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TV-Regie: „Wichtig ist, den Voyeurismus zu bedienen“

Die "Produktionsbibel" von "Schwer verliebt macht detaillierte Vorgaben, wie sich die Protagonisten der Shows verhalten sollen.

Die "Produktionsbibel" von "Schwer verliebt" macht detaillierte Vorgaben, wie sich die Protagonisten der Shows verhalten sollen.

Koblenz. Eine wundersame Wendung hat im letzten Teil der Sat.1-Staffel „Schwer verliebt“ die ach so tief greifende angebliche Liebe zwischen Sarah und Dirk genommen. Während die längst abgedrehten Aufnahmen der Kuppelshow immer noch suggerierten, es habe tatsächlich zwischen den beiden „gefunkt“ und Sarah wolle aus ihrer Heimat in Idar-Oberstein zu ihm nach Leipzig umziehen, teilte Moderatorin Britt Hagedorn Sekunden später in einer lapidaren Bemerkung mit, dass es nun doch nichts damit geworden sei. Schnell weiter, nächste Einspielung.

Im Grunde bestätigte die Moderatorin damit einmal mehr – wenn auch nur in einem Detail – die umfangreiche Berichterstattung unserer Zeitung. Unsere Redakteurin Vera Müller hatte in mehreren Beiträgen, darunter einer Reportage in unserem Wochenend-Journal, ausführlich die unsauberen Methoden des Privatfernsehens am Beispiel von Sarah veranschaulicht. Die übergewichtigen Menschen und ihre Sehnsucht nach Liebe vorzuführen, war nur ein Teil des perfiden Fernsehgeschäfts. Der andere handelte von Ungereimtheiten, die sich regelmäßig im Umgang mit den Kandidaten und im Internet im Anschluss an die Sendung abspielten.

Da war zum Beispiel Fabian L., ein anderer junger Mann, der laut Sat.1-Sendung mit Nicole ein Paar geworden sein soll. Nachdem unsere Darstellung der Hintergründe der Sendung bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte, meldete sich der junge Mann per E-Mail und persönlich in unserer Lokalredaktion in Idar-Oberstein. Er war durch seine markante hohe Stimme eindeutig zu identifizieren. Auch er wollte „auspacken“, erzählen, wie er von der Sat.1-Produktionsfirma unter Druck gesetzt wurde. Unsere Redakteurin Vera Müller berichtete über seine Darstellung. Es war ein Mosaikstein mehr.

Doch dann passierte es, dass derselbe Fabian auf unseren Seiten im Internet plötzlich dementierte, mit unserer Redakteurin gesprochen zu haben. „Der Sender Sat.1 ,hat mich zu keiner Zeit und an keinem Ort instruiert, Handlungen oder Worte von mir zu geben, die ich nicht wollte“, schrieb er – authentisch, aber in einem sehr merkwürdigen Deutsch – im Netz. Hatte ihn Sat.1 wegen der Veröffentlichung unter Druck gesetzt, die Aussagen zurückzunehmen? „Das war mein Eindruck“, sagte Holger Kreymeier, Journalist aus Hamburg. Er hat das preisgekrönte, mit einem Grimme-Preis ausgezeichnete Internet-Format Fernsehkritik.tv begründet und im Anschluss an unsere Berichterstattung Fabian getroffen. „Wir saßen uns bei einem Frühstück gegenüber.“ 250 000 Euro Strafe sollte Fabian zahlen, falls er irgendetwas über den Dreh zu „Schwer verliebt“ öffentlich erzählte. Das sei Fabian von der Produktionsfirma bedeutet worden, sagte Kreymeier.

Merkwürdig auch, wie schnell die anderen Kandidaten auf unsere Berichterstattung im Web abgestimmt reagierten: Direkt im Anschluss an Fabian schrieb Nicole in einem ähnlichen Duktus bei Facebook und auf Rhein-Zeitung.de: „Ich wurde nie und zu keiner Zeit gezwungen, etwas zu tun, was ich nicht wollte“, war da zu lesen. Das hatte streng genommen auch niemand behauptet. Es besteht ein Unterschied zwischen Zwang und Druck. Tatsache ist, dass sich die Protagonisten der Sendung zu vielen Handlungen gedrängt sahen.

Dabei hat die Rhein-Zeitung in einer bisher unveröffentlichten „Produktionsbibel (nur für den internen Gebrauch)“ der UFA Entertainment als Produktionsfirma die entscheidenden Passagen als Anweisungen für die Fernsehmacher und Protagonisten der Sendung ausgemacht: „Es ist wichtig, dass wir mit den Pfunden unserer Protagonisten auch optisch spielen und den Voyeurismus des Zuschauers bedienen“, ist da zu lesen.

Für unsere Redakteurin Vera Müller, die seit 1989 für die Redaktion arbeitet, ist die Geschichte damit noch nicht erledigt. Denn vor Ort wird sie immer wieder auf die Geschichte angesprochen. Rund 200 E-Mails hat sie wegen der Berichterstattung erhalten. Manche Kritik an ihren Berichten und auch die Darstellung im Nachhinein, sie habe nicht ordentlich über Fabian berichtet, steckt sie nicht leicht weg. „Diese Art von Verleumdung habe ich noch nicht erlebt“, sagt sie. Manche Formulierungen in den Kommentaren im Web setzen ihr durchaus zu – daher hat sich die Redaktion der Rhein-Zeitung nun entschlossen, keine weiteren Kommentare auf diesen Seiten mehr zuzulassen.

Von unserem Onlinechef Marcus Schwarze

[Update: Parallel zu unserer Berichterstattung in der Rhein-Zeitung hat Fernsehkritik.tv ausführlich über das geführte Gespräch mit Fabian berichtet. Zudem veröffentlicht das Blog Aufnahmen der Produktionsbibel von „Schwer verliebt“. In der Nacht und am frühen Morgen haben mehrere Internetnutzer in freiwilliger Arbeit die teils schwer lesbaren Fotos aus dieser Produktionsbibel entziffert und in  einem gemeinsamen Etherpad zusammengestellt. Den Stand der Lesbarmachung von diesem Freitag, 20. Januar 2012, 13.27 Uhr dokumentieren wir im Folgenden:]

ToDo: 350(?), 351
 k-DSC00365
SCHWER VERLIEBT
PRODUKTIONSBIBEL
(nur für den internen Gebrauch)
Stand: 13.07.2011
k-DSC00
INHALT
  • Kontakte
  • Konzept
  • Unsere Protagonisten
  • Grundsätze des Formats
  • Recherchetage und Drehplan
  • Der Drehablauf: Aufbau der Liebeswoche
  • Drehberichte und Postproduction
  • Look & Feel
  • Interviewbriefing mit Quadrierung
  • Drehorganisation
  • Notizen
[Kontakte – fehlt]
k-DSC00339 – Die Idee
(Zeile 1): Überschrift: Die Idee
(Zeile 2): Die Idee von Schwer Verliebt ist simpel, denn wir nehmen den Trend der TV-??? wörtlich, deshalb bekommen(?)??? in
(Zeile 3):dem coachähnlichen Format mit Herz möglichst mollige Menschen und Langzeitsingels die Chance? aufs große Glück,
(Zeile 4): diese Männer und Frauen haben ihre(diese?) große Liebe noch nicht gefunden haben , dafür gibt es viele unterschiedliche Gründe, z.B.
(Zeile 6): Sie  sind korpulent und oder entsprechen nicht dem gängigen Schönheitsideal  in Deutschland, so dass sie es bei der Partnersuche schwerer haben als andere.
(Zeile 8): Sie sind schüchtern und haben Probleme eine(n) Partner/in kennenzulernen oder auf andere Menschen zuzugehen.
(Zeile 9): Sie haben besondere Leidenschaften und Hobbies.
(Zeile 10): Sie befinden sich in besonderen Lebensumständen, die die Partnersuche nicht leichter machen.
(Zeile 11): Sie haben mit Beziehungen schon so einiges erlebt, was sie veranlasst hat zurück in ihr Schneckenhaus zu kriechen oder aber sie haben bisher noch gar keine Erfahrungen mit Beziehungen sammeln könne.
(Zeile 13):Die Helden von „Schwer verliebt“ haben also ihre eigene Geschichte und sind sympatische Menschen, denen man gönnt, dass sie sich verlieben und endlich der Einsamkeit entkommen.
Ihnen ist bewusst, dass ein Partner ihre Welt wahrscheinlich auf den Kopf stellen wird,aber auf dieses Abenteuer warten sie schon viel zu lange, denn sie möchten endlich nochmal wieder (oder sogar zum ersten Mal im Leben) „Schwer Verliebt“ sein.
UFA ENTERTAINMENT GMBH
k-DSC00340 – Das Format
[Abs. 1] „Schwer Verliebt“ ist eine (dreiteilige?) TV-Produktion, die den Protagonisten nach der großen
[Abs. 2]In den
(Zeile 17) ABER wir verteufeln das Essen nicht, sondern zelebrieren es!!!!!
(Zeile 18) Bitte jeweils das individuelle Infopaket zum jeweiligen Protagonisten gut durcharbeiten!!!!
k-DSC00342 Kandidaten Seite 1
[zu sehen sind die Kandidaten mit Angaben ihrer Daten]
hier: Sarah, Andreas, Daniel, Fabian, xyz
k-DSC00343 Kandidaten Seite 2
[zu sehen sind die Kandidaten mit Angaben ihrer Daten]
hier: Michael, Thorsten, Heiko, J(ü/ö?)rg Olaff?, Mariam
k-DSC00344 Kandidaten Seite 3
[zu sehen sind die Kandidaten mit Angaben ihrer Daten]
hier: Eric, Jörg, Hans-Dieter, Ellen
k-DSC00345 – Grundsätze des Formats
Wir   erzählen bei „Schwer verliebt“ wahre Geschichten echter Menschen, die  das Herz berühren oder den Zuschauer zum Lachen bringen. Der Zuschauer  sollte mitfühlen und mitfiebern können, wenn es um Liebe und Gefühl  geht. Sie sollen sich in unserem  Protagonisten selbst wiedererkennen  und über den klassischen „Dicken“ schmunzeln können.
Bedürftigkeit und Gönnfaktor  jedes Protagonisten müssen stets berücksichtig sein.  Seine Ecken und  Kanten sollen von vornherein in den Drehplan eingearbeitet werden!
–  Das Thema Optik / Dick sein / Essen / Aktiv sein als Dicker sind zentrale Themen.  In diesem Format hat der Spruch „Liebe geht durch den Magen“ große  Bedeutung, so dass das Thema Essen mehrmals am Tag berücksichtig  werden  sollte. D.h. ein Essen thematisch aufgreifen pro Tag ist Pflicht  und   dann so Kleinigkeiten wie nascht zwischendurch, geht heimlich an den  Kühlschrank, will was gesundes kochen und hat danach wieder Hunger  aufgreifen und damit spielen…
[handgeschriebener Vermerk am Seitenrand : ! (Ausrufezeichen)]
–  Körperlichkeit im Bild:  Bitte überlegt euch gemeinsam mit eurem  Kamerateam, wie man den  jeweiligen Protagonisten gut in Szene setzen kann und integriert bei der  Drehplanung einmal am Tag eine „körperliche Szene“. Das kann Frühsport  bei Alexander sein oder auch der Schwimmausflug an den See bei Torsten… .  Es ist wichtig, dass wir mit  den Pfunden unserer Protagonisten auch   optisch spielen und den „Voyeurismus“ des Zuschauers bedienen… .  Trotzdem regiert wie bei BsF (Bauer sucht Frau) auch das schöne Bild –   mehr dazu unter Look &  Feel!!!!
 [handschriftliche Notiz: Bauch ???? hängt über die Hose]
–  Es herrscht immer eine lustige und / oder romantische Grundstimmung vor! Wir  erzählen eine TV-Romanze mit normalen Menschen und die Emotionen und  das Gefühl haben immer Vorrang!!! Dementsprechend kann zugunsten des  Gefühls auch jeder Drehplan umgeschmissen werden.
–  Scripten: Bitte scripted ihnen nicht ihre Ecken und Kanten weg. Es sind  keine leichten Protagonisten, aber sie wurden ausgewählt, weil sie so  sind, wie sie sind. Also lasst ihnen  soweit wie mögliche ihre  Ausdrucksweise. Scripten heißt bei uns vor allem lustige und   romantische Situationen zu schaffen, in denen die Protas aber ganz sie  selbst sind!!!!
[Handschriftlich: keine Worte in den Mund legen! – ??????????]
Und damit keine Missverständnisse auftreten: Das ganze ist eine Produktion der UFA Entertainment GmbH
k-DSC00346 – Recherchetag und Drehplan
Die   Recherchetag sind der erste persönliche Kontakt mit dem Protagonisten  und als solcher sehr wichtig für die spätere Drehphase! Wir wollen  später, dass sich unsere teilweise  sehr korpulenten Protagonisten vor   der Kamera wohl fühlen und uns in  ihr Herz schauen lassen. Die  Recherchetage sind also dazu da, Hemmungen  ab- und Vertrauen   aufzubauen.
-Vertrauen   heißt in diesem Fall auch die Protagonisten an euch zu binden. Bis zu  diesem Zeitpunkt hatten  sie einen Vertrauensredakteur ab dem   Recherchetag werdet ihr bestimmt  zum Hauptansprechpartner für die  Protagonisten. Schön wäre, wenn die  Recherchetage im Zeitraum zwischen  dem 20. Und 30. Juli statt finden  würden. Ihr plant den Termin in  Absprache mit der Produktion bitte selbstständig!
-Beim  Recherchetag und auch im weiteren Verlauf schärft den Protagonisten  bitte noch mal den Umgang mit der Presse ein. Sobald es Anfragen gibt,  sollen sie sich bei euch oder / und uns melden und erst mal nichts  sagen. Gerade nach der Presseflut zu „Bauer sucht Frau“ haben einige  Protagonisten Ängste falsch dargestellt oder vorgeführt zu werden. Bitte  gebt euren Protagonisten Sicherheit bei euch gut aufgehoben zu sein.
Die   Recherchetage bei den Protagonisten sollen neben dem Aufbau eines   freundschaftlichen Verhältnisses zu den Protagonisten natürlich auch   genutzt werden, um sämtliche Infos über das  Alltagsleben der  Protagonisten, ihre besonderen Marotten und Rituale, sowie feststehende  Termine und Anlässe zu recherchieren (s. Frageliste nächste Seite)
Nach  dem Recherchetag wird es Eure Aufgabe sein, strukturierte Drehbücher   bzw. Drehabläufe zu schreiben, die so an den  Sender gehen können! Diese  Drehabläufe sollen jeden Drehtag einzeln darstellen und deutlich  machen, wie die Planung für den jeweiligen  Drehtag aussieht. Bitte  beachtet bei Eurer Drehplanung folgendes: Pro Tag ist es Pflicht   unterschiedlichen Umfang haben vom Umziehen und schön machen bis zum   Schwimmausflug und einmal pro Tag müsst ihr zeitlich bitte eine  Interviewinsel mit den beiden (evtl. drei) Hauptprotagonisten  einplanen!!!
Andere   für den Dreh wichtige Dinge wie z.B. besondere Lichtbedingungen in der   Korkküche von Alexander teilt der Redaktion (Katrin Morsch und mir) und  der Produktion Suse Haff bitte in  einer gesonderten Mail mit.
– „Kleidung abchecken, ob viel Werbung“
k-DSC00347 Recherchetage & Drehplan
[…] unlesbar
k-DSC00348 – Drehablauf: Tag 1
Tag 1: Das große  Date: Eine(r) oder Zwei?
1. Nachdreh zu Hause. Anschauen der Bewerber  DVD(?) von Familienmitglied oder Freund und auswählen, welche zwei Bewerber(innen) sie kennenlernen möchten.
1. Vorbereitung aufs Date:  Stylen, Klamotten raus suchen und sie noch mal schnell von Mama bügeln  lassen, etwas fürs Date organisieren was man mitnehmen möchte oder falls  jemand gleich selbst kocht …
1. Interview mit dem Hauptprotagonisten,  wie aufgeregt ist er, was erwartet er gleich und was hat er sich  vorgenommen. Hier bitte aber auch noch die Entscheidung für die beiden  Bewerber (Nachdreh) begründen lassen und noch mal ein Grundsatzinterview  zu ihrer Zeit alleine. Wann vermissen sie eine Frau am meisten? Was  erhoffen sie sich von der Traumfrau? Welche Wünsche und Hoffnungen haben  sie für eine gemeinsame Zukunft?
1. Die ersten Begegnung mit der Bewerbern,  jeder Hauptprotagonist soll sich eine romantische Situation oder einen  Ort aussuchen, wo das erste Date stattfinden soll. Das kann zu Hause bei  Mutti mit einem selbstgekochten Essen, ein romantisches Picknick an  einem speziellen See oder auch an der Kegelbahn statt finden. Nach einem  gemeinsamen Essen (das ist hier Pflicht) gibt es auch Einzelgespräche  und spätestens jetzt überreicht jede Bewerberin ihrem Herzbuben ein  aussagekräftiges Geschenk. Hier bitte situative O-Töne als Zwischenstand  einholen und extrem aufs szenische Drehen und die closen Reaktionen  (zur Not nachdrehen!!!) achten!!!
1. Die Entscheidung:  Wie sind die Dates gelaufen. Sprühen schon die Funken oder regiert noch  zaghafte Zurückhaltung? Am Ende des Abends lädt der Hauptprotagonist  auf jeden Fall mindestens eine Bewerberin für den nächsten Tag zu sich  nach Hause ein. Grundsätzlich gilt aber, sie dürfen in den ersten drei  Tagen durchaus auch zwei Bewerberinnen im Alltag kennenlernen und somit  zu sich einladen.
Handschriftlich:
Interview mit den Frauen / Männern können auch im Teamhotel oder draußen stattfinden
1. Die Meinung der Frauen (Männer):  Interviews mit den beiden BewerberInnen. Wie ist es gelaufen? Haben  sich ihre Hoffnungen erfüllt, kribbelt es im Bauch, was haben sie sich  vorgenommen?
©   UFA ENTERTAINMENT GMBH
k-DSC00349 – Drehablauf: Tag 2
[Nummerierung im Original so!]
Tag 2: Der Einzug: Willkommen in meiner Welt
1. Die letzten Vorbereitungen:Gleich  kommt der oder die Auserwählte und es ist noch nicht alles sauber,  aufgeräumt oder für das ausführliche  Frühstück fertig. Die  Hauptprotagonisten bereiten die Schlafplätze ihrer Bewerber vor oder das  Frühstück oder sie machen sich ganz einfach hübsch, denn gleich könnte  die Liebe bei ihnen einziehen.
1. Empfang:  Die Bewerber/innen kommen an und man begrüßt sich nach einer langen  Nacht. Bitte auch hier die Begrüßung genau szenisch drehen wie jede  andere Szene!
1. Frühstück oder direkt Wohnungsführung?:  Je nach Protagonist wird jetzt erstmal ausgedehnt gefrühstückt oder  wird die Bewerberin doch gleich zur Wohnungsführung gebeten? Nehmt euch  für die Wohnungsführung Zeit und lasst die Frauen gerne Kleinigkeiten  entdecken.
1. Wo werde ich schlafen?:  Am Ende der Wohnungsführung erfahren die Frauen, wo sie schlafen werden  und ziehen ein. Bitte nicht die Bilder vom Auspacken vergessen und wenn  sie oder er sich häuslich einrichten…
1. Kennenlernen des Alltages:  Die zweite Tageshälfte dient dann dem tiefern gemeinsamen Kennenlernen.  Deshalb lernt die Frau (der Mann) jetzt gleich die Leidenschaften /  Hobbies / Freizeitbeschäftigungen ihres Auserwählten kennen. Das kann  die Briefmarkensammlung, der schöne Garten oder die beiden geliebten  Hunde sein. Bitte jeweils mit einer schönen Aktion verbinden…
1. Interviews mit beiden (oder Dreien): Eine Interviewinsel pro Tag ist Pflicht!
1. Erster gemeinsamer Abend – und nun?:  Der Abend kann aus einem Abendessen, einem romatischen Spaziergang  bestehen oder auch ein Fernsehabend sein. Eben das, was die  Protagonisten machen möchten. Wenn mehr als eine Bewerberin vor Ort ist,  buhlen die Damen jetzt vielleicht um seine Aufmerksamkeit oder er  spielt ihr etwas auf dem Akkordeon vor… Der Abend endet mit einer  Verabschiedung ins Bett und mit einem Abendestablisher.
Handschriftlich:
Establisher morgends/mittags/abends nicht vergessen! Möglichst mit demselben Standpunkt
k-DSC00350- Drehablauf: Tag 3 [wahrscheinlich unleserlich]
Das ist meine Welt
1. Das erste gemeinsamme  Aufwachen.
2. Das ist meine Welt
3. Gemeinsames Mittagessen. Küche ??? ??? ??? ??? ??? ??? ??? ??? Gemeinschaftlichen
4. Freunde und Familie kennenlernen
5. Interview wie mit Freunden (oder Dritten) Eine Interviewscene? pro Tag ist Pflicht!!!
6. Romantischer Abend wer hat hier die Hosen an? Der Abend kann sein Feuer(?) ????
k-DSC00351 – Drehablauf: Tag 4
[…] unleserlich
k-DSC00352 – Drehablauf: Tag 5
[Nummerierung im Original so!]
Tag 5: Eine Entscheidung fürs Herz?
1.   Der letzte Morgen:  In welchem Bett wachen unsere Protagonisten heute auf? Wie ist die  Stimmung. Traurig, die die sich verabschieden müssen oder unsicher, da  man noch nicht weiß, wie die Aussprache verlaufen wird. Der individuelle  Liebescountdown jedes Paares hat jetzt auf jeden Fall begonnen.
k
1.  Ein Abschiedsgeschenk oder Wir müssen es den anderen sagen:  Je nachdem, was zwischen den beiden Protagonisten bisher passiert ist,  bereitet er jetzt ein Abschiedsgeschenk für sie vor. Wie kreativ wird   wer sein denn am Geschenk kann sie seine Gefühle vielleicht erahnen.  Falls die Liebe entbrannt sein sollte, hat das Paar jetzt eine andere  Aufgabe. Sie müssen es der Familie sagen.
1.  Ein letztes Essen:  Je nachdem wie es reinpasst wäre es gut, wenn wir euch an diesem Tag  ein Essen (von mir aus auch mal nur Kaffee und  Kuchen trinken) haben.  Vielleicht weiht  Heiko sie jetzt auch endlich in sein persönliches  Teegeheimnis ein.
1.   Die Aussprache: Wie geht es weiter?:  Das Paar geht zu einem idyllischen und schönen Ort um die Zukunft zu  planen oder sich für immer Lebewohl zu sagen. Jetzt müssen beide  Protagonisten ehrliche Worte finden und dem  anderen Ihre Gefühle  gestehen. Bitte inszeniert das mit genügend Inhalt. Also mehr als drei  Sätze. So dass  wir etwas  Spannung aufbauen können. Jetzt schenkt er  ihr im Idealfall auch sein Geschenk. Wenn die Liebe entbrannt ist, plant  das Paar natürlich die gemeinsame Zukunft. Umzug?
5.  Interviews  mit beiden (oder [Dreien?]): Das ist dann erstmal das  Abschlussinterview. Also holt euch alles, wenn ihr bisher vielleicht  hinten über gefallen ist ab.
6.   Der Abschied oder doch nicht?  Der traurige Moment des Abschieds ist gekommen. Oder sind alle ganz  vergnügt, weil sie schon bald wieder kommt und nur ein paar Sachen holt?  Bitte inszeniert diese Szene mit genug Bildmaterial da der wirkende  Hauptprotagonist im Zweifel das letzte Bild sein könnte. Vorsichtshalber  dreht aber bitte noch eine  Szene, wie der Protagonist zurück ins Haus  geht und dort etwas zur Stimmung passendes macht wie z.B. mit den Eltern  Kaffee trinken oder ihr  Bild aufstellen.
 k-DSC00353 – Drehablauf Tage 6-8
Tag 6-8 Die Liebe geht weiter
Je  nachdem was bei einem Paar passiert ist und ob es thematisch Sinn  macht, kann der Dreh direkt im Anschluss verlängert werden oder aber es  wird mit einer Pause dazwischen noch mal gedreht. Natürlich muss das  inhaltlich Sinn machen, so dass es eigentlich nur zwei Fälle gibt, in  denen das vorkommt. Einmal wenn die Hoffnung schnell erloschen ist und  ein Hauptprotagonist sich für die falsche Bewerberin entschieden hat und  wir ihm  noch eine Frau schicken wollen. Oder aber wenn die Liebe entbrannt ist,  dann sind mögliche Themen in den Dreh zu verlängern oder ein Nachdreh  zu planen.
[Nummerierung im Original so!]
1. Heiratsantrag: Klar, das ist ein Grund [ 🙂 Smily]
1. Kennenlernen der Schwiegereltern in Spe: Das wäre für mich ein Grund den Dreh zu verlängern, damit wir es planen können.
1. Der romantische Kurztrip zur Krönung der Liebe: Wenn es extrem gute Protagonisten sind, macht es Sinn, hier dabei zu sein. Das müsste man dann nur früh genug absprechen, in dem sie darüber sprechen und es gemeinsam planen.
1.  Ich zeige dir mein zu Hause: Wenn die Liebe entbrannt ist und sie ihm  jetzt unbedingt ihr zu Hause und ihre Eltern vorstellen will, auch da  ihr das Urteil der Eltern oder ihrer Freunde sehr wichtig ist, könnte es  auch für uns interessant werden.
5. Zusammenziehen: Das ist mit Sicherheit etwas, das nachgedreht werden muss.
Und vielleicht gibt es noch andere Gründe oder Ideen, das ergibt sich aus dem individuellen Dreh.
k-DSC00354 – Drehberichte und Postproduction
Die Drehberichte
Die  Drehberichte sind bei „Schwer verliebt“ so reduziert wie möglich, damit  ihr euch kreativ auf den Dreh konzentrieren könnt, aber genauso wichtig  damit die Postproduktion von Anfang an effektiv arbeiten kann!!! Der  Drehbericht besteht deshalb aus einem täglichen Anruf bei Ariane  Bergmann oder Heiko Neher. Es wird berichtet, welche Szenen an dem Tag  gedreht wurden, wie sich das Paar oder die Dreierkonstellation zu  entwickeln scheint und natürlich auch über aktuelle Probleme / Umplanung  des Drehs / mögliche Weiterführung des Drehs / spontane Ideen von euch,  die sich aus dem Dreh ergeben. Neben diesem Anruf schreibt bitte die  gedrehten Szenen auf einer halben Seite bitte kurz und übersichtlich  auf. Diese schriftlichen Drehberichte möchte ich gesammelt von jeder  Realisatorin spätestens zwei Tage nach Drehende gemailt bekommen!
Ebenso  bekommt Suse Haff (?) eine kurze Mail von jeder Realisatorin innerhalb  von drei Tagen nach Drehschluss mit den einzelnen Beginn- und Endzeiten  zu jedem Drehtag, also bitte jeden Tag notieren!
Assistenz
Nur  bei besonders aufwendigen Drehs (zwei Bewerber ziehen ein) wird eine  Assistenz den Dreh begleiten, dementsprechend gibt es niemanden der  mitscriptet. Die Organisation von spontanen Drehlocations übernehmt ihr  auf dem kleinen „Dienstweg“ vor Ort selbst oder bindet die Redaktion  ein. Denkt dabei bitte nur daran, dass die Redaktion / Produktion ca.  24h brauchen kann, um etwas zu organisieren…. Deswegen gilt je genauer  und kreativer die vorherige Drehplanung, je mehr Locations usw. sind im  Vornherein sicher geplant und organisiert…!
Disc-Belabelung
Ein auf dem Dreh vielleicht nur beiläufiges Thema, das in der Postproduktion aber an Bedeutung gewinnt, möchte man der „Materialschlacht“ Herr werden. Demenstprechend werden Eure Discs vorgelabelt sein. Ihr müsst dann nur noch einen Schlüssel (s. nächste Seite) und die jeweilige Discnummer eintragen. Dabei gilt jeder Drehtag startet wieder mit
Disc 1 morgens ein, keine durchlaufende Nummerrierung!!!!
Außerdem werden alle gesetzten Interviews der Hauptprotagonisten und seiner Bewerber, sowie regelmäßigen Nebenprotagonisten auf gesonderten Interviewdiscs gedreht!!!!
Bitte haltet euch unbedingt an die Belabelung und erklärt es den Tonassistenten genau!!!!!
[Handschriftliche Notiz: gedreht wird auf SD]
k-DSC00355 – Discbelabelung
[zu sehen ist die erklärte Labelung der Discs]
k-DSC00356 – Look & Feel
„Schwer  verliebt“ ist vom Look her eine sehr hochwertige Dokusoap, bei der auf die Qualität der Bilder großen Wert gelegt wird und versucht wird durch ein harmonisches Bildkonzept die Erzählung der Lebensgeschichten zu unterstützen. Idyllische Landschaften, hochwertiger Establisher, detaillert gestaltete Interview-Sets und szenisch aufgelöste Situationen(?) sind grundlegende Elemente die einen unverwechselbaren Look ergeben.
Die Bildsprache und Kameraarbeit
Die  Bildsprache ist sehr hochwertig und die Kameraarbeit eher ruhig und klassisch, damit der Zuschauer die Möglichkeit hat voll und ganz auf   die  Lebenswelt des jeweiligen Protagonisten einzulassen (Keine JumpCuts oder Dinge wie Stopptrick(?) gewollt). Gleichzeitig ist aber „SV“ sehr   detailgenau  und sorgt dafür, dass die nötigen Close Ups, Schnittbilder  und totalen Einstellungen zu jeder Situation vorhanden sind. Die   Drehorte sind  sorgfältig ausgeleuchtet und der Ton stets sauber. Die   Bildsprache wird vor allem durch die Beauty Shots und Establisher  ergänzt, die mit Sorgfalt produziert werden. Grundsätzlich werden  statische Gespräche am Tisch vermieden. (Dann muss mindestens gegessen   werden) und diese dann eher bei einem Spaziergang an einem schönen See  oder beim Basteln in Szene gesetzt. Die Bilder dürfen also nicht  wackeln, unscharf sein oder im Leeren enden. GEDREHT WIRD AUF SD!!!!!!!
[Handschriftliche Notizen: ???
Bilder von vorne, nicht profilig
Blicke ???]
Szenisches Drehen
Wir machen zwar eine Dokusoap, aber eine die vom Look her schon sehr an gescriptete  Projekte erinnert dementsprechend drehen wir szenisch!!!!  Das bedeutet  ihr schwenkt die Situative dokusoapig mit, am Ende dreht ihr aber noch Schnittbilder und schöne Totalen. (lasst sie über das selbe Sprechen sonst ändert die Mimik). Ganz wichtig bei den   Schnittbilder sind schöne lächelnde Bilder von Mann und Frau, wie sie   sich in die Augen schauen möglichst von vorne und nicht profilig (Blicke Tennis). Das heißt ihr  dreht an jeder Situative etwas länger und die Protas müssen Geduld haben, aber dann drehen wir lieber eine Szene  weniger am Tag und dafür  alle sauber! Bitte denkt deswegen auch immer  daran jede Szene hat einen Anfang einen dramaturgischen Höhepunkt und  ein Ende. Im Schnitt brauchen wir immer alle drei Teile sonst wird es  schwer.
[Handschriftliche Notizen: Jede Szene beginnt mit Totaler, dann Nähe
1. situativ
2. nah + ?????
3. Totale]
Tonqualität
Der  Ton muss immer sauber sein, auch in den Situativen (z.B. keine Flieger oder raschelnde Geschenke im Ton). Wenn etwas den Ton stören kann wie z.B. in Folie verpackte Begrüßungsgeschenke findet eine Lösung im Team  wie z.B. erst Auspacken und dann darüber reden, wenn es nicht mehr raschelt. Es ist so schade, wenn tolle Situationen durch Tonstörungen  zur Offtextstrecke werden müssen.
[Handschriftliche Notizen: auspacken: reine Bildstrecke
Klamotten: möglichst kein schwarz
keine Vorsichtigen? Bilder!!]
k-DSC00357
[Abs. 1] […] unleserlich
[Abs. 2] Körperlichkeit im Bild
Bitte  macht (auch/euch?) im Thema? Gedanken darüber, wie ihr die  Körperlichkeit eurer Protagonisten ???????????????????????? bei einem  dicken Menschen z.B.
[Abs. 3] Echte Dokumentation?
????????????????????.  machen wir aber immer noch eine Dokumentation. Das heisst wir bilden  das gemeinsame Leben ab. Dies bedeutet, wenn ihr zum Beispiel dreht wie  das Paar zu einem Blumenmarkt? fährt, ????????????????????? Da bei uns  das Essen im Mittelpunkt steht, thematisiert das immer wieder?, dabei  ????? bitte nicht. ????? liebt das Essen, gerne Bilder wie ?????? , sich  das Essen ind den Mund gesteckt? wird!
[Abs. 4] Wanted? Bilder
Es  gibt ??? zwar Standartbilder, die wir immer wieder? im Schnitt  bearbeiten werden, und die ihr ???? Und zwar sind dass Gänge? der  Protagonisten alleine und gemeinsam in und um? die Wohnung  ???????????????????? und gerade Bilder von der Wohnung (???????
k-DSC00358 – Interviewbriefing
Grundsätzlich gilt für die Interviews, dass sie besonders wichtig sind, da sie uns  die Ereignisse, Gefühle und insbesondere die Gedankenebene unserer Protagonisten parallel zu den am Tag gedrehten Ereignissen wiederzuspiegeln.
Deswegen  plant sie sowohl mit dem Hautprotagonisten, als auch mit Bewerbern bitte einmal täglich ein und nehmt Euch Zeit für sie.
Der Ton muss genauso wie das Bild immer sauber sein!
Sofern der Platz für ein festes Interviewset in der Wohnung des Hauptprotagonisten nicht gegeben ist, muss ein Raum im Teamhotel angemietet werden. Deswegen informiert nach den Recherchebögen die Redaktion/Produktion.
Die Interviews erklären uns die Handlung sowie die Gefühle unserer Protagonisten, sie arbeiten dabei immer auf drei Ebenen:
1)        Erklären/Beschreiben, dessen was erlebt wurde.
2)        Einordnung   der Erlebnisse auf der Gefühlsebene (Hat sich dadurch etwas an den   Gefühlen verändert / sie bestärkt / wie sieht es heute in ihr /ihm aus   usw.?
3)        Ausblick auf kommende Situationen ( wie wird es jetzt weitergehen? Welche Taktik hat sie / er? Steht eine Aussprache an?)
Grundsätzlich vergesst bitte auch in den Interviews nicht den Aspekt der Körperlichkeit / Dick sein und des Essens abzufragen. Kommt bitte immer  wieder auf das Thema zurück bzw. bindet es ein. Wenn ihr eine Szene am Tag gedreht habt, fragt sie bitte immer unbedingt ab, sonst ist sie im Zweifel umsonst gedreht !
Ansonsten gilt:
Bitte unbedingt alle Interviews auf extra Interviewdiscs drehen und diese als solche Kennzeichnen.
Für die gesetzten Interviews eine Interview-Insel pro Tag einrichten, in der alle Personen befragt werden, die für die Szenen des Tages relevant sind.
 [Handschriftliche Notiz: 2 Sets in einem Raum
 1 Männer + 1 Frauenset]
k-DSC00359 – Interviewbriefing
-Eine feste Location einrichten  und Interviews immer dort führen, unbedingt mit 2 Dekorations-Varianten  für Männer- und Fraueninterviews. Hierbei bitte ein neutrales  Interview-Flair(?) schaffen, das folgenabhängig verwendet werden kann.  Falls keine Interviewmöglichkeit inder Wohnung der Frau besteht, bitte  Redaktion / produktion informieren, sowie die Möglichkeit checken, ob  man die Frau vielleicht zu Hause und die Männer dann im neutralen Raum  im Hotel interviewen könnte.
-Interviews immer sitzend im Haus führen, niemals draußen. Da die Sendung mit vielen O-Tönen arbeitet, muss der Ton immer sauber sein.
-Die Interviews sollen optisch  Ruhe in die Sendung bringen und müssen daher tadellos sein, gut  ausgeleuchtet, Protagonist sitzt vorn, es wird möglichst in den langen  Raum geschossen, lange Brennweite, Blende offen, ohne farbigen Filter in  den Lampen darauf achten, dass das Bild nicht zu dunkel ist, Monitor  benutzen, nicht gegen Fenster schießen und die Spiegelung bei Brillen  prüfen, damit man die Augen sieht. Den Hintergrund nicht mit Requisiten  überladen, aber ruhig etwas zu denk Protagonisten passendes dekorieren.  Aber denkt bitte daran, in den einzelnen Sets an den einzelnen Locations  sollte das Hintergrundbild unverändert bleiben.
-Bitte auf links-rechts-Blickwechsel achten – also Männer sitzen immer rechts im Bild, Frauen immer links! [handschriftlich unterstrichen, daneben der Vermerk: (w/r?)ichtig, samt vorausgehendem Ausrufezeichen]
Es gibt nur zwei Einstellungsgrößen: Halbnähe und Nähe (siehe Quadrierungen unten) und denkt bitte dran unter jedes Interviewbild muss eine Bauchbinde passen!
-Zoom bitte nur innerhalb der Fragen, niemals wärend der Antworten!
Situative  O-Töne sollten als kurze Statements mit 1-2 Fragen nach wichtigen,  besonders emotionalen Aktionen eingeholt werden, z.B. wenn etwas  Besonderes, Skuriles oder Emotionales passiert!!! Gewisse Emotionen  (gerade bei Diskussionen / Meinungsverschiedenheiten oder erste  Annäherungen / Liebesgeständnissen) bekommt man so zwei bis drei Stunden  später im Interview nicht mehr in der Form, allerdings nutzt dieses  Mittel nur dann, wenn es die Situation bereichert, es ist nicht zwingend  nach jeder Situation nötig.
k-DSC00360 – Interviewbriefling
[…] unleserlich
k-DSC00361 – Quadrierungen
[zu sehen sind diverse Quadrierungen als Anleitung für die Kamera]
k-DSC00362 – Drehorganisation
Und jetzt noch ein paar allgemeine Informationen zu Fragen, die beim Dreh bestimmt irgendwann auftauchen werden.
Abbildung von Marken:  Bitte achtet darauf, dass wir keine Markennamen im Bild     senden  können. Packt die Chips in eine Schüssel oder dreht das Nutella-Glas  nach hinten, so dass wir nicht so viel pixeln müssen. Das zerstört jeden  Look!
Unterbringung/Verpflegung/Spesen:     Alle Teams  werden möglichst nah zum Drehort im Hotel untergebracht.  Während des Drehs müsst ihr als Team bitte selbstständig, wie es der  Drehplan  zulässt für eure Verpflegung sorgen. Wir bezahlen den üblichen  Spesensatz (minus Frühstück). Spesen werden nur für Drehtage gezahlt.
Handkasse:     Jedes Team wird ein Drehpaket vor Abfahrt zum Drehort erhalten.  Darin    wird auch die Handkasse mit 500 Euro enthalten sein, sowie  ein  Merkzettel zur ordnungsgemäßen Abrechnung bzw. wie die Quittungen  aussehen müssen.
Reisetage/Überstunden:     Zur An- und Abreise zum Drehort wird bei mehr als 300 km ein An- und  Abfahrtstag fürs Team nötig und bitte auch genutzt. Am Anreisetag wird  bitte der Hauptprotagonist schon mal begrüßt vom Team und im besten Fall  schon mal das  Interview-Set eingeleuchtet, so dass es am  ersten  Drehtag gleich los gehen kann. Wir rechnen damit, dass ihr 12 Stunden  pro Tag dreht. Natürlich geht der Inhalt und bestimmte emotionale  Situationen beim Dreh immer vor. ABER bitte vermeidet im Sinne von euch,  der Drehlust der Protagonisten und der Kosten Überstunden.
Nachdreh:     Eine Drehwoche ist jetzt erst mal auf 5 Tage angesetzt, je nachdem was  in der  Liebeswoche aber passiert (große Liebe und spontanes  Zusammenziehen oder nach Fehlgriff, kommt doch eine zweite  Bewerberin)  kann die Liebeswoche um 2 bis 3 Tage direkt verlängert werden. Ebenso  werden wir Ereignisse wie z.B. Zusammenziehen,  Heiratsantrag usw. im  Nachhinein begleiten.
k-DSC00363 – Drehorganisation (II)
Einverständniserklärungen:  Wie bei jedem anderen Dreh auch gilt: dass Protagonisten die bei uns spontan  und einmalig mitwirken (also z.B. die Bäckereifachverkäuferin oder   Eisverkäufer im Park) eine Einverständniserklärung unterschreiben  müssen.
Im  besten Fall konnte die Redaktion/Produktion bei einem Essen im  Landgasthof vorher schon alles  im Zuge der Einholung der  Drehgenehmigung regeln. Falls es aber nicht  der Fall ist und ihr den  Drehplan spontan geändert habt, müsst ihr bitte  an die EV denken,  sonst  können wir im Zweifel unsere Arbeit nicht machen. Das gilt  übrigens leider auch für Menschen die neugierig im Hintergrund rum  stehen…   Sobald jemand Geld bekommen möchte für Location oder Agieren vor der  Kamera muss das bitte mit Redaktion oder Produktion kurz telefonisch  abgeklärt werden.
Unterschiedliche Varianten von EVs werden sich in eurem Drehpaket befinden.
Und ganz allgemein als Information. Alle Rechnungen (auch falls Protagonisten fragen) gehen bitte an:
                                        UFA Entertainment GmbH
                                        -Zentral Finanzbuchaltung-
                                        Dianastraße 21
                                        14682 Potsdam
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Medienwächter über „Schwer verliebt“: „Die Sendungen sind keine Elemente offenen Spotts“

Bei der Landesmedienanstalt Rheinland-Pfalz haben sich mehrere Zuschauer über die Sat.1-Sendung „Schwer verliebt“ beschwert. Ein 40-Jähriger hat nun eine Antwort bekommen. Weiterlesen

Auf Sarahs Seite

„Frontal 21“: Drehpläne führten bei „Schwer verliebt“-Aufnahmen zum Eklat

Das ZDF-Fernsehmagazin „Frontal21“ greift in seiner heutigen Sendung (Dienstag, 6. Dezember) ab 21 Uhr die RZ-Berichte zu Kuppelshows der Privatsender, Knebelverträgen und Kandidatin Sarah aus dem Hunsrück auf. Demnach kam es während der Dreharbeiten zum Eklat.

Bei der RZ hatte sich vor zwei Wochen der Kölner Alexander Hörter gemeldet, der mit der „Schwer verliebt“-Sendereihe ähnlich wie Sarah einschlägige Erfahrungen gemacht hatte. Der 32-Jährige wurde zwar für die Trash-TV-Sendung gecastet und tauchte im Sommer auch als Kandidat in Vorberichten auf, doch nun ist er vom Bildschirm verschwunden: Als sich herausstellte, was sich hinter dem Format verbirgt – angekündigt wurde ihm eine niveauvolle Single-Börse für Übergewichtige – war er froh, dass er „aussteigen“ konnte.

Der Mann befindet sich nun im Rechtsstreit mit der Produktionsfirma von Sat.1. „Frontal 21“ nahm nun Kontakt mit ihm auf; im Interview mit dem ZDF berichtet er, dass ein „Schwer verliebt“-Drehplan bei ihm zuhause wohl vergessen wurde.

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Auf Sarahs Seite

Zahlreiche Reaktionen auf unsere Berichterstattung über Sarah

Im Radiointerview mit RPR1 hat Vera Müller, Redakteurin der Rhein-Zeitung, wenige Tage nach den ersten Veröffentlichungen Auskunft gegeben über erste Reaktionen auf die Berichterstattung über Sarah (27) und ihre Auftritte in der SAT.1-Sendung „Schwer verliebt“. Viele Leser und Zuschauer haben sich unter anderem auf dieser Internet-Seite mit Sarah solidarisch erklärt. Auch haben sich andere Betroffene bei der Rhein-Zeitung gemeldet und wollen ihre per Knebelvertrag vorgeschriebene Schweigepflicht brechen. Zudem wurde das Thema in Schulen aufgegriffen.

Radiointerview: RZ-Redakteurin Vera Müller über Reaktionen auf das SAT.1-Format „Schwer verliebt“, bereitgestellt von der Rhein-Zeitung

Presseschau (Auswahl):

  • „Frontal 21“ liegen Vertrag und Drehplan vor: Wieder schwere Vorwürfe gegen „Schwer verliebt“ (Bild.de, 10.12.2011)
  • Demütigungs-Drehbuch für Schwer verliebt“ auf Sat.1 aufgetaucht (DerWesten, 7.12.2001)
  • Im Namen der Quote vorgeführt und gedemütigt (Welt Online, 2.12.2011)
  • Kann die Medienaufsicht Schmäh-Fernsehen verbieten? (SWR-Video, 1.12.2011)
  • Manipulierte Realität (Neue Züricher Zeitung, 29.11.2011)
  • „Schwer verliebt“ oder schwer enttäuscht? (SWR-Programmankündigung für die TV-Sendung „zur Sache Rheinland-Pfalz!“, die am Donnerstag, 1. Dezember von 20.15 Uhr an im SWR zu sehen ist)
  • Umstrittenes Kuppel-Format „Schwer verliebt“: Es geht fett nach oben (Focus Online, 28.11.2011)
  • Skandal um „Schwer verliebt“: Alles nach Drehbuch? (Die Presse Österreich,  28.11.2011)
  • Video: Vollständiges Interview mit der Redakteurin der Rhein-Zeitung, Vera Müller, zum Zapp-Beitrag „‚Schwer verliebt‘ in der Kritik“ (N3, 23.11.2011)
  • Video: Medienmagazin „Zapp“ (N3, 23.11.2011)
  • Video: „Schwer daneben“ (Fernsehkritik.tv, 23.11.2011)
  • Podcast, Folge 97: „Schwer verletzt“, „Das Ernste“ und Spengemanns Bewerbung (Medien-Kuh, 22.11.2011)
  • Traummann gesucht, Alptraum gefunden (Tages-Anzeiger, 21.11.2011)
  • Schwer verliebt, ein Herz für Freaks (Blog mohrenpost.de, 21.11.2011)
  • Sarah H. bei „Schwer Verliebt“ falsch dargestellt? (DerWesten, 21.11.2011)
  • Sat.1-Kuppelshow „Schwer verliebt“ : Dialoge nur nach Drehbuch? (Bild.de, 19.11.2011)
  • Schwer verliebt 2011: Barbie-Sarah in Wirklichkeit ganz anders? (Entertainment News, 20.11.2011)
  • Schwer geschockt statt “Schwer Verliebt”: Die Nation mobbt Kandidatin Sarah! (promipranger.de, 20.11.2011)
  • „Schwer verliebt“-Kandidatin packt aus (Salzburger Nachrichten, 19.11.2011)
  • „Schwer Verliebt“-Kandidatin erhebt Vorwürfe gegen Sat.1 (Digitalfernsehen.de/dpa, 19.11.2011)
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Schwer verletzt – Sarah in den Fängen der SAT.1-Kuppelshow „Schwer verliebt“

Millionen schauen Sonntag für Sonntag die Sat.1-Kuppelshow „Schwer verliebt“.  Auf der Suche nach ihrem Traummann ist auch Sarah aus Fischbach in der Nähe von Idar- Oberstein zu sehen. Doch von Liebe ist in ihrem Leben im Moment nichts zu spüren, im Gegenteil. SAT.1 macht aus der jungen Frau öffentlich eine Lachnummer. Und das will sich  die 27-Jährige nicht mehr gefallen lassen.

Die Rhein-Zeitung berichtet an diesem Wochenende ausführlich auf drei Seiten darüber, wie Sarah in die Fänge der SAT.1-Kuppelshow „Schwer verliebt“ geriet. Wie die junge Frau in dem umstrittenen TV-Format gnadenlos einem Millionenpublikum vorgeführt wird. Und wie viel Häme und Spott sie heute zu spüren bekommt, nachdem die ersten Sendungen gelaufen sind. „Oh nein, Oh, ist das peinlich … Ich wollte das nicht. Ich musste das tun“, sagt sie jetzt, wenn sie die Sendung mit sich selbst als eine der Darstellerinnen anschaut. Doch das Drehbuch der SAT.1-Produzenten sieht noch viele Szenen vor.

Vera Müller, Redakteurin der Rhein-Zeitung, im Radiointerview über Sarah und „Schwer verliebt“ von der Rhein-Zeitung

„Versendet sich“, sagen Fernsehleute häufig. Wir von der Rhein-Zeitung möchten diese Sendung nicht einfach so stehen lassen. Das, was wir dort sehen, versendet sich eben nicht, es bleibt im Umfeld der gezeigten Menschen zurück, es verletzt. Zurzeit entsteht ein Netzwerk von Menschen, die Sarah helfen wollen. Daher  haben wir für Sarah hier die Internet-Seite „aufsarahsseite.rhein-zeitung.de“ eingerichtet, auf der unter der Moderation der Online-Redaktion Leser Zuspruch und Unterstützung bekunden können – in einer Situation, die der 27-Jährigen viel Stärke abverlangt.

Die Redaktion behält sich vor, Beiträge nicht zu veröffentlichen.

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Geh wohin das Geld dich trägt

Die Zeiten, in denen Harald Schmidt mein Sandmännchen war, ohne das ich nicht gescheit einschlafen konnte, sind lange vorbei. Das Entscheidende: Damals kam Schmidt täglich – wie das Sandmännchen. Und zwar auf Sat.1. Dorthin kehrt – wie kürzlich bekannt wurde und zum Beispiel bei Meedia berichtet wird – Deutschlands einziger Late-Night-Talker von Format nun zurück. Das Problem an der Sache: Damit wird es auch nicht besser.

 

Harald Schmidt - er geht zurück zu Sat.1. Foto: dpa

Harald Schmidt - er geht zurück zu Sat.1. Foto: dpa

 

Denn Schmidt hat seine Relevanz als Gute-Nacht-Zyniker, als Den-Tag-Beender, als später Gegen-Anchorman im News-Strom längst verloren. Nachdem er damals – verständlicherweise müde vom täglichen Senden – bei Sat.1 aufhörte und in seine berühmte Kreativpause ging, kam er nie mehr richtig zurück. Der Anfang in der ARD war zwar noch vielversprechend – ich fand damals den Größe und Allgemeingültigkeit verheißenden Anfangsaufsager lustig: „Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit Harald Schmidt.“ Doch danach ging es eigentlich immer nur bergab. Man sprach einfach nicht mehr über Schmidt – er war nicht mehr richtig wichtig und machte sich sogar noch kleiner, als er Oliver Pocher dazunahm. Ein Schachzug, den ich nie nachvollziehen konnte.

 

Nun also die Heimkehr zum Kuschelsender, dem er sich gleich in bekannt liebenswürdiger Ironie nähert: „Ablösefrei zum Champions-League-Sender – ein Traum! Jetzt will ich auch Kapitän werden!“ Schön und gut, die Frage bleibt: Kapitän von was eigentlich? Laut ersten Nachrichten will er zweimal pro Woche senden. Damit wird das Grunddilemma seines Rückzugs aus der „Daily Late Night“ nicht gelöst. Seine großen Vorbilder aus den USA, die er anfangs teils bis ins Detail kopierte, halten länger durch und sind deshalb nach wie vor das Maß aller Dinge – allen voran David Letterman, der mit seiner „Late Show“ seit 1993 dabei ist.

 

Natürlich hat sich Schmidt längst von diesen Vorbildern emanzipiert. Er ist kein deutscher Letterman, er ist einfach nur Schmidt. Seit ihn das Feuilleton liebt, hat er sich in die Nische des gemütlichen Zynikers, des zuverlässigen TV-Intellektuellen zurückgezogen, der sich allerdings immer seltener zu Wort meldet. Oder hat irgendjemand das aktuell passende Bonmot aus Schmidts Mund zum Beispiel zu Sarrazin parat?

 

Vielleicht braucht das deutsche Fernsehen einen stärkeren, besseren, präsenteren Schmidt. Vielleicht kommt es inzwischen aber auch ganz gut ohne ihn aus. Ob sich an diesem Zustand durch seinen Umzug zu Sat.1 irgendetwas ändern wird, darf bezweifelt werden. Produzent und Weggefährte Fred Kogel kündigt jedenfalls an, dass es eine Renaissance der alten Sat.1-Schmidt-Show geben wird – Stand-ups von mal besserer, mal schlechterer Qualität, Aktionen zwischen Sketch und Irrsinn, Gäste, an denen Schmidt in der Regel kein Interesse hat und eine Band, in der die üblichen Verdächtigen die Repertoireklassiker lustlos runterschrammen.

 

Es könnte natürlich auch alles ganz anders kommen.

 

Immerhin: Wie man Schmidt kennt, wird er für all das fürstlich bezahlt. Und wenn dieses Geld aus der Privatwirtschaft und nicht aus der Gebührenschatulle der Öffentlich-Rechtlichen kommt, ist mir das schon mal ziemlich recht.

Tim Kosmetschke