„Ich bin Presse“, „Maul zu“, „geh sterben“

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Wir wissen nicht viel und doch genug von Mark in „Nettetal/Germany“, der sich in Twitter @JO31DH nennt. Mark gibt es tausendfach in Deutschland, und es wird ihn bald millionenfach in unserem Land geben.

„Mark“ kann jeder Mensch sein, der einen PC oder etwa ein iPhone hat, mit dem Internet verbunden ist und diese Technik nicht nur für Wiki, ebay & Co. nutzt, sondern damit einen Status erlangt, der bis vor wenigen Jahren nach einem oft zitierten Wort des Publizisten Paul Sehte von 1965 noch die Freiheit von „zweihundert reichen Leuten“ war: „Meinung verbreiten“. Sich dabei auf Pressefreiheit berufen. Senden.

Mark braucht keine millionenteuren Rotationsmaschinen oder schwer zu ergatternden Sendelizenzen. Mark braucht nur das Internet. Mark hat einen Blog namens JO31DH | 2009 („Mein ganz eigener Blick in die Welt“). Und er twittert unter dem Account @JO31DH. Mark sendet. In alle Welt. An jeden, der seine Aussendungen empfangen will. Von keinem beraten, von keinem begleitet, von keinem kontrolliert. So ist das heute halt, so ist Web2.0. Millionen von Menschen, die jahrzehntelang immer nur Empfänger von Botschaften waren, können jetzt selber Sender werden. Können sich verbreiten. Können die lange so elitäre Pressefreiheit auch für sich reklamieren. Und keine Macht der Erde wird sie mehr daran hindern können.

Doch keine Bange, Sittenwächter: Marks Blog muss, wie so viele seiner Gattung, niemanden beunruhigen. Mark macht Baustellen-Fotos vom „Umbau in Lobberich“ und stellt diese in flickr. Er bekennt sich dazu, Fan von Borussia Mönchengladbach zu sein. Oder er teilt der Welt am 17. August mit, dass er die die erste Morningshow von „Giel“ aus dem Studio von 3FM in Hilversum als Podcast gehört hat.

In Twitter wird Mark am 26. Juni diesen Jahres aktiv – auch hier als @JO31DH. Mark ist nämlich, wie er der WWWelt in seinem Blog offenbart, Amateurfunker. Und bei JO31DH handelt es sich um einen „Locator“, mit dem sich Funker verorten.

Der erste Tweet von @JO31DH wird, wie fast alle ersten Tweets, eher nicht in die Mediengeschichte eingehen: „Auf Deluxe Music TV läuft gerade ein Michael Jackson Spezial!“, teilt uns Mark am 26. Juli um 8.54 Uhr mit. Danach regiert bei @JO31DH eher Normalität als Ausnahmezustand. Am 10. August sendet Mark: „Das ICQ ist mal wieder ausgefallen. Ich kann nicht connecten.“ Am 15. August kommt Mark „zuürck aus Bad Honnef mit Sonnenbrand und über 35° Hitze. Puhhh“. Einen Tag später immerhin „FKK Sonnen auf dem Balkon…auch ne schöne Sache. Allerdings ohne Bierchen“. Ein paar Stunden später setzt der twitternde Funker folgende Nachricht in die Welt: „Scheisse Kein Bier im Haus und ich Brand“.

Am 18. August aber bekommt @JO31DH ganz anderes zu senden. Schon morgens Ungewöhnliches: Er bringt noch vor Morgengrauen Freunde „am Düsseldorfer Flughafen zum Flieger“. Zuhause bloggt Mark, „wie toll die Gebäude ausgeleuchtet sind“ und dass er „nicht viel geschlafen“ hat. *gähn* heißt es in Marks Blog, in Twitter informiert er rund 70 Follower: „Ich bin feddisch und Müde. Gleich gibts Salat!“, „ich muss jetzt dringend Schlaf nachholen von Heute Nacht.“.

Doch zum Schlafen kommt Mark an diesem Tag nicht. Stattdessen schreibt er ungewollt ein kleines, schmutziges Kapitel Mediengeschichte. In vielen Fortsetzungen. Das kann er, weil am Nachmittag im 15 Kilometer entfernten niederrheinischen Schwalmtal ein in Scheidung lebender Familienvater (das war der unzutreffende Nachrichtenstand am Tat-Abend) 71-Jähriger durchdreht und im Haus seiner Tochter, das wegen Scheidung verkauft werden soll, um sich schießt – und JO31DH dem Geschehen von Nettetal aus via Polizeifunk folgt.

Solches Beobachten an sich ist nicht neu: Seit Jahrzehnten verfolgen Funkvoyeure vielerlei Gattungen die Banalitäten und Ausnahmelagen der Polizei auf diesem Weg – auch bei Medien. Neu aber ist, was Menschen wie Mark mit den Instrumenten des Web2.0 daraus machen: @JO31DH stenografiert den abgehörten Polizeieinsatz via Twitter gleichsam mit – für alle Welt abruf- und verfolgbar.

Mark ist dabei, wenn man nur den Zeitfaktor bewertet, richtig gut. Er ist schneller als dpa. Vor allen Medienprofis twittert er: „Gerade auf dem Polizeifunk: Täter mit Schusswaffe vor einem Haus. Polizei rollt!“ dpa bestätigt Marks Nachricht um 18.22 Uhr per Eilmeldung mit Prio 2: „Amoklauf am Niederrhein – vermutlich mehrere Opfer“. dpa nennt auch den Tatort Schwalmtal – und setzt damit einen Prozess in Gang, der in solchen Fällen in der Medienbranche wie in der Twitterszene Standard geworden ist: Suche in Twitter nach dem Ort eines spektakulären Geschehens – und du findest dazu etwas. Immer.

Wer am frühen Abend des 18. August nach Schwalmtal sucht, landet schnell bei @JO31DH – der nun nicht mehr über Balkon-FKK, Biermangel und Müdigkeit twittern muss, sondern Aufregendes verkünden kann. Im Minutentakt macht er öffentlich, was die Polizei intern bespricht, um das Leben der Menschen zu retten, die von einem verzweifelten Bewaffneten bedroht werden. @JO31DH schießt seine Tweets wie in einem Live-Ticker im Dutzend ab: „Polizei gibt im Amoklauf Notvarianten 1 und 2 Frei | 1. Toter im Amoklauf bestätigt | Das SEK ist eingetroffen am Einsatzort. | Die Kräftesammelstädte wird verlager in die hermmann-Löh-Str. in Amern | Der Hubschrauber wird auf dem Pletschweg landen N24 der Nachichtensender ist auch jetzt in Schwalmtal.“

Der Amateurfunker aus Nettetal/Germany wird damit zum Star im Warhol’schen Sinne – deutlich länger als 15 Minuten. Viele Medien, darunter auch die Rhein-Zeitung, werden via Twitter auf die fast minütlich perlenden Tweets von @JO31DH aufmerksam. @rheinzeitung twittert ebenso früh wie neutral: „Es gibt jemanden, der vermeintlich (? – überprüfen können wir das ja nicht) von dort twittert: @JO31DH“, @DerWesten gibt die Meldung weiter: „@JO31DH scheint aus Schwalmtal zu twittern. (via @rheinzeitung)“. Meine Redaktion will die Quelle bewerten können, wir kontakten @JO31DH. Der teilt bereitwillig mit: „ich bin am Funk gebe gerne Infos auch per Telefon“. Währenddessen wird die von ihm ausgelöste Twitter-Lawine immer größer. @haz verbreitet: „Wir lesen interessiert, was @JO31DH über seine angeblichen Beobachtungen in Schwalmtal schreibt“, @weltkompakt leitet diesen Tweet weiter. Zehntausende Empfänger der Tweets dieser Medien wissen jetzt vom Drama in Schwalmtal – und dem beklemmenden Live-Ticker des twitternden Amateurfunkers aus Nettetal.

Bemerkenswert rasch reflektiert „der Schwarm“ der vielen Mitleser das Nachrichtenschleudern des Twitterers @JO31DH. Ein @DennisSchaeffer von der Uni Bielefeld etwa postet umgehend: „Jeder bekommt irgendwann sein 15min Ruhm: @JO31DH aus dem Schwalmtal #Amoklauf #live“. @teutoburger, ein Journalist aus München, schüttelt es: „Jetzt sind schon die Twitterer mediengeil.“ @Lexy85 twittert @JO31DH zu: „Du weißt das das Abhören und vor allem Weitergeben von Infos des POL-Funkes den Staatsanwalt auf den Plan ruft?“, schiebt wenig später den Tipp nach: „Nur mal so als Anmerkung….noch kannste Tweets löschen!“. @lucky1306, „SAP’ler und Iphoniac“, ätzt ins 140-Zeichen-Feld: „So ne Sensationsgier widert mich an! Also gibt’s die #Gaffer auch bei #Twitter“. @timschlueter (Twitter-Bio: „Liest und schreibt über Journalismus- u. Medienentwicklung 1.0 – 2.0“) überlässt dem Empfänger das Urteil: „Neue Öffentlichkeit: Eine #Geiselnahme in #Schwalmtal sieht dann so aus: @JO31DH (werten Sie selbst)“.

Wiederum parallel dazu versuchen Medien, auf die Amateurfunker-Sendeanstalt in Nettetal einzuwirken. Als erster gibt @PhilippOstrop von den Ruhr-Nachrichten zu bedenken; „Falls in #Schwalmtal wirklich eine Geiselnahme läuft, kann der Täter bei @JO31DH mitlesen, was die Polizei gerade tut. Ob das wohl gut ist?“. Desk-Kollegen meiner Zeitung appellieren an @JO31DH via Twitter, „mit evtl. einsatztaktischen Dingen via Twitter zurückhaltender zu sein.“

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@JO31DH hört derweil weiter Polizeifunk – und twittert anfangs trotzig unvermindert: „es werden keine tweets gelöscht ich werde weiterhin live berichten!!“. Wenn der Täter die Tweets mitlesen könnte, wäre das „mist aber ich sehe mich nicht in der Verantwortung.“ Den „Liebe Zweifler Medienfreiheit contra Polizeieinsatz“ twittert er zu: Schaut erst mal zu den Teams vor Ort. Die machem mehr Mist…“. Wenig später aber zeigt sich @JO31DH doch einsichtig: „um das Leben der Geiseln nicht zu gefährden werd ich ab sofort keine maßnahmen der polizei bekannt geben“, erfahren die immer mehr werdenden Mitleser.

Sendeschluss ist in Nettetal aber noch lange nicht. Erst bringt @JO31DH die Polizeiaktion zu Ende: „SEK hat Teilerfolg in der geiselnahme. Täter hat Fenster geöffnet“, „so mal für alle die geiselnahme ist beendet es gab 3 tote ich klink mich aus danke fürs interesse.“ Doch von Ausklinken kann für Mark mit dem „Locator“-Namen keine Rede sein: Wie im Web2.0 in solchen Fällen üblich, schwillt dort rasch eine harsche Debatte über den Live-Tweet des Polizeifunk-Abhörers an. Manche Twitterer stellen Fragen, andere verurteilen Mark, viele diskutieren ohne @JO31DH über @JO31DH. Der verfolgt die Diskussion, wirft sich wieder in den Twitterstrom – und verrät dabei entlarvend viel über sich und sein Selbstverständnis: „Mich interessert es nicht ob ich Polizeifunk hören darf oder nicht ich bin Presse ich nehm mir die Freiheit. | ich tituliere mich als Presse. Reicht doch…und jetzt Maul zu | ich werde weiterhin Polizei und Notruf Funk Illegal abhören und hier posten und wer was dagegen hat bekommt auf die Fresse! | egal ich hab meine 770 Besucher. Alles andere ist egal“.

Doch offenbar überfordert die digitale Welle den selbstbewussten Sendungsbewussten: Als ein junger Twitterer ihn peinlich nennt und jeden journalistischen Anspruch abspricht, schießt der Berichterstatter über den Schusswaffeneinsatz in Schwalmtal brutal zurück: „Geh sterben.“jemue

Der junge Kritiker wird nicht sterben, und der Amateurfunker aus Nettetal wird ganz gewiss nicht „Presse“ werden. In Medienblogs in den nächsten Tagen (so Philipp Ostrop bereits in seinem Ostrop-Blog) und auf Medienforen in den nächsten Monaten aber wird @JO31DH weiter Thema sein. An den Desks von Zeitungen und Onlineredaktionen wird er gar Stammgast werden – kurz unter diesem, auf Sicht mit ganz anderen, immer wieder neuen Namen: Als Typus eines neuen Mitspielers bei zunehmend mehr medialen Anlässen.

Die Zeiten, in denen nur ausgebildete Journalisten über Ausnahmefälle wie Geiselnahmen und Amokläufe, aber auch über Wahlkämpfe und Skandale berichteten, sind vorbei. Jeder Empfänger kann senden – alles und an immer mehr. Der Amateur, der sich für Presse hält und nach seiner ganz persönlichen Lesart wie Presse verhält, wird zum alltäglichen Begleiter jedes öffentlichen Geschehens werden. Und auch zum Begleiter vieler Medienschaffender. Als Korrektiv, als Konkurrent, als Ansporn, als Quelle. Aber auch als wechselseitiges Unterscheidungsmerkmal. Vielleicht sogar als Beleg dafür, dass Qualitätsmedien Geld kosten müssen. Und ihren Preis wert sind.

Das Familiendrama in Schwalmtal wie seine mediale Begleitung im Web haben einmal mehr gezeigt: Jede Form von Publizieren – seien es nun Tweets eines Solisten oder komplexe Organisationen wie eine Zeitung oder ein Online-Auftritt eines Medienhauses – braucht eben mehr als nur Technik, die das Verbreiten von Texten und Bildern ermöglicht. Gesunder Menschenverstand bleibt Basis für Berichterstattung. Ausbildung wird noch wichtiger für Journalismus werden. Das Justieren jeden Publizierens war, ist und bleibt eh unverändert erforderlich. Und Wertmaßstäbe für das Publizieren werden immer unverzichtbar sein – jenseits aller Übertragungsraten, Clickraten, Auflagenentwicklungen und Followerzahlen.



Post Scriptum (1):

Heute Nacht hat der Amateurfunker aus Nettetal seinen Twitteraccount @JO31DH gelöscht. Seiner Tweets zu dem Amoklauf indes werden wegen der vielen Retweets und Kommentierungen für immer im Netz bleiben.

Post Scriptum (2):

Mehrere Journalisten und / oder Beobachter der Medienszene haben ebenfalls zeitnah über das Polizeifunk-Twittern des Amateurfunkers aus Nettetal zum Amoklauf in Schwalmtal gebloggt.

Marcus Schwarze, Journalist bei der Hannoverschen Allgemein Zeitung, in Twitter unter @homofaber und auch für @haz aktiv, beschreibt in seinem Blog homofaber.com „Das Dilemma“ der Journalisten in solchen Fällen.

Philipp Ostrop, Regiodesk-Chef bei den Ruhr-Nachrichten und unter @PhilippOstrop intensiver Twitterer, verdichtet die Thematik in seinem Ostroplog unter der fragenden Zeile „Gladbeck reloaded?“

Tim Schlüter, TV- und Event-Moderator sowie Trainer, in Twitter @timschlueter, nennt den Fall in seinem Blog namens Tim Schlüter ein „Lehrstück Geiselnahme“ – und nennt „drei Dinge, die wir von Live-Twitterer @JO31DH lernen können“.

Post Scriptum (3):

RP Online meldet am 21. August: „Die Polizei hat inzwischen den Mann geortet und identifiziert, der während des SEK-Einsatzes in Amern den Polizeifunk abgehört und Funksprüche umgehend im Internet über das Medium Twitter veröffentlich hatte. Gegen den Nettetaler wird nun ein Strafverfahren eingeleitet. Laut Polizei habe der Mann den Zugriff allerdings nicht gefährdet, weil das SEK über abhörsichere Handys kommuniziere.“

Christian Lindner

75 Gedanken zu „„Ich bin Presse“, „Maul zu“, „geh sterben“

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  4. Stefanie Ehl

    Das o. g. Beispiel eines Amateur-Funkers, der sich urplötzlich als „Pressefuzzi“ berufen fühlt, ohne die notwendige fachliche Qualifikation zu haben, ist leider kein Einzelbeispiel, sondern zeigt eine erschütternde Entwicklung im Journalismus: Immer mehr Branchenfremde, die weder jahrelang in diesem Bereich gearbeitet haben noch eine adäquate Ausbildung haben, wollen unbedingt in die Medien. Die fühlen sich urplötzlich zu Höherem berufen…

    Selbst die BILD-Zeitung druckt keine Bild-Leser-Reporter-Fotos ab, wenn sich herausstellen sollte, das Rettungskräfte und Polizeieinsätze massiv behindert bzw. gefährdet werden. Im Gegenteil: BILD macht sogar Schadensersatzansprüche geltend – und das Honorar für den „Pressefuzzi“ ist futsch.

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  5. Stefan

    @Lindner: Sehr geehrter Herr Lindner, Sie wollten mir eine Antwort im Zusammenhang mit dem Blog „Zensor“ zumailen – ich nannte Ihnen dort meine Mailadresse. Bisher habe ich noch nix erhalten. Und da man dort keine neuen Einträge mehr machen kann, habe ich das hier gemacht.
    Ich schaue erst wieder nächsten Freitag in meinen Maileingang, würde dann aber gerne Ihre Antwort lesen.
    Frdl. Gruß, User Stefan

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  6. Leitkultur

    Danke, Paul, das sehe ich genauso! Es ging und geht doch nicht darum, ob überhaupt und wie der junge Mann nun Funkamateur oder Amateurfunker ist – er selber hat sich in seinem Blog „Amateurfunker“ genannt – nur ist das überhaupt nicht das Thema des Beitrags.
    Von der wichtigen Diskussion über den verantwortungsvollen Umgang mit nicht öffentlich zugänglichen Informationen oder der Verbreitung von unverifizierten Informationen über die Kanäle des Web.02 durch solche definitionsfetischistischen Nebenkriegsschauplätzen abzulenken, finde ich auch eher kontraproduktiv.

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  7. Paul J. Hahn

    @ Kommentator 66: Nein, weder kann ich die Mehrheiten erkennen die du proklamierts, noch ein wirkliches Interesse daran für Funk-Laien verständlich zu sein. Sonst hättest du dir einen echten Namen gegeben. Auch wenn ihr „Funk-Experten“ beleidigt seid, wenn der Laie eure Fachbegriffe nicht kennt, zur eigentlichen Sache „Twitter-Amok“ habt ihr bisher leider nichts Relevantes beigetragen. Schade eigentlich. Vielleicht kommts ja noch, ansonsten: Thema verfehlt.

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  9. CCC-Funkamateur Nr.1

    Lieber Paul,
    stell dir vor jeder würde so ungenau arbeiten wie der Autor in diesem Fall, und es würde dich betreffen, dann würdest du genau so reagieren. Jedem ist zuzumuten nachzuschauen, ob Fachbegriffe die er werwendet, überhaupt existieren. Wenn dich das persönlich nicht interessiert, dann überstimmt dich die Mehrheit mit dem Anspruch auf ihr Recht auf korrekte Information.

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  11. Paul J. Hahn

    Ob „Amateurfunker“ oder „Funkamateur“, das interessiert mich als „Funk-Laien“ oder „Laien-Funker“ nicht die Bohne. Wir sind hier nicht bei einer „Funkfachzeitschrift“ sondern im Blog einer ganz normalen Tageszeitung. Und die hat so zu berichten, dass ich das als „Normalo“ verstehe und keine Fachartikel über Nebenschauplätze zu schreiben. Und genau das hat der Autor getan, das Wichtige in der Sache berichtet.

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  13. Andreas P.

    Solange viele Lokalzeitungen ihren „Journalismus“ aus dem Polizeibericht beziehen und – noch viel schlimmer – selbst immer wieder gerade im Fernsehen sich in laufende Polizeiaktionen einmischen, ist es allzu billig, sich auf einen Trottel am Funkgerät einzuschießen. Da gibt es weiß Gott dankbarere Ziele der Kritik, aber die wären ja in den eigenen Reihen, daher hört man fast nie darüber (außer bei Stefan Niggemeier und anderen Bloggern).

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  14. Peter Glasmacher

    Eine kleine Richtigstellung des Herrn Chefredakteurs hätte ich mir gewünscht, nachdem er mit seiner multiplen Nennung ‚Amateurfunker‘ – was ja bei Presseschaffenden absolut beratungsresistent immer der Sammelbegriff für alle ist, die mit dem Radio was anderes machen als sich vom Ortssender mit gefiltertem Mus beschallen zu lassen. Und damit die 80.000 Funkamateure schlicht und einfach diffamiert.

    Dabei ist es doch so einfach, durch den Suchbegriff Funkamateur in der kleinen Zeile oben links im Browser (da steht so was wie Google o.ä. drin) Funkamateur eingeben und mal kurz nachlesen was da so steht.
    Aber so was erleben die Funkamateure seit ewigen Zeiten. Journalisten (!) haben oft keine Ahnung und wollen auch nicht dazulernen und wenn sie merken, dass sie Mist gebaut haben bauen sie darauf, dass ihre Meldungen die Halbwertzeit einer frisch zubereiteten Currywurst haben.
    Mit anderen Worten, der blöde Leser soll Zeitung kaufen/Gebühren zahlen. Ob die Angaben auch noch korrekt sind, wen kümmerts. Und das betrifft nicht nur die sogenannte Boulevardpresse – die sebsternannten Gralshüter des seriösen Journalismus sind um keinen Deut besser.

    Funkamateure, selbst die of so herabgesetzten Funkamatuere mit einer Genehmigung der Klasse E, haben eine technische Vorbildung, um die sie ein Chefredakteur (zumindest einer, der sowas blogged)benieden muss. Und sie haben es einfach nicht verdient zum ‚Amateurfunker‘ herabgesetzt und wegen einer beschämend schlampigen Recherche durch den angesprochenen JO31DH pauschal kriminalisiert zu werden.

    P. Glasmacher, DK5DC in JO31SL (merkt der Herr den Unterschied ?
    P.S. Wobei JO31DH nix gehiemnissvolles, sondern nichts anderes als eine geographische Koordinate in der (genormten) Maidenhead Notierung darstellt – ein Datum, welches jeder Navibesitzer kennt. Wobei wir bei der Allgemeinbildung oder dem Fehlen derselbigen wären….

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  15. Thomas Wanhoff

    Ich habe auch schon Fernsehteams bei n-tv live berichten sehen bis die Einsatzleitung sie inständig bat, keine Livebilder mehr zu senden. Das ist ein journalistisches Thema, kein Internetthema. Und auch keines, ob Heinz Durchschnitt twittern kann oder nicht (vielleicht eher warum ihm so viele zuhören). Und schon gar nicht, ob wir Kontrollen brauchen. Vielmehr sollte man sich mal überlegen, warum es in Deutschland noch immer keinen verschlüsselten Digitalfunk im Polizeidienst gibt, sondern immer noch die alten, bisweilen nicht mal funktionierenden Analogfunkgeräte. Es gibt schwarze SChafe in der klassischen Presse und deshlab stellen wir sie nicht gleich in Frage. Ich möchet darum bitten, dies auch bei Thema Twitter zu berücksichtigen.
    Ach, und im übrigen möchte ich die Lokakredaktion sehen, die nicht den Polizeifunk abhört. Sie würde ihren Job schlecht machen. Und ja, wenn ich einen Amoklauf plane dann nehme ich mir einen Funkscanner mit. Aber keinen (ortbaren) Laptop in dem ich Twitterfeeds lese.

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  18. Ein anderer Funkamateur aus den Reihen des Chaos Computer Clubs

    …kann sich dem Gejammere in Kommentar 55 nicht anschliessen. Wenn die Polizei nicht will, dass ihr Krempel abgehört wird, soll sie ihn verschlüsseln. Die Verbreitung via Twitter hat nun wirklich keinen Schaden angerichtet, der Täter hätte die Meldungen auch selber am Funk abhören können.

    Im übrigen sehe ich nicht wie ein SWL (also ein Nicht-Funkamateur) mit seinem Verhalten den Ruf des Amateurfunks schaden kann. Ich sehe hier sowieso nur künstliche Aufrege insbesondere von Journalisten bei denen das widerrechtliche Abhören des Polizeifunks doch zur täglich Praxis gehört. Aber wehe ein Angehöriger der „normalen Bevölkerung“ wagt es nachzumachen, da haben die bezahlten Schmierfinken direkt was zu quaken.

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  19. Holger Nielson

    Danke liebe Presse über die Verunglimpfung der Funkamateure durch diese Meldung ohne den gesicherten Beweiß zu haben. Hoffentlich machen die Sicherheitsbehörden ihren Job deutlich besser und es wird möglich sein über den ISP den Anschluß herauszufinden der o.g. fabriziert hat.

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  20. Ein Funkamateur aus den Reihen des Chaos Computer Clubs

    Ich bin erschüttert, dass wegen solch einer Person der Amateurfunkdienst in so ein schlechtes Licht gerückt wird. Ausserdem kommt hinzu, dass es nicht „Amateurfunker“ sondern „Funkamateur“ heisst.

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  22. Wurstmensch

    @Carsten Luther: Meine Aufforderung war nicht spezifisch auf Ihre Zeitung bezogen, sondern an „die Medien“ generell gerichtet. Der Inhalt des Artikels ist ja durchaus richtig, aber er hinterlässt bei mir (aus den im vorherigen Post genannten Gründen) einen schalen Beigeschmack.
    Es ehrt Sie, falls die Gegenüberstellung der Hinweise aus dem Internet mit den offiziellen Quellen vor Bekanntwerden des Irrtums erfolgte. Ehrlich gesagt hatte ich gestern Abend einfach keine Lust mehr, zu recherchieren, wie es sich bei der RZ verhalten hat, war glatt zu müde 😉

    Angenehmes Wochenende
    René Trohs

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  23. Leitkultur

    Kein Mensch ist unfehlbar.
    Woran kann man „Qualitätsjournalismus“ ausmachen? Nein, es geht dabei nicht um die immer wieder ins Spiel gebrachte Objektivität der Berichterstattung, denn eine Meldung erhält immer eine subjektive Unterstreichung alleine schon durch das Medium, das sie verbreitet und erst recht durch die Menschen, die diese Meldung weiterleiten, bearbeiten und veröffentlichen.

    Ein guter Journalist wird sich aber genau dessen immer bewusst sein, weil er auch weiß, dass er für seine Meldungen verantwortlich ist.
    Mein persönlicher Grademesser ist dabei auch, wie eine Redaktion oder ein Journalist mit Fehlern / Versehen umgeht. Ob Fehler eingestanden werden, ob und (besonders wichtig) wie sie behoben werden. Hier trennt sich für mich meist sehr schnell die Spreu vom Weizen.
    Die Rhein Zeitung gehört da für mich übrigens eindeutig zum Weizen! :o)

    Antworten
  24. Carsten Luther

    @Wurstmensch: Ihre Anmerkung zu „Qualitätsmedien“ ist durchaus richtig – bis auf den Umstand, dass wir seinerzeit (zum Glück, hätte durchaus passieren können) nicht drauf reingefallen sind. Schon vor dem Dementi hatten wir entsprechende Hinweise aus dem Internet den Äußerungen der Behörden gegenübergestellt, als abends dann das Dementi kam, mussten wir nicht mehr groß umschwenken. Also: Vielleicht mögen Sie Ihren eigenen Hinweis „Bevor mit dem Finger hämisch auf Andere…vernünftig recherchieren…“ auch selbst beherzigen.

    Antworten
  25. Dauerwelle

    Ich hoffe, dass sich die Information bestätigt, dass es sich nicht um einen OM handelt. Alles andere wäre ein erheblicher Imageschaden, der Öl auf das Feuer jener gießt, die sich beim Anblick von Antennen ausspioniert, verfolgt und gesundheitlich beeinträchtigt fühlen. Insofern freue ich mich, wenn ich Unrecht habe.

    Antworten
  26. Wurstmensch

    Kleine Anmerkung zum Thema „Qualitätsmedien“, die „ihren Preis haben müssen“.

    Erinnern Sie sich noch an die Berichterstattung zum Massaker von Winnenden, bei dem Tim Kretschmer 15 Menschen erschoss?
    Bei dem die Bild-„Zeitung“ einen Tag nach der Tat ein Bild von einer völlig anderen Person als Tim Kretschmer ausgab, um Auflage zu machen (http://www.bildblog.de/6432/).

    Dabei hätte deren Redaktion sich bei der Suche in div. Social Networks gar nicht selbst die Finger schmutzig machen müssen, schliesslich gab es Falschinformationen von höchster Stelle, nämlich vom Innenminister von Baden-Württemberg, Heribert Rech.

    Nachzulesen hier: http://www.action-team.us/krautchan-winnenden-hoax/
    (War übrigens über einen Tag vor der Pressekonferenz von Rech online)

    Ich weiss nicht, wie die RZ zu diesem Thema berichtet hat, aber ausnahmslos alle großen Tageszeitungen haben die Geschichte schlicht unkritisch und unreflektiert geschluckt.
    Ich habe daher keinen Grund zur Annahme, dass es sich bei Ihrer Zeitung anders verhält.
    Hinterher war es dann durchweg Usus, die Schuld ausschließlich beim Innenministerium zu suchen.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Bevor mit dem Finger hämisch auf Andere gezeigt wird, vor der eigenen Haustür kehren, bitte.
    Und vernünftig recherchieren. Danke.

    Gruß René Trohs

    Antworten
  27. Jürgen

    hallo,

    @Christian Lindner: könnten Sie das mit dem Amateurfunker aus rausnehmen. Inzwischen hat sich ja herausgestellt das der Twitterer kein Amateurfunker ist.

    Jürgen, DL8MA

    Antworten
  28. Christian Lindner

    @Volker Jost:

    Hallo Kollege,
    Sie haben Recht. Ich habe den Blog-Text auf Ihre Anregung hin entsprechend geändert und die Aktualisierung kenntlich gemacht.
    Beste Grüße, Christian Lindner

    Antworten
  29. Radiohöhrer

    Die Polizei hat den Twitterer inzwischen erwischt. Um den kümmert sich nun die Staatsanwaltschaft.

    Wer so dumm ist sollte nicht nur wegen Verstoss gegen das Fernmeldeanlagengesetz sondern auch noch wegen Dummheit verknackt werden!

    Antworten
  30. Volker Jost

    Hallo, Herr Lindner,

    vielleicht sollte man eine offensichtliche „Falschmeldung“ in Ihrem Blog noch nachträglich oder per PS korrigieren: Ich zitiere Sie:

    „Das kann er, weil am Nachmittag im 15 Kilometer entfernten niederrheinischen Schwalmtal ein in Scheidung lebender Familienvater durchdreht und in seinem vor dem Verkauf stehenden Haus um sich schießt – und JO31DH dem Geschehen von Nettetal aus via Polizeifunk folgt.“

    Wie inzwischen bekannt sein dürfte (auch der RZ 😉 ), hat nicht der „in Scheidung lebende Familienvater“ das Blutbad verursacht, sondern der Vater der in Scheidung lebenden Familienmutter, also der Ex-Schwiegervater des von Ihnen als Täter (ohne Namen immerhin) Identifizierten. Soviel nur zu journalistischer Sorgfaltspflicht eines – immerhin – Chefredakteurs…

    Hat aber offensichtlich auch sonst noch keiner gemerkt…

    Gruß

    Volker Jost

    Antworten
  31. Kerkerratte

    Ja, ich kenne diesen Mark. Nicht persönlich, aber er ist in einer Internet-Community sehr bekannt für eben diese Ausbrüche in Form von „Geh sterben“ und ähnlichem. Ich habe auch schon entsprechende Mails von ihm erhalten, andererseits dann wieder Entschuldigungen und Interesse an Treffen mit mir. Ich weiss mittlerweile, dass der junge Mann ein ernsthaftes, psychisches Problem hat und auch schon in Behandlung war. Amateurfunker ist er m.W. nicht, aber DXer, d.h. er beschäftigt sich mit dem Fernempfang von Rundfunkstationen. Er hatte auch schon entsprechend Scans und Logs veröffentlicht, auch auf einer eigenen Internetseite und wollte immer wieder zu Treffen von DXern kommen, tat dies aber nie, sondern drohte dafür, das Treffen zu stören oder sprach Bedrohungen aus. Ich ignoriere ihn mittlerweile. Da er diese Reaktion vermutlich von sehr vielen Leuten erfährt, sucht er sich Ventile wie Twitter, um mit seiner Umgebung zu kommunizieren. Dass er durch diese Geschichte jetzt ein solches Medienecho erfährt, wird ihn eher noch bestätigen. Zumindest, solange es keine nachhaltigen Konsequenzen für ihn hat.

    Antworten
  32. Jürgen

    hi

    ich bin anfangs auch auf die Vermutung das das ein Funkamateur ist „reingefallen.“

    Dauerwelle: „Vermutlich handelt es sich um einen Scanner- Freak, der illegal Polizeifunk abhört.

    JO31DH ist eine Standortbezeichnung und deutet auf Nettetal, nichts mehr. Hieraus auf einen rechtmäßig arbeitenden Funkamateur zu schließen, zeugt von mangelnder Sachkenntnis.
    Hier von einem Amateurfunker zu sprechen: Dito!“

    Sehe ich inzwischen auch so!

    Ich hab mal etwas recheriert. Dank dem Google-Cache kann man ja auch noch das Blog und viele Bilder aus dem Flickr-Account von „DO31DH“ anschauen. Auch wenn der Typ jetzt schnell viele seiner Seiten gelöscht hat gibt es noch massig Spuren im Netz.

    Das ist kein Funkamateur. Das ist ein Radio-Freak der sich mit dem Empfang von Sendern beschäftigt. Ich habe auf seinen Seiten keinen einzigen Hinweis auf irgendeine Sendetätigkeit gefunden. Aber dafür viele Einträge von empfangen Radiosendern. Teilweise auch von weit entfernten Sendern.

    Ein Funkamateur mit dem selben Mitteilungsbedürfnis wie „DO31DH“ würde stattdessen von seinen Funkverbindungen berichten. Und dabei dann sein Amateurfunkrufzeichen angeben. Und so was hab ich bei meiner Suche nicht gefunden.

    Da ist ein einfacher „Scanner-Freak“ und kein Funkamateur.

    Jürgen

    Antworten
  33. DL2MCD

    Wenn der Mann sagt „ich bin Presse“, saogt er natürlich auch, er ist Amateurfunker.

    Was ja nicht dasselbe ist wie (lizensierter) Funkamateur.

    Wenn er jetzt gesagt hätte, er sei der König von China, würde man das auch nicht einfach hinnehmen.

    Es mag schon sein, daß lizensierte Funkamateure den Polizeifunk hören – sie wissen aber ganz genau, daß sie den dann nicht rumtwittern dürfen. Das ist sicher kein lizensierter Funkamateur gewesen, sondern ein CB-Funker. Die sind ja nun auch nicht technisch unbewandert, aber die Amateurfunkprüfung mit den reckhtlichen Dingen haben sie nicht ablegen müssen.

    Antworten
  34. Dauerwelle

    Mit Verlaub, Herr Palaverfürst erregt meine geflissentliche Heiterkeit. Ich besitze seit mehr als zehn Jahren eine B-Lizenz (Neudeutsch: Amateurfunkgenehmigung der Klasse 1) und habe diverse Kurse in Telegrafie, Betriebstechnik und dem AFuG durchgeführt. Dass es sich dabei um einen lizenzierten FA handelt, ist keineswegs unwahrscheinlich. Das Abhören von BOS-Diensten ist in diesen wie auch in anderen Kreisen nach wie vor Volkssport, der sich erst mit der Digitalisierung des 4m-Funknetzes erübrigen wird. Diese Maßnahme wird auch viele Journalisten überaus hart treffen, soviel ist klar… Seit der Einführung der Lizenzklasse 3 und der demnächst anstehenden Klasse K würde ich übrigens bei dieser neulizenzierten Personengruppe auch nicht mehr von Funkamateuren sprechen, in soweit sind wir uns wohl einig. Dass es sich bei einer Locater-Nutzung als Nickname um einen Scannerfreak handeln soll, erscheint mir jedenfalls ziemlich unwahrscheinlich. Die richtige Zuordnung des Locators zu einer entsprechenden Örtlichkeit setzt nämlich gewisse Grundkenntnisse voraus, die insbesondere bei Amateurfunkkursen vermittelt werden. Vermutungen hin oder her – es wird sicher nicht mehr lange dauern und die Identität von JO31DH taucht im Netz auf. Dann schauen wir mal, ob es ein Mangel an Sachkenntnis ist, in diesem Zusammenhang von Amateurfunkern zu sprechen. Ich bin jedenfalls schonmal äußert gespannt und freue mich bereits jetzt auf die entsprechenden Ausführungen der CQ-DL…

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  35. Pingback: Twitted by shingoo

  36. Palaverfürst

    Viele „Meinungen“, wenige Aussagen…

    Sollte es sich bei dem Blogger um einen „lizenzierten“
    Funkamateur handeln, so düfte er seine „Lizenz“, seine Amateurfunkgenehmigung bald los sein, falls jemand endlich Anzeige erstattet.

    Es ist allerdings unwahrscheinlich, daß ein Funkamateur seine hart erarbeitete „Lizenz“ aus’s Spiel setzt.

    Vermutlich handelt es sich um einen Scanner- Freak, der illegal Polizeifunk abhört.

    JO31DH ist eine Standortbezeichnung und deutet auf Nettetal, nichts mehr. Hieraus auf einen rechtmäßig arbeitenden Funkamateur zu schließen, zeugt von mangelnder Sachkenntnis.
    Hier von einem Amateurfunker zu sprechen: Dito!

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  37. Dauerwelle

    Jeder, der bei Ebay eine Spieleisenbahnschiene kaufen möchte, kann das bei JO31DH tun und kriegt gratis seine Adresse dazu. Ja,ja – das Netz vergißt eben nix… Übrigens: auf solche Amateurfunker können wir getrost verzichten.

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  40. Highwind

    There is more:
    – der kleine Mann kann ganz gross rauskommen, dass erscheint uns vielleicht komisch/ungerechet/falsch, aber so ist es.
    – er kann als Wochenend programmier 100.000 Euros verdienen, wenn er die richtige Idee fuer eine IPhone Application hat.
    – er kann Beruehmtheit erlangen, wenn er am richtigen Ort ist, die interessanten Informationen hat.

    Ich glaube wir sind bald wirklich im Informationszeitalter angekommen, allerdings nicht so wie es Murdoch gerne haette.

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  41. Highwind

    Meine two-cents:
    – Twitter sowie Facebook und andere neue Nachrichtenwege sind grundsaetzlich positiv, da sie gerade diese Freiheit der Nachrichtenverbreitung geben
    – wir werden soetwas in Zukunft noch viel haeufiger erleben und das ist auch prinzipiell gut so
    – der Amoklaeufer, der nun ueber Twitter erfahren kann, was die Polizei vorhat, haette es auch ueber den Polizeifunk erfahren koennen
    – der grundlegende Fehler ist und wird weiterhin von der Polizei begangen, die ihre Kommunikation per Funk frei verbreiten! Hoffen wir, dass sie daraus lernen…

    Antworten
  42. Thilo Baum

    Leerzeilen zwischen den Absätzen würden übrigens die Lesbarkeit enorm erhöhen. 🙂 Kein Kommentar zum Freigeben, aber sicher der Wunsch vieler, die ihre Augen schonen wollen.

    Antworten
  43. Thilo Baum

    Man kann sich auf dieses Thema einlassen, indem man immer weiter ins Detail geht, oder indem man es als Ganzes sieht.

    Erst mal: Jede/r hat das Recht, Journalist/in zu sein. Das Grundgesetz sieht das mit der Presse- und Meinungsfreiheit vor. Es darf nicht sein, dass die Freiheit der Berichterstattung gesetzlich eingegrenzt ist. Und darin beschränkt sich das Grundgesetz meines Wissens nicht auf die Leute, denen Verlage gehören, oder die in Verlagen sozialversicherungspflichtige Jobs haben. Sondern aufgrund der Pressefreiheit steht der Zugang zum Beruf des Journalisten jedem offen und unterliegt keiner Prüfung oder Beschränkung. Jeder darf also journalistisch tätig sein. Das muss klar sein. Das ist die Basis. Es ist eine Lehre aus Zeiten der Diktatur, was wir nicht vergessen sollten.

    Das heißt für mich: Auch der „Bürgerjournalismus“ in Form von Blogs und Tweets ist natürlich Journalismus. Journalismus bedeutet für mich: berichten, was geschieht. Es kommentieren. Benennen, was die Ereignisse bedeuten.

    In welchem Medium oder auf welcher Plattform das geschieht, ist mir egal. Das begründet den Wettbewerb: Wenn die Blogger und Onliner auf Dauer besser berichten, schmieren die Rundfunk- und die Printheimer eben ab. Das muss ok sein. Schließlich hat auch die Digitalfotografie die Negativfilmfotografie nahezu verdrängt, und keine alte Lobby kann sich bislang auf irgendwelche alten Schon-immer-dagewesen-Rechte berufen. Wäre das nicht auch eine Story?

    Deine Qualitätskritik teile ich. Heißt u.a.: Journalisten wissen, dass man den Polizeifunk nicht abhören darf. Und auch abgesehen von dieser rechtlichen Norm: Selbst wenn ich an Informationen aus dem Polizeifunk gelange, kann ich sie nicht ohne weiteres verwenden. Denn: Weil es um sicherheitsrelevante Details geht, sind die Informationen schlicht nicht sicher. Sind es Codes? Keine Ahnung! Die Daten lassen sich schlicht nicht verifizieren. Also – folgert der gute Journalist – kann ich sie nicht verwenden! Oder ich markiere die Textstellen eben als ungesichert. Aber was sollen die Leute dann damit anfangen?

    Also geht es in deiner Kritik um handwerkliche Mängel. Die Kritik daran ist m.E. in Ordnung – auch wenn es im Detail sicher auch darum geht, was da im Funk genau gesprochen wurde, aber so weit will ich mich jetzt in euer Thema nicht reinknien. In manchen wenigen Fällen mag es ok sein, zu bringen, was man weiß, ok. Hier offenbar nicht.

    Aber den Leuten den Journalismus an sich abzusprechen ist Unsinn, mit Verlaub. Dann müssten wir jedem Zeitungsredakteur, der eine seiner Sorgfaltspflichten verletzt, den Anspruch absprechen, Journalist zu sein. Und von denen gibt es sehr viele. Belege über die Patzer, Dummheiten und auch vorsätzlichen Manipulationen seitens der „Profis“ gibt es genug, siehe einfach nur „Bildblog“.

    Die Unterscheidung sollte nicht sein: Wer arbeitet für einen Verlag oder ein Rundfunkmedium und wer nicht? Sondern die Frage sollte sein: Wer arbeitet journalistisch und wer nicht?

    In beiden Lagern finden sich Leute, die professionell sind, und in beiden Lagern finden sich Dilettanten. Es geht hier ein wenig darum, Abschied zu nehmen von der alten Handwerksordnung der Journalisten. Sofern sozialversicherungspflichtig angestellte Journalisten der alten Medien (Print/Rundfunk) gegen die neuen Möglichkeiten wettern, liefern sie sich leider sehr schnell dem Verdacht aus, nur den Markt einseitig zu bestimmen.

    Das tust du doch hoffentlich nicht? 😉

    Herzliche Grüße von einem ehemaligen Printheimer und heutigen Online- und Buchheimer.

    TB

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  44. Horst D. Deckert

    Bevor Sie einen einfachen Twitterer so fertig machen, sollten Sie mal bei Ihresgleichen (u.a. Bild, etc.) anfangen.

    Im übrigen hätte der Täter den Polizeifunk ebenso abhören können, wie der Twitterer. Das wäre jedenfalls einfacher, als einen Twitterfeed zu lesen. Woher wissen Sie eigentlich, dass er das nicht getan hat?

    Tatsache ist, dass für Zeitungen bezüglich Aktualität der Zug abgefahren ist. Wenn Ihnen der Staat nicht aus der Patsche hilft und die Presse subventioniert, stehen die Druckmaschinen bald still.

    Antworten
  45. Pingback: Links vom 19.08.2009

  46. Herbert Piel

    …lesenswert… nachdenkenswert..bemerkenswert, wie viele Kommentare von CL ..im Ansatz sicher richtig, bezogen auf das aktuelle Beispiel ..aber Nachwuchsförderung und professionelle journalistische Ausbildung tut auch bei arrivierten Häusern Not… z.B. mojane you tube RZ Bericht über Kinderschänder Mayen..das war nicht zum lachen… sorry

    Antworten
  47. dot tilde dot

    da war ich unvollständig. aus <a href=“http://norm.bverwg.de/jur.php?tkg_2004,89″§89 TKG ergibt sich in verbindung mit der bos-fr ein klares verbot der weitergabe erlangter informationen.

    und alles gut dokumentiert.

    .~.

    Antworten
  48. Dave-Kay

    OT ihra a tag ist defekt
    small class=“commentmetadata“ a href=“#comment-4233″ title=““19 August 2009 um 11:04 Uhr small

    eckige klammern wegen html entfern, zwsichen Uhr und small
    fehlt ein /a ebenfalls in eckigen Klammern

    Antworten
  49. Pingback: »Lesenswertig« am 19. Aug 2009 | Denkwertig, der persönliche Blog von René Fischer

  50. Felix Schmitt

    Die Problembeschreibung ist anhand des Schwalmtaler Beispiels konkret und nachvollziehbar. Der Ärger auch verständlich. Ebenso die (schon länger bekannte) Analyse dass die Medien nicht weiter der Flaschenhals zwischen Geschehen und Öffentlichkeit sind trifft den Kern. Nur die Schlussfolgerungen scheinen mir den Kern des Problems nicht zu treffen. Hauptsächlich argumentieren sie, dass journalistische Ausbildung wichtiger wird, Menschenverstand und ein (allgemeingültiger) Wertemaßstab für das Publizieren wichtig sind. Bei potentiell 82 Mio. deutschen Publizisten fehlt weiterhin eine Antwort darauf, wie die Gesellschaft damit umgeht. Aber ums kurz zu machen, diese Antwort kenne ich auch nicht.

    Antworten
  51. Pingback: blog.rhein-zeitung.de » Blog Archive » Wollen wir das eigentlich sehen?

  52. Marco

    Seit wenigen Minuten ist auch das Blog von JO31DH Geschichte.
    Ich konnte noch seine Entschuldigung lesen und nun landete ich bei einem erneuten Aufruf auf der WP-Seite, welche die erfolgte Löschung verkündet.
    Zu viel Druck?

    Antworten
  53. StoiBär

    Ein wenig OT: Das zeigt einmal mehr, mit welch peinlicher Ausstattung die Polizei in Deutschland arbeiten muss. Während alle anderen EU-Länder (ausser Rumänien) Digitalfunk haben, wird bei uns noch Analogfunktechnik aus den 70er Jahren verwendet.

    Ganz OT: Dieses Kommentarfeld funktioniert im FF gar nicht und im IE nicht mit der Maus.

    Antworten
  54. Stefan

    So viel Text in der Mittagspause – unmöglich alles zu lesen!

    Ich versuche verkürzt den roten Faden:

    Da hört einer zu einem Geiseldrama Polizeifunk und spielt Paparazi via Twitter. Sekundiert von RZO und anderen Medien?

    Ist es nicht schlimm, dass Polizeifunk abgehört werden kann?

    Und schlimm auch: dass über Twitter (oder youtube, ..) jeder Paparazi werden kann!

    Vielleicht sollten die „traditionellen“ Medien etwas weniger twittern?

    Antworten
  55. Dave-Kay

    Ich zitiere mal einen Twitterer:

    GrmpyOldMan Deutschlands Polizei läßt sich 2009 immer noch #analog abhören #fail #jo31DH #web2.0 http://is.gd/2oazE @RZChefredakteur

    Mal vollkomen abgesehen, vom moralisch extrem verwerflichen Vorgehen, des Twitterers, der eigentliche Skandal an der Geschichte ist doch, dass der Polizeifunk mit einfachen technischen Mitteln abhörbar ist. Es wird in diesen Tagen viel geschrieben über die Digitalisierung, ihre Auswirkung, das Internet, Meinungsfreiheit etc. Es werden Gelder für eine bessere Überwachung gefordert, zusätzliches Internüberwachungspersonal etc. Aber an den grundlegenden Dingen mangelt es. Jeder der will kann den Polizeifunk abhören und das obwohl schon lange Technologien verfügbar wären, dies zu unterbinden.
    Darüber aber wird auch hier kein Wort verloren, Qualität geht anders, sorry.

    Antworten
  56. Wolf

    Die Zeiten sind schon unheimlich. Man hat das Gefühl, die Entwicklungen gehen immer schneller. Information ist etwas, was man jetzt immer aktuell haben kann. Wenn man z.B. einen Unfall erlebt und den Stauanfang und die Ursachen nicht sieht, ist man zwar nahedran, aber mit den neuen Möglichkeiten kann man selbst als Beteiligter wissen was vorn los ist, auch wenn man es nicht sieht. Nah dran, oder ich war dabei, ist immer relativ.
    Das das Probleme für die Polizei und für Ermittler bringen kann, ist klar, aber die Vorteile der Schnellinformation überwiegen insgesamt, meine ich jedenfalls.
    Wolf
    http://www.calling-cards-prepaid-telefonkarten-online.de

    Antworten
  57. Pingback: Tysk Gamlingen (grmpyoldman) 's status on Wednesday, 19-Aug-09 09:14:23 UTC - Identi.ca

  58. Stephan Kirsch

    @Lars Brunsch
    Danke für den Hinweis – man lernt doch täglich dazu – gerade als Nicht-Amateurfunker 😉
    Wäre trotzdem interessant zu wissen, ob es sich tatsächlich um einen Amateurfunker handelt, so wie das ja angeblich im JO31DH-Blog angegeben ist.

    Antworten
  59. Christoph Dernbach

    @Stephan Kirsch: Der Locator ist nicht identisch mit dem Rufzeichen eines (lizenzierten) Amateurfunkers. Siehe Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/QTH-Locator
    Die Amtauerfunk-Rufzeichen in Deutschland fangen mit dem Buchstaben „D“ oder (selten) mit „Y“ an. Ich bezweifle auch, dass es sich bei @JO31DH um einen „Amateurfunker“ im engeren Sinne handelt (mit einer Amateur-Funklizenz) – wohl eher um einen Hobby-Funker, der eine CB-Funke und einen Funk-Scanner zu Hause stehen hat.

    Antworten
  60. Leitkultur

    Sehr guter Blogbeitrag.
    Wobei ich gestern eher den Eindruck hatte, dass der junge Mann vor lauter Adrenalin gar nicht mehr wirklich einschätzen konnte, was er da getan hat. Verstärkt durch das für ihn anscheinend sonst ungewohnte Gefühl der Wichtigkeit und Macht, war er nicht mehr Herr seiner selbst.
    DAS ist mit Sicherheit – nicht nur im journalistischen Bereich – ein Problem von Web 2.0, dass durch die sehr oft rasend schnelle Verfügbarmachung von Informationen oder Meinung und deren Vervielfältigung samt Reaktionen darauf, Dynamiken entstehen, die für uns in dieser Form erschreckend sind.
    Bedenklich natürlich auch, dass für einen Großteil der Nutzer des Web 2.0 nicht mehr klar erkennbar ist, was recherchierte und verifizierte Information ist oder was nur Gerücht oder gar mit Absicht lancierte Falschmeldung ist. Hier sind die Medien mit seriösem Background gefordert, die virtuelle Welt nicht als unwichtig außen vor zu lassen, sondern durch seriöse Inhalte aktiv mitzugestalten.

    Was den jungen Mann betrifft: Ich hatte ihn gestern abend nach seinen virtuellen Ausbrüchen kontaktiert und ihm seinen quasi „Amok-Lauf“ vor Augen geführt. Mir schien, dass er selber ein Stück weit über sich erschrocken war, das aber im Adrenalinrausch und typischer Trotzreaktion auf die recht deutliche Kritik noch nicht zugeben wollte/konnte. Immerhin hat er aber darauf einen recht anzüglichen Tweet in meine Richtung gehend wieder gelöscht. Dass er nun heute morgen seinen Twitter-Account gelöscht hat, deutet wohl auch darauf hin, dass ihm mit genügend Abstand klar geworden ist, zu was er sich gestern hat hinreißen lassen.

    Antworten
  61. Karl Keule

    Solche Typen regen mich auf…
    Guten Tag liebe sensationslüsterne Hausmeistergemeinde,

    holde neue Medienwelt, schützt sie doch leider vor Dummheit nicht. Es gibt sie leider diese Sensationsgeilen Menschen, die alle Kanäle wählen, um ein bisschen mehr oder weniger publik zu werden.

    Bei dem Twitterer @JO31DH handelt es sich in meinen Augen um eine ganz besondere Art der sensationslüsternen Menschen, denen es nicht um objektive Berichterstattung geht. Diese Menschen würden jeden Kanal anzapfen, um an Informationen zu kommen, die sie in die weite Medienwelt hinausschleudern können. Aber vielleicht ist diese Informationsschleuder ja schon eines Besseren belehrt worden, da sein Account bei Twitter schon nicht mehr existiert. Polizeifunk abhören, ist ja die eine Sache, hier wird sich der Knabe bestimmt noch in den nächsten Tagen mit der Staatsanwaltschaft auseinander setzen dürfen. Aber Polizeitaktik im web weiterzugeben, dass ist eine Sache, wo ich als Twitterer und Blogger sage: No Go!

    Aber ich bin mir leider sehr sicher, dass uns die heutige Multimediale Kommunikationsvielfalt auch in Zukunft nicht vor solchen ignoranten Menschen schützen kann.

    Der AutobahnGaffer ist tot, es lebe der InternetGaffer.

    Aber mal ganz ehrlich, man braucht solchen Typen ja nicht zu zuhören. Ein Hinweis, was du da machst ist schäbig und Schluss ist. Nur dann muss sich wohl jeder an die eigene Nase fassen, seien es professionelle Medien oder auch nur der gemeine Internetuser. Ein bisschen sensationslüstern sind wir doch alle und so mancher wartet auf die große Geschichte. Ich denke das ist auch okay, die Frage ist wie geht man mit der großen Geschichte um. Zum Glück kann ich sagen, dass ich gestern andere Termine hatte und somit nicht twittern konnte. Denn ich könnte nicht die Hand für mich ins Feuer legen, ob ich gestern nicht auch zum TwitterGaffer geworden wäre. Ich stelle fest 20 Jahre nach dem Geiseldrama von Gladbeck hat sich noch nicht ganz soviel im Denken der professionellen Gaffer und HobbyGaffer geändert, nur die Verbreitungskanäle sind vielfältiger geworden. Und zu guter letzt, ich hoffe es nicht, aber ich befürchte es, irgendwann wird der erste Amoklauf live vom Täter getwittert. Schöne neue Medienwelt!

    In diesem Sinne noch einen hausmeisterlichen Tag

    KarlKeule©

    “KeulenKalle©”

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  62. Pingback: Gladbeck reloaded? « ostroplog – Das Weblog von Philipp Ostrop

  63. Pingback: 6 vor 9: Schwalmtal, Spreng, Moskau » medienlese.com

  64. Stephan Kirsch

    Erstaunlich, dass sich ein Amateurfunker, der die rechtliche Lage doch eigentlich kennen sollte, derart äußert. Bei der Bundesnetzagentur kann man unter http://ans.bundesnetzagentur.de/Amateurfunk/Rufzeichen.aspx in Deutschlad vergebene Rufzeichen abfragen. Dort wird dann die vollständige Adresse des Lizenzinhabers angezeigt. Für JO31DH gibt es dort keinen Eintrag. Dieser Twitterer hat also wohlweislich ein falsches Rufzeichen angegeben oder ist kein Amateufunker und kann bloß mit einem der frei verkäuflichen und lizenzfreien Funkscanner umgehen.
    Das dürfte es deutlich erschweren, die Identität von JO31DH aufzudecken und rechtliche Schritte einzuleiten.
    Hätten föderales Gerangel und Finanzierungsprobleme die Einführung des digitalen und abhörsicheren Polizeifunks nicht jahrelang hinausgezögert, wäre diese traurige Form des „Bürgerjournalismus“ technisch auch gar nicht mehr möglich gewesen.

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  65. Mario

    Sehr guter Blog! Nur die Zahl der follower zu Beginn der Aktion ist falsch 🙂 als ich von schwalmtal über einen tweet der @rheinzeitung las hatte er um die 25 follower. Das aber nur am Rande, der Rest ist wirklich gut.

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  66. Michael Bordelle

    Sehr geehrter Herr Lindner,

    ich teile ihre Meinung voll und ganz, bin aber darüber überrascht, dass dies zu einem solchen Thema gemacht wird. Gibt es diese Art von Sensationsgeilheit nicht schon lange, gerade auch in der Presse? Schlechte Vorbilder bringen nun mal noch viel schlechtere Nachahmer hervor. Dass sich dies nun im WWW widerspiegelt ist doch nur logisch. Der einzige Unterschied besteht doch nur darin, dass wir nicht morgens auf die Bildzeitung oder auf den Express warten müssen. Journalisten dürfen und können es sich nicht so einfach machen, sie sollten mit ihrer Arbeit und damit meine ich nicht das Schreiben sondern gute Recherche Vorbild sein und nicht immer nur auf die Auflagenhöhe schielen.
    Ich weiß, dass ist nicht einfach in einer Welt in der es scheinbar nur noch um Profit geht, wo dies aber hinführt, sehen wir jetzt. Und dann bekommt letztendlich auch noch jemand das, was er so gerne wollte – mediale Aufmerksamkeit. Aber ignorieren? Wie Sie sehen beschäftigt mich das Thema. Aber trage ich durch meine Aufmerksamkeit und mein Interesse nicht ebenfalls dazu bei, dass es in Zukunft noch mehr Nachahmer geben wird? Ich würde mich freuen, wenn dieses Thema schnell wieder in der Versenkung verschwindet. Tragen Sie und ihre Kollegen mit guter journalistischen Arbeit dazu bei. Michael Bordelle

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  67. Pingback: homofaber.com » Das Dilemma «

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