Ein Jahr scharfes Paygate bei Rhein-Zeitung.de: weniger Visits, größerer Umsatz

Drehkreuz, undigital.Ein Jahr ist die Einführung der scharfen Bezahlschranke auf unserer Website Rhein-Zeitung.de her – Zeit für eine Bilanz.

Die erste wichtige Nachricht: Die Zahl der registrierten Kunden ist von 30.761 im vergangenen Januar auf 35.893 im Januar 2016 gestiegen – ein Plus von 16,7 Prozent. So viele Abonnenten unserer Printausgabe, des E-Papers oder Einzelkäufer haben sich eine Kennung zugelegt, um Rhein-Zeitung.de zu nutzen. Zwischenzeitlich hatten wir schon einmal mehr registrierte Kunden gemeldet, jedoch waren darin auch „Karteileichen“ enthalten, die wir nun aus der Statistik entfernt haben.

Die zweite wichtige Nachricht: Die Zahl der Jahrespässe zur alleinigen Nutzung von Rhein-Zeitung.de stieg von 286 auf 586. Es gab auch hier zwischenzeitlich schon einmal mehr, allerdings hatten wir zum Jahreswechsel in diesem Segment eine deutliche Preiserhöhung. Nunmehr kostet der Jahres-Pass 10,90 Euro im Monat.

Online profitiert also nach wie vor stark von den Abos für die gedruckte Ausgabe (siehe die Zahl der registrierten Kunden), aber mittlerweile es auch nicht ungewöhnlich, wenn sich jemand „nur“ für Rhein-Zeitung.de interessiert. Zusammen mit den Monatspässen sind derzeit 642 Menschen bereit, für Inhalte einer regionalen Website monatlich 10,90 oder 11,90 Euro auszugeben – diesen Beweis galt es anzutreten.

Die dritte wichtige Nachricht: Trotz rückläufiger Zahlen bei Visits und Page Impressions vermindern sich die Umsätze mit der Werbung im Digitalen nicht gleichermaßen, sondern wesentlich geringfügiger. Wir haben in einem Jahr ein Viertel an Visits verloren – und doch nur 12,6 Prozent beim Umsatz mit Werbung eingebüßt. Gleichzeitig stieg der Umsatz mit Content (also über alle in der Tabelle genannten Kennzahlen hinweg) innerhalb eines Jahres um 44,1 Prozent.

In der Summe ergibt sich ein Plus von 5,1 Prozent beim Digital-Umsatz, auf jetzt 2,027 Millionen Euro. Damit finanziert man noch keine 140 Redakteure starke Redaktion. Aber für ein paar Online-Spezialisten, Server und Laptops kommt schon mal Geld zusammen. Wenn man dann noch weiß, dass bei der Rhein-Zeitung immer mehr Kollegen in die Lage versetzt werden, die digitalen Kanäle live und schnell zu bedienen, kann man mit der Entwicklung eigentlich sehr zufrieden sein. Und das sind wir! Danke auch an alle zahlenden Leser, die uns immer wieder auf Facebook verteidigen, wenn jemand wieder verlangt, dass wir unsere Beiträge kostenlos herausgeben sollen. Das machen wir im Wesentlichen nur noch bei Themen in eigener Sache – zum Beispiel bei diesem Blogpost, den Sie gerade lesen.

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Marcus Schwarze

8 Gedanken zu „Ein Jahr scharfes Paygate bei Rhein-Zeitung.de: weniger Visits, größerer Umsatz

  1. Patrick Krisch

    Hallo Team Rhein-Zeitung,

    ich habe euren Blog nur zufällig gefunden, weil ich mich gerade mit der Bildzeitung und die ca. 20Mio. Impressionen beschäftige die diese seit August 2015 verloren hat, ich nehme an wegen dem Ad Blocker Problem. Ich bin selbst Campaign Manager (DoubleClick) und finde das sehr Interessant.

    Ich frage mich, wenn Ihr bei dem Content an Abonnenten gewonnen habt, wie wollt Ihr in Zukunft mit euren Werbepartnern umgehen? Denen muss auf kurz oder lang dass Problem mit eurer Seite auffallen, zwar wird euer Content ausgespielt, jedoch der Anstieg an Abos (sind wahrscheinlich die mit Adblockern) wird wahrscheinlich so aussehen, dass die Werbung eurer Kunden nicht mehr ausgeliefert wird. DoubleClick weiß wenn Werbung geblockt wird und zählt diese Impression nicht, bei 3rd Party Ad Servern passiert dies aber nicht, sprich CTR Wert wird sinken, eure Kunden werden euch den Rücken zudrehen, weniger Werbung wird ausgetrahlt, bis eure Zeitung nur noch vom Abo Modell leben wird.

    Ob dass Sinn macht und genügend Geld reinkommt?

    Viele Grüße

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    1. Marcus Schwarze Artikelautor

      Gerade weil Werbung im Web an Relevanz verliert, bestärken wir das Abo- und Kaufmodell. Der Tabelle entnehmen Sie ja, wie sich die Einnahmen aus Content und Werbung entwickeln.

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  2. Pingback: Erfolg mit der Paywall | Sven Ivo Brinck

  3. Sabine

    Besonders schön auch, immer wieder Artikel über verschwundene Senioren und Kinder oder Warnungen vor Gefahrensituationen hinter der Paywall zu finden.

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  4. Pingback: “Paid content” des tages | Schwerdtfegr (beta)

  5. Pingback: Paywall bei Rhein-Zeitung.de: weniger Visits, größerer Umsatz

  6. Pingback: Wildwechsel, Hoaxmap, Paygate am Rhein – BliBlaBloG

  7. Jan Mauritz

    Ich finde es klasse, dass sich Euer Mut zur Umstellung auf Vermakrtung mit Paygate gelohnt hat. Die meisten Zeitungen zögern bei der Einführung eines Paygates oder unterlassen diese ganz, weil sie den Verlust der digitalen Reichweite befürchten und die daraus resultierenden Skaleneffekte überschätzen. Ich wünsche weiterhin viel Erfolg!

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