Von schlechten Nachrichten und ihren guten Seiten

So ist das: Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten oder, wie die alte US-amerikanische Presseweisheit im Original heißt: „Only bad news is good news!“ Denn schlechte Nachrichten erhöhen die Aufmerksamkeit, denn sie steigern das Interesse. Wer in die Öffentlichkeit drängt, Gegenstand der Berichterstattung und zum Gesprächsthema werden will, muss also Verursacher oder Auslöser einer schlechten Nachricht sein. Außer, jemand ist bereits prominent. Dann genügt, wenn Boateng Wade hat.

Bei uns lösen „bad news“ in Hirn und Bauch eben ganz andere Aktivitäten aus – das liegt an unserer Entwicklungsgeschichte. Schon der Steinzeitmensch musste über drohende Gefahren informiert sein, das war überlebenswichtig.

Wie Leser auf Nachrichten in der Zeitung reagieren, lässt sich nicht unmittelbar erkennen. Bei Rhein-Zeitung.de geht das ruckzuck. Da sehen wir sofort, wie viele Leser welche Nachrichten verfolgen. Etwa am Freitagabend, als es schwere Unwetter im Land gab. 117 590 Leser verfolgten die aktuellen Unwetternachrichten (zum Vergleich: Der abgesagte Rosenmontagszug am 8. Februar hatte 117 056 Aufrufe). Samstag ging das weiter: Doppelt so viele informierten sich auf Rhein-Zeitung.de wie sonst an einem „normalen“ Samstag.

Jochen Kampmann

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