzeitungen – und dabei ist es vollkommen unerheblich ob diese nun RZ, PNP, Nordkurier oder HNA heißt – ein großes Problem: Sie sind alle in der Preis-Auflage-Qualitätsspirale angelangt. Das hat verschiedene Ursachen, aber eigentlich nur eine Auswirkung: Die Regionalzeitung von heute hat ein Wirtschaftlichkeitsproblem und muss damit klar kommen, sonst gib es sie morgen nicht mehr. Die Probleme sind für mich folgende:

    – Die Anzeigenkunden wandern in die Welt des www ab. Denn hier ist der TKP für eine Anzeige wesentlich geringer, zum anderen fehlt den Verlegern hier ein etabliertes Geschäftsmodell außerhalb des Paid Content. Letzterer wird für einen reinen „Printabklatsch“ wohl auch eher nicht funktionieren.
    – Die Leser sterben einfach weg. Der demografische Wandel sorgt zum einen dafür dass weniger junge Leser nachwachsen, zum anderen gibt es da aber auch das Gesellschaftliche Problem der Familiengründung. Die findet entweder später statt, oder eben überhaupt nicht. Früher wurde mit Mitte 20 oder 30 geheiratet, ein Haus gebaut und eben eine Zeitung abonniert.
    – Die Leser finden ihre Informationen im Internet. So weit ja eigentlich nicht schlimm. Das Problem der Verleger: Dem Leser ist es vollkommen egal wie gut oder sachlich diese Information ist, er will sie erst einmal schnell und umsonst. Zur Zeitung greift er erst dann wieder, wenn er dort mehr als die bloße Information findet. Oder eben exklusiv. Oder noch besser: Den Schmutz des Lokalen: Lesbische Kindergärtnerinnen, gefälschte Bodengutachten für das Neubaugebiet, oder homosexuelle Pfarrer. Ja das ist Boulevard hoch 10 – aber beim Leser ziehen solche Geschichten wie die Peitsche im SM-Studio. 😉
    – Die Verleger sparen. Und zumeist am falschen Ende. Denn das was der Leser will (hochwertige, fundierte, qualitative und exklusive Information) muss erst einmal Produziert werden. Es gibt nur noch wenige Redaktionen die sich ihre Edelfedern leisten und Redakteure auch mal zwei und mehr Wochen nur an einem Thema recherchieren können. Das aber will der Leser, den bloße Information findet er halt eben auch Gratis im Netz. Oder im Anzeigenblatt.

    All das heißt für mich im Ergebnis: Die Regionalzeitung muss mehr Magazin und weniger Zeitung werden. Oder anders: SPIEGEL und ZEIT mit einem Hauch BILD für Hintertupfingen.

    @ C. Lindner,
    und wie viele freie Mitarbeiter hat die RZ? Und zu welchen Bedingungen arbeiten die „festen Freien“? Aber ich glaube diese Diskussion ist weder zielführend, noch gewünscht.

    @Paul Hahn
    Doch, doch. Ich lese die RZ. Neben der Süddeutschen und der Zeit. Und mein Vorwurf der unverändert abgedruckten Pressemitteilungen ist leider Fakt. Natürlich nicht in jeder Ausgabe und jeden Tag, das habe ich so aber auch nicht in den Raum gestellt. Was ja so, wenn ein Thema halbwegs neutral und sachlich dargestellt wird, auch nicht schlimm ist. Das ist übrigens auch das Ziel einer PM. Aber: Der Leser sollte bitte darüber informiert werden!

    Und leider finde ich in meiner Lokalausgabe der RZ leider nicht die „großen Geschichten“ die man manchmal einfach erwartet. Mir wird einfach zu wenig „im Dreck gewühlt“. Aber wie ich schon schrieb: Das ist leider ein Teufelskreis.

    @ Katrin Steinert

    Zunächst glaube ich nicht, dass meine sicherlich sehr harte Kritik, abfällig ist. Ich möchte weder einzelne Redakteure oder Lokalausgaben verunglimpfen, sondern ich sehe hier ein ganz allgemeines Problem der Institution Regionalzeitung. Dass die Redakteure letztendlich die Kritik abbekommen, ist dem Fakt geschuldet, dass sie nun einmal den Platz zwischen den Anzeigen füllen.

    Du schreibst dass aktuelle Dinge geschehen, und dadurch andere Dinge „durchgewunken“ werden müssen. Aber ist gerade das nicht der falsche Ansatz? Warum bringe ich die Geschichte dann nicht zwei Tage später, dafür aber wesentlich umfassender und tiefer recherchiert? Ich mache also aus einer „Meldung“ eine „Geschichte“ und räume dem aktuellen mehr Platz ein und bringe für das Tagesgeschäft eben nur einen Zweispalter mit den nötigsten Fakten.

    Wie ich bereits schrieb: Das Geld für guten lokalen Content muss durch Anzeigenkunden kommen und weniger durch den Vertrieb. Ob der Anzeigenkunde im Netz oder auf dem Papier seine Anzeige sehen will, ist egal. Zudem sollten die Verleger endlich mal von ihren Erwartungen einer Rendite von über zehn Prozent und mehr kommen. Zetsche oder Pirch würden vor Freude nicht mehr laufen können…

    Und ich muss zugeben: Die Geschäftsmodelle für das Netz heißen für mich auch Paid Content und Apps. Aber: Ein neues Erlösmodell heißt auch eine neue und innovative Präsentationsform zu schaffen. Zudem sollte Paid Content auch „Micropayment“ und „Reines Onlineabo“ heißen. Oder mit anderen Worten: Hier ist die Information etwas wert, aber nicht das Papier. Und möchtest du den Leser dazu bekommen, braucht es zwei Dinge:

    a) QUALITÄT!
    b) KONSEQUENZ!

    Für Bratwurstjournalismus (ich liebe dieses Wort) oder reines aneinander reihen von bloßen Fakten wird der Onlineleser überhaupt nicht bereit sein zu zahlen und der Papierleser nicht mehr lange. Dann lieber fast keine Qualität und viel PR, dafür aber umsonst.

    Antworten
  19. Stefan

    Hallo Herr Lindner,

    ich wusste garnicht dass Sie schon 30 Jahre bei der RZ sind.
    Also mit 20 gleich nach’m Abi??

    Dann bin ich mal gespannt, ob in der Zeitung nicht nur Julia im Interview erscheint – sondern auch der FWG-Chef aus Bund oder Land! Vielleicht dann einen Hinweis hier – dass ich mir Ihre Zeitung auch mal extra kaufen kann.

    Antworten
  20. Christian Lindner

    @Stefan

    Wenn Sie wüssten, wie oft ich in 30 Jahren an diversen Stellen im RZ-Land sympathisch unabhängigen Köpfen der Freien Wähler die Zeitungsspalten geöffnet habe … – dann würden Sie nicht so forsch urteilen.

    Antworten
  21. Paul Hahn

    Vielen Leser-Dank an Katrin Steinert und Moritz Meyer für eure praxisnahen und plausiblen Beiträge.

    Denen kann ich 100pro folgen.

    BTW: Derzeit kenne ich deutschlandweit keine Zeitung die so transparent ihre Personalzahlen und ihr Paradigma veröffentlicht wie die Rhein-Zeitung. Danke cl.

    Antworten
  22. Stefan

    Dass Katrin geantwortet hat – finde ich gut.
    Warten wir mal die Antwort von Lars ab.

    Das mit der Obrigkeitskuscherei und anderes sehe ich wie Lars. Ubd ich will nun nicht zu viel Öl ins Feuer geben – aber: wo ist mal ein Beitrag von Mo im Sozialbereich (z.B. Altersheim) – mit anschließenden kritischen (!) Fragen an den örtlichen Sozialdezernenten o.ä.!

    RZ(O) viel „Event“ – zu wenig „4. Gewalt“!

    Kleiner Tipp an Lindner oder einen seiner Redakteure:
    morgen ist in Mainz Parteitag der Freien Wähler RLP. Dwer Bundesvorsitzende Allgaier wird auch reden. Und man wird vielleicht verkünden, dass man gegen die CDU-Weinprinzessin antritt und gegen die SPD-Alleinregierung.

    In Bayern bekamen die „Freien“ 2008 rund 10 Prozent.
    Und im Unterschied zu CDU/FDP vertreten die die Interessen der Kommunen – und nicht die von Griechenland/EU.

    Eigentlich eine optimale Kommunal- und Länderpartei.

    Aber ich fürchte, dass die Zeitung da wieder blind ist – wieviel Werbung hat man dagegen für Julia gemacht!

    Antworten
  23. Katrin Steinert

    @Lars Wir haben 16 Lokalredaktionen. Ich wüsste gerne, über welchen Lokalteil Du so abfällig sprichst. Ich glaube, Dir fehlt – gerade was das Lokale angeht – die Kompetenz, den Inhalt zu bewerten. Zumindest kannst Du nicht alles über einen Kamm scheren. Keiner sagt, dass wir jeden Tag den preisverdächtigen Journalismus machen – machen können. Da sind Leute krank, haben Urlaub, recherchieren und plötzlich passiert irgendwo etwas, weshalb sie dann andere Sachen „durchwinken“ müssen, um Kapazität für das Aktuelle frei zu haben.

    Du beschwerst Dich, dass die Lokalredaktionen geschwächt werden. Du hast recht: Das will keiner. Aber in einer Welt, in der viele Inhalte – wie Du sagst – im Internet kostenfrei zugängig sind -, wollen immer weniger für die Zeitung bezahlen. Woher also soll dann das Geld für Lokalredakteure stammen? Schwarze Schafe gibt es in jedem Unternehmen: Aber ich sage, dass die meisten unserer Redakteure sich abrackern, ethische und journalistische Ansprüche an sich und ihre Arbeit haben. Wir sind alle keine Götter. Wir versuchen einen guten Journalismus zu machen. Aber an manchen Tagen scheitern wir auch einfach an der Realität. Das ist menschlich, oder? Außerdem machen wir Lokaljournalismus für eine breite Leserschaft: Den einen interessiert Politik, den anderen Sport, Garten, Schule, Medizin, Kunst etc. Dass somit nicht auf jeder Lokalseite für jeden ein „Hammerthema“ steht, ist sonnenklar.

    Natürlich schmerzt es, wenn Leser sagen: Das ist nicht mehre meine RZ. Darum ist die Auseinandersetzung mit Lesern so wichtig. Ich diskutiere gerne über meine Arbeit, über verschiedene Sichtweisen. Und ich weiß, dass ich unabhängig arbeiten kann. Das ist mir am wichtigsten. Deshalb bin ich Redakteurin und keine Pressesprecherin geworden. Ich habe die Möglichkeit, neutral über Dinge zu schreiben. Ich muss keine Meinung vertreten. Und die Obrigkeitskuscherei: Die kenne ich zumindest nicht.

    Und bitte: Zeige mir im Internet im Gebiet der Rhein-Zeitung kostenlose lokale Reportagen, zeige mir lokale Kommentare, die Sachverhalte einordnen. Das gibt es bislang nicht. Und ja: Natürlich überlegt die Rhein-Zeitung – wie Tausende anderer Medienhäuser – wie sie mit ihren Inhalten auch im Internet Geld verdienen kann. Derjenige, der die Lösung hätte, wäre ein sehr, sehr, sehr reicher und gefragter Mensch.

    Antworten
  24. Stefan

    Herr Hahn ist mit der WZ-Zeitung zufrieden – Sie Glücklicher!

    Wir hier in Mainz haben da leider teilweise ganz andere Erfahrungen. Nicht ohne Grund ist die verkaufte Auflage in den letzten 10 Jahren von 12.000 auf 8.000 zurückgegangen.

    Und als frustrierter RZ-Leser versucht man dann um so mehr online „gegenzusteuern“.

    Antworten
  25. Paul Hahn

    Als Nichtjournalist und interessierter „Nur-Zeitungs-Leser“ kann ich nicht nachvollziehen, warum hier von Lars, die RZ-Lokalredaktionen so abqualifiziert werden.

    Ich lese seit über 30 Jahren die Westerwälder-Zeitung und einige weitere überregionale Tages- und Wochenblätter, aber am liebsten und als erstes immer meine heimische WZ.

    Und es ist ganz klar falsch und daher merkt man auch sofort, dass Lars die Zeitung NICHT liest, dass es sich hierbei in erster Linie um vorgefertigte Vereinsmeldungen handelt.

    Nein, im Gegenteil, genau das was hier wortreich eingefordert wird, nämlich nicht nur die Meldung von gestern bringen, sondern auch eigene Meinungen als Kommentar oder Glosse oder was auch immer zu drucken, das wird genau von der WZ-Redaktion vermehrt gemacht.

    Vielleicht sollte der Lars einfach mal wieder Zeitung lesen, dann wär er auch wieder aktuell informiert.

    Antworten
  26. Stefan

    Danke für die Info, Herr Lindner.

    Das sind also vermutlich bei etwa einem Dutzend Lokalzeitungen so etwa 30 Fachjournalisten in Koblenz und etwa knapp 10 Journalisten vor Ort.

    Da kann man schon etwas erwarten.
    Aus meiner Sicht (die MRZ hat öfter Vertriebsprobleme und wir lesen sie daher nur noch selten, weshalb ich nur Tendenzerfahrungen widergeben kann): das was mit dieser Personenmenge geboten wird, erfüllt die Wünsche nur (oder immerhin) ausreichend. Ist so ähnlich gut oder schlecht wie dieses Blogforum; insgesamt etwas wenig „effektiv“.

    Antworten
  27. Christian Lindner

    @alle Mitleser, Mitdenker und Mitdiskutierer

    Damit Ihr nicht von falschen Voraussetzungen ausgeht oder einen unzutreffenden Eindruck gewinnt:

    Die Rhein-Zeitung beschäftigt in der Redaktion 189 (einhundertneunundachtzig) fest angegstellte Menschen, darunter 166 Redakteure und 16 Volontäre. Dank einer zeitgemäßen Organisation (Trennung in Blattmacher und Reporter) bietet diese Ausstattung genügend Ressourcen auch zum Recherchieren.

    Antworten
  28. Lars

    <<>>

    Ja, das wurde schon vor 20, 30 und vielleicht auch schon vor 40 Jahren gesagt. Aber kommt es denn von ungefähr? Die innere Pressefreiheit in einer Redaktion wird noch immer von der Courage der Redakteure selbst bestimmt – und wie sie „ihrem“ Verleger entgegentreten….

    <<>>

    Für ein hyperlokales oder regionales Blog brauche ich keine hunderte von Mitarbeitern. Im Gegenteil. Ich brauche nur eine Hand voll Redakteure und ein paar Journalisten und Fotografen die sich auch gerne mal „schmutzig machen“ und so richtig im lokalen Dreck wühlen. Und sich so richtig gut dabei fühlen. Es gibt heute schon genug Beispiele dass es funktioniert, und es werden in den kommenden Jahren immer mehr werden.

    <<>>

    Journalismus wurde im Kern noch nie vom Konsumenten bezahlt. Sondern zum allergrößten Teil vom Anzeigenkunden. Das wird sich sicherlich ändern, aber nicht so schnell wie es vor allem die Verleger brauchen.

    <<>>

    Alles richtig. Das erste Buch der RZ ist gut gemacht. Aber: Brauch eine Regionalzeitung das unbedingt? Sollte sie sich nicht lieber auf Landesthemen und und Regionales kümmern? Die großen Geschichten können andere eben einfach besser. Alleine schon deshalb, weil sie sich eben nicht um Lokales kümmern müssen.

    <<>>

    Doch. Aber:

    1.) Sicher nicht auf Papier;
    2.) Auch nicht erst am nächsten Tag;
    3.) Bezahle ich dann auch nur speziell das, was mich interessiert.

    <<>>

    Soviel zum Thema Qualitätszeitung. Da driften Anspruch und Wirklichkeit für meinen Geschmack etwas weit auseinander.

    <<>>

    Und warum lässt die Qualität nach? Weil die Anzeigenkunden in’s Netz abwandern, die Verleger es aber bisher noch immer nicht geschafft haben, dort ein funktionierendes Geschäftsmodell zu etablieren. Was sie aber selber schuld sind, denn der erste kostenlose Artikel im Netz, war der erste Schritt des langen Weges auf dem wir uns nun befinden. Also wird gespart, Stellen abgebaut und die Qualität sinkt weiter. Die Anzeigenpreise brechen dank Leserschwund noch mehr weg, es wird noch mehr gespart…. Das ist eben der Teufelskreis, der allen in den Medien bekannt ist.

    Und mal im ernst Moritz, kannst du mir sagen warum ein Kontakt im Print, etwas mehr als sechs mal so viel wert ist wie Online? Dort stimmt einfach die Relation noch nicht. Die Onlinewerbung ist einfach zu günstig. Dafür, können aber wirklich nur die Verleger etwas.

    <<>>

    Das sag der Gesellschaft mal. Oder genauer: Dem Leser, der sein Abo kündigt.

    <<>>

    Ich arbeite gerne und viel. Aber zumeist nur noch für die Gegenseite. Und ich sage dir auch warum: Die profitiert von den ausgedünnten Redaktionen und kichert vor sich hin, dass es heute fast genauso einfach ist eine Pressemitteilung nahezu unverändert in der Zeitung, oder einen vorproduzierten Betrag im Radio und TV unterzubringen. Das ganze mit einem hohen Maß an Glaubwürdigkeit und billiger als Anzeigen und Werbesekunden. Und da das so prima funktioniert und die Macher dieser verdeckten PR den Unternehmen damit viel Geld sparen, honoriert man dies sehr ordentlich.

    Antworten
  29. Moritz Meyer

    Das sind nun wirklich die abgedroschensten Sprüche zum Lokaljournalismus, die es gibt. Dass wir nur drucken, was die Bürgermeister uns flüstern, dass wir keine Kritik üben und vor den Anzeigenkunden kuschen, das wurde doch auch alles schon gesagt, bevor es das Internet gab. Das lokale Blog, dass sich langfristig selber finanziert und dabei in der Lage ist, noch zusätzlich mehrere hundert Mitarbeiter zu finanzieren, das möchte ich sehen.
    Schön, dass hier alle Leute ihre Informationen umsonst haben wollen. Fragt doch auch mal euren Bäcker, ob er euch die Brötchen umsonst gibt oder den Handwerker, ob er eure Toilette umsonst repariert. Machen die bestimmt gerne, denn sonst sucht ihr ja im Internet über Facebook einen, der es euch für umme macht. Blättert mal die RZ mit offenen Augen durch und schaut nach, wie viele Texte den RZ-Reportern selbst geschrieben und recherchiert sind: Nicht nur im Mantel, sondern auch im Lokalen. Sicher ist nicht jeden Tag die topaktuelle, exklusive Nachricht dabei, aber die Informationen bekommt ihr so aufbereitet sicherlich bei derzeit keinem Webangebot. Und das ist euch nicht mal 1,30 Euro am Tag wert? Die Arbeit von vielen Redakteuren, freien Mitarbeitern und Fotografen ist euch nicht mal ein paar lumpige Cents wert? Das finde ich viel bedenklicher als das Nachdrucken einer Pressemitteilung eines Vereins. Ihr meckert hier rum, dass die Freien ausgebeutet werden und die Redakteure alle unterbezahlt sind, gleichzeitig sagt ihr aber, dass euch deren Arbeit einen Scheiß wert ist. Tut mir leid, aber damit kann ich gar nichts anfangen. Wer nicht bereit ist, für Informationen zu bezahlen (das geht übrigens bei der GEZ weiter), der darf sich nicht wundern, dass die Qualität des Journalismus immer weiter nachlässt.
    Nachrichten aufzubereiten ist Arbeit und Arbeit muss in dieser Gesellschaft etwas wert sein. Sonst können wir alle die Füße hochlegen und einfach auf den Sensemann warten.
    Aber Arbeiten ist euch ja wahrscheinlich zu anstrengend, denn ihr lasst euch ja lieber „berieseln“, weil das so schön praktisch ist. Dann hört doch am besten gleich auf zu denken. Das ist am praktischsten. Dann fällt euch aber auch nicht mehr auf, wie viel Journalismus tatsächlich in der RZ steckt.

    Antworten
  30. Timor Heidsen

    Hallo Katrin,

    auch ich kann Lars nur zustimmen.

    In meinem Augen betreiben die Lokal-Ausgaben der RZ keinen Journalismus mehr. Da werden munter Pressemitteilung von Vereinen und PR-Text von Firmen gedruckt. Investigativer Journalismus oder kritische Fragen: Fehlanzeige! Das was die „Obrigkeit“ oder Poliker „vom hohen Ross“ sagen, wird gedruckt.

    Als „Leserreporter“ sehe ich bei der RZ und ihren Heimatausgaben die armen „freien“ Mitarbeiter. Mickrige Honorare werden da bezahlt, wovon Sprit und entstandene Kosten meist nicht zu bezahlen sind. Von den aktuellen Knebelverträgen für „Freie“, vor denen sogar Gewerkschaften warnen, möchte ich jetzt hier gar nicht anfragen.

    Lokale Blogs, betrieben von „richtigen“ Journalisten, welche cross-medial unterwegs sind, werden sicherlich die Zukunft sein.

    Antworten
  31. Lars

    Hallo Katrin,

    ich muss dir sicherlich zustimmen wenn du anführst dass eine regionale Färbung bei den großen, bundesweiten Blättern fehlt. Aber: Es gibt auch noch andere Medien, und zwar Radio und TV wo gut recherchierte, hintergründige Informationen auch auf Landesebene heruntergebrochen werden. Und das tolle daran für den Konsumenten: Er kann sich davon bei der Hausarbeit, dem Weg zur Arbeit, oder auf selbiger am PC berieseln lassen, ohne dass er dem große Aufmerksamkeit widmen muss. Kommt etwas was ihn interressiert, kann er seine Aufmerksamkeit wieder voll und ganz dem Rundfunk zuwenden. Das habe ich bei der Zeitung so nicht. Vor allem auch nicht so aktuell.

    Und natürlich, eine Zeitung ist im Gegensatz zum Anzeigenblatt neutral, sie analysiert, sie bewertet, sie ordnet ein, sie kommentiert. Auch auf lokaler Ebene. Und sie liefert die großen lokalen Geschichten: Über den großen Krach im Gemeinderat, den geschassten Wehrführer, das Konzert der verbotenen rechten Band. Und natürlich veröffentlicht sie auch das negative Bodengutachten zum Neubaugebiet bevor es der Bauausschuss kennt. Stimmt’s?

    Ja. Aber leider nicht bei der RZ. Jedenfalls nicht so, wie es der LEser erwarten darf. Aber ich bin fair: Nicht nur bei der RZ. Die regionalen Medienhäuser haben fast alle das gleiche Problem: Personal wird abgebaut, ist unterbezahlt und gute Redakteure wandern ab zu Pressestellen oder anderen Medien. Was im lokalen letzt endlich bleibt, ist eine Seichte Unterhaltung auf dem Niveau der Werbeblätter. Und leider kein richtiger Journalismus.

    Denn das ist eigentlich DIE Herausforderung für den lokalen Redakteur: Er muss den Leuten die er persönlich kennt – und vielleicht auch noch ein gutes Verhältnis zu seinem Verleger haben – auch mal ordentlich auf die Füße treten. Und das ist dann auch Journalismus wie er sein soll. Er ist spannend. Er wird gelesen. Er wird geliebt.

    Aber was haben wir? Wo befinden sich die regionalen Medienhäuser? So wie Christian Jakubetz seit Jahren die PNP zerpflückt, könnte man gleiches auch mit nahezu jeder anderen (Regional-) Zeitung machen. Und auch die großen nehme ich da nicht aus. Das Bildblog (für alle) liefert ja genug Beispiele.

    Wenn sich die momentane Situation in den Redaktionen nicht ändert, werden die Gatekeeper schlussendlich doch die Bürger werden. Oder die freien Journalisten vor Ort. Die brauchen nämlich die Verlage dummerweise nicht mehr um Informationen zu verbreiten. Es ist schade dass viele Kollegen dies noch nicht so recht erkannt haben. Das Internet bietet eine wunderbare Publikationsblattform.

    Und dass nicht nur hyperlokale Medien wie das Heddesheimblog funktionieren, zeigt z.B. auch Oberberg aktuell. Das Angebot funktioniert seit Jahren so gut, dass nicht gerade wenige Journalisten, Reporter und Fotografen davon sogar leben können.

    Auf diese Art der Konkurrenz sollten sich die regionalen Verleger einstellen. Lokales wird im Internet durch solche Angebote in Zukunft immer mehr (nahezu) verschenkt werden. Weil diese Anbieter es eben verstanden haben ihre Ware (den Leser) zu vermarkten. Und sie auch nicht einfach einen Abklatsch ihres am Vorabend bedruckten Holzes in das www stellen. Denn das verschafft den alternativen Internetmedien natürlich noch mehr Zulauf. Und wenn ich als Leser meine Information umsonst bekomme, finde ich das toll.

    Dabei spielt Qualität dann auch nur eine recht untergeordnete Rolle! Die Hauptsache ist: UMSONST!

    Der Leser ist nicht mehr allzu lange bereit für das bedruckte Papier zu bezahlen, schon dreimal nicht, wenn der Inhalt schlecht gemacht ist. Und hier beginnt der Teufelskreis. Es gibt nur wenige Qualitätszeitungen in Deutschland bei denen der Leser bereit ist Geld zu zahlen für das was er da bekommt und der Verleger bereit ist auf Rendite zu verzichten. Und diese kann man an zwei Händen abzählen.

    Vor kurzem waren in Berlin die Radiotage. Und was micht überrascht hat: Die Radiomacher haben etwas erkannt, vor dem die Verleger noch immer die Augen verschließen: Es muss mehr eingeordnet werden, mehr Hintergrund geliefert werden. Denn Nachrichten bekommt der Konsument im Internet.

    Wenn ich heute die Zeitung aufschlage, müsste ich dort für Bundes- und Landesmeldungen eigentlich nahezu nur noch Agenturmeldungen finden, während die Redaktuere sich ausschließlich mit Kommentaren und Dossiers dazu beschäftigen. Und der Regionalteil dieser Zeitung, sollte mindestens genauso dick sein. Es heißt doch schließlich auch Regionalzeitung. Warum also versuchen diese dann mit ihrer Nussschale auf dem großen Meer mitzuspielen, wenn auf dem See vor der Haustür nur Papierbotte dümpeln?

    Antworten
  32. Katrin Steinert

    @lars Klar: Überregionale Infos bekommt man auch beim Spiegel und der Zeit – gedruckt und elektronisch. Aber eben nicht mit regionaler Färbung. Bsp: In Deutschland gibt’s die Wirtschaftskrise. Wie es in RLP aussieht? Das erklärt uns die RZ – ob in Print oder online. Die Nachrichten stammen von den Redakteuren und Korrespondenten, die für unsere Leser die Nachrichten recherchieren.

    Lokale Infos bekommen Leser ebenfalls nicht ausschließlich über den Lokalteil der RZ, sondern auch über die Gemeindeblättchen oder den Wochenspiegel. Die Zeitung allerdings behält sich – wenn sie gut ist – eine neutrale Sicht auf die Dinge. Wägt Für und Wider ab. Kommentiert, ordnet ein. Bietet Reportagen und Hintergründe, bietet verschiedene Infoblöcke zu einem Thema. Gemeindeblättchen und Wochenblätter tun dies nicht.

    Und ja: Es gibt lokale Blogs. Sie bereichern das Nachrichtenangebot im Internet. Allerdings sind sie IMMER persönlich gefärbt – lassen Infos außen vor, bewerten Ereignisse nicht neutral. Natürlich kann unsere Zeitung – auch im Lokalteil – von Blogs lernen. Nah am Leser, Fokus auf Themen, Zuspitzen etc. Aber ich persönlich brauche für meine Meinungsbildung eine Mischung: neutrale Berichterstattung, verschiedene Meinungen.

    Dazu gehören auch Leserreporter. Sie sind eine tolle Sache, bereichern das Spektrum einer Zeitung/eines Internetauftritts. Aber stellt euch mal vor, wir hätten nur noch Leserreporter. Ich würde so eine Zeitung nicht lesen wollen. Ich denke – die Mischung macht’s. Oder wolltet ihr jeden Tag ein Fernseh- oder Radioprogramm, das ausschließlich von Laien gemacht wird? Ich nicht.

    Ich denke, wir sind uns einig, dass es das Patentrezept für die Zukunft nicht gibt. Dass sich die RZ bewegt, zeigt bereits mein Projekt. Und ich bin mal egozentrisch: Ich liebe Papier – ich mag das Internet. Reportagen zum Beispiel lese ich wesentlich lieber gedruckt. Videos und soziale Netzwerke bietet mir das Internet. Die Mischung macht’s. Ich bleibe dabei.

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  33. Stefan

    Dank an Stefanie Ehl und Lars für die fachlichen Argumente.

    Sehe ich als Nichtjournalist fast genauso – nur konnte ich das nicht so gut formulieren.

    Antworten
  34. Lars

    Vielleicht noch eine kleine Anmerkung zum Thema Apps: Ich schätze mal dass sich das Geschimpfe der verleger auf „dieses böse Google“ in weniger als zehn Jahren auch Apple übertragen haben wird. Da wird dann fleißig auf ein Monopoö geschimpft was viele Verleger schon haben und durch eine Leistungsschutzrecht noch verstärkt werden soll.

    Wie sagt man so schön: „Wasser predigen, Wein saufen.“ Prost!

    Antworten
  35. Lars

    Tja liebe Katrin,

    ich bin der gleichen Meinung wie Stefanie Ehl. Die klassische Zeitung wie wir sie jetzt kennen, hat so gar keine Zukunft mehr. Die Bild wir es immer geben, die Zeit wird es immer geben, den Spiegel auch, und wohl auch Süddeutsche und FASZ. Aber ich sehe absolut keinen Grund wieso es in zehn bis fünfzehn Jahren noch die Rhein-Zeitung geben sollte. Jedenfalls nicht in ihrer jetzigen Form.

    Denn das was die RZ akutell leistet können andere zumeist fast alles besser. Und sogar kostenlos. Beipiel? Okay: Alles was nicht lokal oder regional ist, habe ich z.B. bei SpOn oder der Zeit wesentlich besser aufbereitet, umfassender und Hintergründiger. Und das was lokal ist… Schwierig. Hier fehlt der RZ einfach das Personal zum Recherchieren. Da kann aber die Redaktion nichts für, sondern nur Twer mit seiner Auslagerungspolitik persönlich. (Mal sehen ob dieser Eintrag gelöscht wird…) Wobei ich ihn verstehen kann. Kein Verleger beschäftigt Journalisten um den Journalismus willen, sondern um den Platz zwischen den Anzeigen zu füllen. Betriebswirtschaftlich gesehen am besten so billig wie möglich. Funktioniert die Waage zwischen Lesern und Qualität, können die Anzeigenpreise gehalten werden. Darum alleine geht es – und um nichts anderes.

    Aber kommen wir wieder zurück auf die Zukunft der Zeitung. Das was die RZ ihrem Leser lokal bietet ist teilweise ein echtes Armutszeugnis. Und das ist noch gelinde ausgedrückt. Dort finde ich in einem Blatt für 1,30 € Pressemitteilungen von Vereinen nahezu 1:1 übernommen, die ich zwei Tage später dann so auch in den Werbeblättchen von Weiss und Krupp finden kann. Traurig, oder? Von Investigativen Geschichten ganz zu schweigen.

    Und das kann eine lokales Blog alles leisten. Zusammen mit Foto und Video. Gratis. Finanziert durch lokale Werbung und Spenden durch Micropaymentsysteme. Bieten die Verlage dies nicht in naher Zukunft an, werden es andere tun. Siehe Heddesheimblog. Aber ich denke das hat Hardy Prothmann bei seinem Redaktionsbesuch sicherlich schon erzählt.

    Und sollte es einmal soweit sein dass die Gatekeeperfunktion der Journalisten bei den Bürgern selber liegt, wird das ganz große Zeitungssterben beginnen. Da helfen dann auch keine Apps. Und meine Generation (bis 30) ist nicht mehr bereit für das Papier zu zahlen. Es ist umständlich und macht nur Müll. Es nervt einfach. Aber: Ich bin bereit für die Information zu bezahlen. Zumindest unter einer Bedingung: Ich will sie überall und sofort! Das was die Erfinder des Mojo, Voralberg Online, leisten ist das, was ich unter MoJo verstehe und wofür ich bereit bin zu zahlen.

    Aber doch nicht für die Information von gestern…

    PS: Ich bitte Rechtschreibfehler zu entschuldigen, ich habe nicht noch einmal Gegengelesen.

    Antworten
  36. Stefanie Ehl

    @Katrin Steinert:

    Die Zukunft ist mobiler, flexibler Journalismus. Nachrichten werden durch das Internet schneller. Jeder kann sie dokumentieren. Die Welt ist ein globales Dorf. Was bedeutet „Mobile“? Im englischen Sprachgebrauch ist es eben die Bezeichnung für „Mobilfunkgerät“. Das „denglische“ Wort „Handy“ gibt es in angloamerikanischen Ländern nicht.

    „Mobiler Journalismus“ wird in Zukunft somit verstärkt über das Mobilfunkgerät sowie über digitale Kameras und TV-Kameras berichtet werden. Direkt vor Ort. Das RZ-Mobil ist die kostengünstige Produktionsweise des „klassischen Ü-Wagens“.

    Der klassische Ü-Wagen hatte den Vorteil, dass man direkt am Bürger war. Der immense Nachteil: Es war eine personalintensive, hoch kostenintensive Produktionsweise. Das wird es so nur noch bei Live-Sportberichterstattungen etc. geben.

    Erfolgreicher Vorreiter der mobilen Journalisten war hier der Springer-Verlag mit seinen Bild-Leser-Reportern, die kostengünstig und eben überall vor Ort sind, direkt am Ort des Geschehens. Bis ein Redakteur mit seinem Fotografen vor Ort ist, ist das Geschehen bereits beendet. Der Bürgerjournalismus (Landesmediengesetz) wird in NRW längst praktiziert. Bürger produzieren ganze Sendungen!

    Chefredakteur Kai Dieckmann erkannte das Potential des „mobilen Journalismus“. Er setzte auf die Videojournalisten, stampfte eine komplette Videoredaktion aus dem Boden. Damit entwickelte er Strategien, wie er in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben will. Weil er eben weiß, das die auflagenstärkste Zeitung Europas wenig Wachstumsmarkt mehr haben wird, sondern die Zukunft eben mobiler Journalismus ist. Und damit lernte er der TV-Branche das große Zittern, denn denen brechen satte Werbeeinnahmen weg!

    Beim HR werden beispielsweise seit 2005 nur noch Videojournalisten ausgebildet. Es gibt nicht mehr die klassische Teilung zwischen Kameramann und Redakteur. Warum auch? Sie sind kostengünstiger und schneller. Der WDR setzt in seinen Landesstudios ebenfalls verstärkt VJ´s ein.

    Google und Youtube sind in der Medienbranche starke Marken geworden.

    Die Zukunft ist mobil. Sie bleibt spannend.

    Grüße,
    Stefanie Ehl

    Antworten
  37. Stefan

    Schönen Kurzurlaub.

    Und dann bitte etwas begründen, weshalb Zeitung online weniger Zukunft haben könnte als gedruckt plus online Ergänzung.

    Antworten
  38. Katrin Steinert

    @Stefanie Die Zukunft liegt meiner Meinung nach nicht im mobilen Journalismus. Er wird ein Teil eines Ganzen sein. Aber wenn alle Redakteure in Autos durch die Gegend düsen würden und multimedial arbeiten … Ich denke: Die Mischung im Redaktionsteam macht es.

    @Stefan Ich denke, die Zukunft der Zeitung liegt nicht online. Genau wie ich beim mobilen Journalismus der Meinung bin: Die Mischung macht’s.

    Und ja: Mehr Mojos wären toll, weil wir dann im gesamten Verbreitunggebiet jeden Tag präsent wären.

    Ich habe vier Tage frei – falls ihr noch mehr kommentiert: Die Antwort gibt es am Dienstag.

    Antworten
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  40. Stefan

    Genau. Die Zukunft der Zeitung liegt online – und da braucht’s mehr MoJanes!

    Und: man kann sich ja noch die eine oder andere Idee beim Südwestfunk-TV holen – z.B. bei Judith Kaufmann.

    Weiter machen!

    Antworten
  41. Stefanie Ehl

    Wie hast Du Schwimmen gelernt? Klar gab es den einen oder anderen klugen Ratschlag. Aber gelernt haben wir es irgendwie alleine. Ins kalte Wasser springen, einfach loslegen, dabei Wasser schlucken, wild rudern – und irgendwann läuft es von alleine…

    Schwimmen, laufen, drehen, fotografieren, schreiben – all diese Dinge lernt man nur, indem man sie selbst macht, seine eigenen Erfahrungen sammelt und eine eigene Handschrift entwickelt. Wissen kann sich heute jeder googeln. Wissen kann weitergegeben werden.

    Erfahrung und Kreativität sind jedoch wichtiger. Denn sie sind von unschätzbarem Wert. Und Erfahrungen muss jeder selbst im Leben machen. Alles, was im Leben passiert, hat einen Sinn. Man erkennt ihn nur nicht sofort.

    Wenn ich mir Deine Entwicklung zu den Berichten ansehe, dann muss ich sagen, hast Du bei der Berichterstattung über den Flugplatz Hahn einen Meilenstein gesetzt! Der hätte auch im TV laufen können! Hut ab!

    Es gibt so ein schönes Sprichwort der Indios: „Beurteile niemanden, bevor Du nicht in dessen Mokassins gelaufen bist“. Und so ist es: Man kann die Arbeit eines Menschen nur dann beurteilen, wenn man sie selbst gemacht hat. Wenn man auch aus Fehlern lernt.

    Ich bin gespannt auf Deine weiteren Filme! Denn die Zukunft ist ganz klar: der mobile Journalismus!

    Liebe Grüße,

    Stefanie Ehl

    Antworten
  42. Paul Hahn

    Bravo, MoJane Katrin,
    es kam, wie erwartet: Alles wird gut und es wurde gut.
    Übung macht die Meisterin. Und wir sind dabei!
    Weiterhin viel Spaß und Erfolg.

    Antworten

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