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“Sit there. Be Good. Bye, Bye!”

Was für ein Festival. Ich muss zugeben, zeitweise war ich richtig hin und weg… Die Nature One 2009 geht mit einem neuen Besucherrekord zu Ende. 61.000 Techno-Fans und ein Rapper sagen Danke an:

Alex M.O.R.P.H. b2b Woody van Eyden, Alien Factory, Anthony Rother, Arkus P., Armin van Buuren, Babor, Brian Sanhaji, Butch, Carl Cox, Charly Lownoise & Mental Theo, Chris Liebing, Dag, Daniel Kandi, David Forbes, Deadmau5, DJ Lukas, DJ Murphy, DJ Toyax, Dominik Eulberg, Dr. Motte, Dubfire, Einmusik, Eric Sneo, Extrawelt, Felix Kröcher, Ferry Corsten, Format:B, Frerikson & Benno Block b2b, Gabriel Ananda, Gregor Tresher, Hardy Hard, Hell, Jacek Sienkiwiecz, Joel Mull, Judge Jules, Klaudia Gawlas, Kollektiv Turmstrasse, Lützenkirchen, Marco Bailey, Menno de Jong, Mike-MH4, Milk & Sugar, Moguai, Monika Kruse, Moonbootica, Moritz Piske, NatureOne Inc., Oliver Bondzio, Paul Kalkbrenner, Paul van Dyk, Phil Fuldner, Robert Natus, Roland Casper, Roland M. Dill, Ronski Speed, Sander van Doorn, Sebastian Gnewkow, SONO, Steve Mason, Stoneface & Terminal, Sven Wittekind, Sven Väth, The Disco Boys, Tiger and Dragon, Tillmann Uhrmacher, Tom Novy, Turntablerocker und alle Club-DJs.

Ein ganz besonderer Dank geht an dieser Stelle auch an DJ P.E.T.R.U.S. – er hat am längsten von allen DJs aufgelegt. Und zwar Wetter vom Feinsten.

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Lasershow am OpenAirFloor. Foto: Damian Morcinek

dmorcinek in Allgemein am 02. 08. 2009 » 2 Kommentare

Blaulicht im Rücken

Bei der Pressekonferenz auf der Nature One erklärte Veranstalter Nick Schär den anwesenden Journalisten, dass die große Mehrheit der hiesigen Polizisten sich freiwillig zum Dienst während des Technofestivals melden würde. Zudem würden die Beamten lieber bei der Nature One Dienst schieben, als bei einem absehbar problematischen Fußballspiel. Diese Ausführung wollte der nette Polizist, der meinen Kollegen Jan Lindner und mich in Kastellaun für eine weitere allgemeine Verkehrskontrolle anhielt, allerdings nicht teilen. Ein nettes „Guten Abend! Wir sind von der Rhein-Zeitung”, entgegnete der Beamte mit den Worten: „Na dann machen wir gleich das volle Programm.” Das Vorzeigen von Führerschein, Fahrzeugpapieren und Presseausweis sowie ein kurzer Plausch reichten dem Polizisten, der schon seit 15 Jahren bei der Drogenfahndung arbeitet, und seinem Kollegen dann letztlich aber auch schon. Warum gerade wir heraus gewunken worden sind, wollten wir noch wissen. Das sei purer Zufall gewesen, bekamen wir als Antwort. Ein System gebe es beim „Herausfischen” der Autos jedenfalls nicht. Bleibt nur zu hoffen, dass bei den Stichproben auch Sünder aus dem Verkehr gezogen wurden – oder besser noch, dass diese erst gar nicht versucht haben Auto zu fahren.

Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte. Polizeikontrolle in Kastellaun. Foto: Damian Morcinek

"Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte": Polizeikontrolle in Kastellaun. Foto: Damian Morcinek

dmorcinek in Allgemein am 02. 08. 2009 » 2 Kommentare

Smile is the answer: Das Finale

01.05 Uhr: Gemeinsam mit meinem Kollegen Jan Lindner trete ich aus der Medienlounge, in der ich mehrere Stunden verzweifelt versucht hatte, meinen Pydna-Report um Funklöcher herum zu pflegen. Auf der Bühne am OpenAirFloor legt der kanadische Diskjockey und Musikproduzent Deadmau5 gerade seine letzten Stücke auf.  Die Bunker ringsumher sind voller Techno-Fans, die sich  im kühlen Gras sitzen und das Treiben zu ihren Füßen beobachten.

01.15 Uhr: Die Hausherren, NatureOne Inc., betreten die Bühne. Gerade einmal 20 Minuten werden sie dort bleiben. Genug Zeit um der Party-Meute richtig einzuheizen.

01.20 Uhr: Zu den Klängen von NatureOne Inc. steigt am anderen Ende der Raketenbasis ein farbenfrohes Feuerwerk auf. Überall werden jetzt Handys, Digitalkameras und Camcorder gezückt, um die Ereignisse einzufangen. Auch ich strecke meine Flip hoch in die Luft, schwenke über die Köpfe der Leute – stets auf der Suche nach guten Einstellungen.feuerwerk

01:30 Uhr: Das Feuerwerk ist aus. Ein Ruck geht durch die Menge. Die ersten Töne der offiziellen Hymne zur Nature One 2009 erklingen: “Smile is the answer”. Die Techno-Jünger sind begeistert. Ich auch. Schließlich ist der Song absolut massenkompatibel – mitunter also auch was für “alte Rapper”.

01:35 Uhr: Die Hymne klingt aus. Beifall von allen Seiten. Von mir nicht, ich halte ja immer noch die Flip hoch in die Luft und filme. Dafür gibt es ein anerkennendes Kopfnicken von meiner Seite – ich bin mir fast sicher, die Hausherren werden es registriert haben. Ein tolles Finale. Auch wenn danach noch lange nicht Schluss ist: Denn schon steht der niederländische Trance-DJ und -Produzent Armin van Buuren in den Startlöchern… and the Beat goes on and on and on!

dmorcinek in Allgemein am 02. 08. 2009 » Kommentare sind für diesen Beitrag ausgeschaltet

Die Fantastischen Zwei

Über dem OpenAirFloor wechselt die Beleuchtung nur langsam. Aus den Boxen plätschern sanfte Klänge einer Akustikgitarre auf den prallgefüllten Floor vor der Hauptbühne. Erst nach einigen Sekunden formt sich die Melodie und den Techno-Fans wird klar, was Michi “Hausmarke” Beck und Thomas “Thomilla” Burchia ihnen da zur Eröffnung ihrer Turntablerocker-Show mitgebracht haben: einen Remix des Nummer-Eins-Hits “Rhythm is a Dancer” von der Dance-Gruppe SNAP! aus dem Jahre 1992. Ein Klassiker, auf den das Publikum sofort anspringt. Noch einfacher hätten die Turntablerocker die Menge kaum auf ihre Seite ziehen können – wenn es den überhaupt nötig gewesen wäre. Eineinhalb Stunden rocken “die Fantastischen Zwei” gnadenlos die Turntables und machen ihrem Namen damit alle Ehre.

Turntablerocker: DJ Thomilla und DJ Hausmarke (v.l.) Foto: Damian Morcinek

Turntablerocker: DJ Thomilla und DJ Hausmarke (v.l.) Foto: Damian Morcinek

Ehrensache, dass ich mir diesen Auftritt nicht entgehen lasse. Schließlich ist das deutsche DJ- und Dancemusik-Produzenten-Duo auch eng mit dem Hip-Hop verbunden: Michi Beck ist bekanntermaßen Mitglied der Hip-Hop-Formation Die Fantastischen Vier, die in diesem Jahr ihre 20-jährige Bühnenpräsenz feiern. DJ Thomilla hat die Massiven Töne produziert, war mit den Fanta4 auf Tour und hat unter anderem mit Hip-Hop-Acts wie Afrob, Gentleman, Dendemann (Eins, Zwo) und Ferris MC zusammengearbeitet. Zwei Größen des deutschen Hip-Hops auf der Nature One… daran könnt’ ich mich gewöhnen.

dmorcinek in Allgemein am 02. 08. 2009 » Kommentare sind für diesen Beitrag ausgeschaltet

Bunkerwelten

"Power from the East Side" - der Bunker-Club aus Mitteldeutschland

"Power from the East Side" - der Bunker-Club aus Mitteldeutschland

Pydna ist übersät mit Tekkern. Um vom Haupteingang bis zum Abstaract/U60311 Club zu gelangen, dauert es schon mal gut und gerne 25 Minuten. Dabei ist die Strecke geschätzt wohl nicht einmal 800 Meter lang – zugegeben, im Schätzen bin ich auch richtig schlecht. Für eine ganze Runde um das gesamte Areal braucht man wohl über eine Stunde – und dann hat man auch nur zwei Minuten lang einen Blick pro Floor und Club riskiert. Wem die großen Floors zu sehr in Richtung Mainstream abdriften, der zieht sich in die Bunkerschächte zurück. Ziemlich waghalsig: Denn dort gibt es kein Entrinnen vor dem donnernden Bass und dem massiven Beben, das nicht nur das Trommelfell, sondern jedes Organ im Körper zum Schwingen bringt. Rechts vom OpenAirFloor liegt ein Bunker, dessen Mittelgang mit einer sagenhaft hässlichen Blümchentapete „geschmückt” ist. In der Mitte dieses Ganges befinden sich zu beiden Seiten solide Stahltüren. Dahinter lassen sich die Raver die Basswinde um die Nase wehen. Wer sich dem nicht gewachsen fühlt, der sollte keinen Schritt durch diese Türen gehen. Ich bin jedenfalls draußen geblieben – die Musik hört man schließlich auch dort, und zwar kilometerweit.

Die Tür zum "Tresor" - der Club aus Berlin. Fotos: Morcinek

Die Tür zum "Tresor" - der Club aus Berlin. Fotos: Morcinek

dmorcinek in Allgemein am 02. 08. 2009 » Kommentare sind für diesen Beitrag ausgeschaltet

(Sex), Drugs & Tech’n'o

Klar, Polizeikontrollen sind lästig. Ganz besonders, wenn man den Freund und Helfer nur nach dem Weg zum Campingplatz fragen will, und es dann heißt: „Machen sie mal den Motor aus. Führerschein und Fahrzeugkontrolle.” Wenigstens weiß mein rz-Kollege Jan Lindner jetzt, dass irgendwas mit seiner Radaufhängung an der Vorderachse nicht stimmt und er schnellstmöglich neue Reifen braucht, weil das Profil abgefahren ist. Sei’s drum – dennoch sind Polizeikontrollen sinnvoll. Vor allem bei einer Großveranstaltung. An dieser Stelle noch eines vorweg: Ich will keinesfalls die Moralapostel raushängen lassen! Jeder sollte selbst wissen, ob und wie er sich auf  Drogen einlässt. ABER:

klaudia gawlas zitat

Die Wirkungsdauer und Abbauzeiten sind abhängig von der Häufigkeit des Konsums, von der Menge und der Qualität der Drogen. Außerdem verlängert Mischkonsum – auch mit Alkohol – Wirkungsdauer und Abbauzeit deutlich:

a) Alkohol:
Der Blutalkoholgehalt ist abhängig von der Alkoholmenge, dem Körpergewicht und dem Geschlecht. Häufig ist nach 3 Bier (0,3 Liter) innerhalb von 24 Stunden die 0,5 Promille- Grenze schon überschritten. Erst 2 Stunden nach der Alkoholaufnahme beginnt der Abbau mit höchstens 0,1 Promille/Std.

b) Marihuana/Cannabis (THC):
Wirkungsdauer: Bis zu 8 Std. und länger
Nachweisbarkeit: Im Urin bis zu 3 Monaten. Im Blut bis zu 3 Wochen. In Verbindung mit Alkohol kommt es zu besonders schweren Ausfallerscheinungen!

c) Harte Drogen:
Ecstasy (MDMA)
Wirkungsdauer: Bis zu 8 Std. und länger
Nachweisbarkeit: Im Urin 2 – 4 Tage. Im Blut bis zu 24 Std.
Speed
Wirkungsdauer: Bis zu 6 Std. und länger (Methamphetamin: bis zu 30 Std.!)
Nachweisbarkeit: Im Urin/Blut 2 – 4 Tage.
Kokain
Wirkungsdauer: Bis zu 2 Std. und länger
Nachweisbarkeit: Im Urin bis zu 4 Tagen. Im Blut ca. 24 Std.
LSD
Wirkungsdauer: Bis zu 12 Std. und länger
Nachweisbarkeit: Im Urin bis zu 4 Tagen. Im Blut bis zu 12 Std.

Zudem können rechtliche Konsequenzen eintreffen. Und die sind nicht ohne:

a) Alkohol:
0,0 Promille bei Fahranfängern & U21-Jährigen
–> Straftat schon bei Atemalkoholgeruch
–> Geldbuße 250,- EUR und 2 Punkte
–> ggf. Verlängerung der Probezeit und MPU
0,3 bis unter 0,5 Promille
–> Weiterfahrt wird untersagt
–> Straftat bei Anzeichen von Fahrunsicherheit oder Unfall
Ab 0,5 Promille
–> Geldbuße von 500,- EUR bis 1.500,- EUR und 1 – 3 Monate
–> Fahrverbot und 4 Punkte
Ab 1,1 Promille
–> Strafanzeige mit möglicher Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe
–> Führerscheinentzug 6 Monate bis 5 Jahre Sperrfrist oder auf Dauer

b) Drogen:
Fällt ein Test auf illegale Drogen positiv aus
–> Geldbuße von 500,- EUR bis 1.500,- EUR und 1 – 3 Monate Fahrverbot und 4 Punkte
–> Führerscheinstelle wird informiert, MPU kann angeordnet werden, ggf. bis zu einem Jahr Drogentests zur Führerscheinerhaltung in schweren Fällen
–> Strafanzeige wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz

c) Alkohol und Drogen:
Bei Anzeichen von Fahrunsicherheit oder Unfall liegt eine Straftat vor
–> 7 Punkte und Geld- oder Freiheitsstrafe (bis 5 Jahre)
–> Führerscheinentzug: 6 Monate bis 5 Jahre Sperrfrist oder auf Dauer ggf. Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung oder fahrlässiger Tötung
–> Schadensersatz und Schmerzensgeld, evtl. Rente für das Opfer

dmorcinek in Allgemein am 01. 08. 2009 » 2 Kommentare

Zahlen, Daten & Fakten

Seit gut einer Stunde ist Tag zwei des großen Raves auf der Pydna in Gange. Während die Tekker die Raketenbasis zurückerobern, bleibt etwas Zeit, die Nature One ein weinig zu sezieren:

FACTS: Motto der 15. Nature One ist “smile is the answer”. 4 Head-Areas (OpenAirFloor, Century Circus, House of House, Classic Terminal), 18 Clubs, insgesamt 22 Bühnen. In 2009 umfasst das genutzte Pydna-Gelände insgesamt ca. 400.000 Quadratmeter. Die Raketenbasis Pydna in Kastellaun/Hunsrück war bis 1987 Stützpunkt der US-Army. Hier lagerten 96 Atomsprengkopfbestückte “Cruise Missiles”.

LINE-UP: Über 300 DJs und Live-Acts aus über 25 Nationen.

TECHNIK: Insgesamt über 1.200 Tonnen Ton-, Licht-, Laser- und Videotechnik.  Im OpenAirFloor überspannt eine 4-beinige Stahlkonstruktion in Form einer Halbkugel die Tanzfläche. Das 36-Tonnen-Ungetüm hat einen Durchmesser von 46 Metern und ragt 22 Meter in die Höhe. 200 bewegliche Lampen mit 300.000 Watt Leistung und 20 Laser steuern Licht-Designer Martin Kuhn und sein Team bei der Veranstaltung und formieren sie zu einer einmaligen Lightshow. Sieben Kilometer Kabel vernetzen im Century Circus 70 Moving-Lights, fünf Großprojektionen und 16 LCD Displays. Im House of House gibt es eine gigantische Glühlichtmatrix, mit 1.500 einzeln ansteuerbaren Glühbirnen. Die sogenannten Big-Lights auf dem Classic Terminal schießen ihre Strahlen bis zu 500 Meter hoch in den Himmel.

STROM: Etwa 35 Kilometer Stromkabel und 150 Stromverteiler stellen die Versorgung sicher.

CAMPING: 120 Hektar Wiesen und Felder. An 20 Dusch- und Wasserstationen werden 600.000 Liter Wasser verbraucht. Die Campingparzellen werden mit 3 Kilometer Absperrgitter abgegrenzt. Das Camping-Village wird mit 140.000 Watt Gesamtleistung beleuchtet Erstmals wird in diesem Jahr ein Müllpfand bei den Campern erhoben.

MITARBEITER: Insgesamt sorgen über 2.000 Mitarbeiter für den reibungslosen Ablauf der Nature One, 400 davon allein im Camping-Village.

dmorcinek in Allgemein am 01. 08. 2009 » Kommentare sind für diesen Beitrag ausgeschaltet

Kurz ausruhen, dann einkaufen

Sieben Stunden Schlaf  und drei Tassen Kaffee liegen hinter mir. Nach einer langen Party-Nacht eigentlich nicht genug. Und dennoch war meine Mütze wahrscheinlich voller mit Schlaf gefüllt, als die so manch anderer Nature One-Besucher. Eine Nacht in einem ordentlichen Bett ist eben was anderes, als in einem engen Schlafsack auf einer dünnen Isomatte. Und wenn die Sonne schon kurze Zeit nach dem Schlafengehen mit halber Kraft durch das lichtdurchlässige Zeltdach strahlt; und der Camping-Nachbar dann auch noch meint, die Party müsse bereits um 10 Uhr mit laut aufgedrehter Musik weitergehen – na dann gute Nacht. Oder eben nicht.

Früher oder später schaffen es die Camper sowieso nichts mehr, sich an den Schlaf zu klammern (meist früher, als später!). Dann geht es mit dem nächsten Shuttlebus nach Kastellaun um die verbrauchten, vornehmlich flüssigen, Vorräte wieder aufzufüllen. An solchen Tagen, so erzählte es mir kürzlich ein Freund – seines Zeichens Filialleiter bei Lidl in Kastellaun - ist dort “die Hölle los”. ‘Ist doch super für euch’, sagte ich zu ihm, ‘das steigert doch nur eure Umsätze!’ Pustekuchen: Denn die extra georderten Paletten an Wodka und weiteren Wässerchen wiegen gerade mal so den Verlust auf, der durch das Fortbleiben der üblichen Kundschaft entsteht.

dmorcinek in Allgemein am 01. 08. 2009 » Kommentare sind für diesen Beitrag ausgeschaltet

Hardcore: Techno bis zum Morgengrauen

So langsam macht sich die Müdigkeit bei mir bemerkbar. Unfassbar, gleichzeitig aber auch ein wenig bedenklich, mit wie viel Energie die Raver bereits seit Stunden auf den Floors abzappeln. Vor der Bühne am OpenAirFloor tobt sich die Meute gerade zu den Beats von Sander van Doorn aus. Der niederländischen DJ hat schon in jungen Jahren angefangen, sich als DJ und Produzent zu beweisen. Heute zählt er zu den Top-Acts – nicht nur auf der Nature One.

The Disco Boys heizten den Soundjunkies ordentlich ein - und das gleich zweimal. Foto: Morcinek

The Disco Boys heizten den Soundjunkies ordentlich ein - und das gleich zweimal. Foto: Morcinek

 Zu meinen persönlichen Höhepunkten zählten heute die Auftritte von Paul van Dyk, Sven Väth und The Disco Boys. Die beiden Hamburger Disco-Jungs ließen sich heute gleich zweimal vor Publikum blicken. Um 22 Uhr legten Raphael Krickow und Gordon Hollenga auf einem Bunker im saarländischen Club Cassius Enterprises auf. Und später dann noch einmal im House of House. Beide Male ließen die Boys dem Publikum nicht eine Sekunde zum Verschnaufen, sondern bombardierten Haus und Bunker unablässig mit ihren berühmt-berüchtigten Mischungen aus Disco-Klassikern und modernen House-Tracks.

 

So gut die Musik der meisten DJs auch ist, eines bleibt mir ein Rätsel. Wie hält man den “Krach” stundenlang ohne Gehörschutz nur aus? Ich will gar nicht wissen wie laut es später in den Ohren der meisten Techno-Fans summen und pfeifen wird. Wahrscheinlich so laut, dass man meint, man stehe immer noch auf einem Floor, umringt von unzähligen Lautsprechen. Wenn es nach mir ginge, dann könnte das Festival ruhig ein paar Stufen leiser sein. Doch zum Glück der eingefleichten Tekker geht es ja nicht nach mir.

dmorcinek in Allgemein am 01. 08. 2009 » 227 Kommentare

Und dann fing die Erde an zu beben

Sobald sie Schleusen offen waren, habe ich mir erst einmal einen Überblick verschafft. Wo man auch hinsieht Zelte, Zelte und nochmals Zelte. Ein wenig komm ich mir so vor, als wäre ich auf einer großen Kirmes – Fressbuden und Merchandise-Stände dürfen auf der Nature One ja natürlich nicht fehlen.
Der Open-Air-Floor ist ziemlich beeindruckend. Eine riesige Konstruktion aus Stahlträgern, Lampen, Lasern und Lautsprechern ragt kuppelförmig über die Tanzfläche, die sich allmählich mit Techno-Fans füllt. Auf der Bühne gibt sich Daniel Kandi die Ehre an den Mixern. Dank großer Video-Wände vor dem DJ-Pult und an der Bühnenwand entgeht den Besuchern kein Handgriff des Künstlers: Kameras übertragen jede Einstellung, die die DJs vornehmen, um den Sound bestmöglich auf die Tanzfläche zu bringen. Einfach genial.
Allmählich fängt die Erde an zu beben und ich ziehe mich aus Respekt vor den starken Bässen auf einen der Bunker zurück. Von hier aus kann ich nahezu das gesamte Festivalgelände überblicken.
Wie Ameisen strömen die Leute durch die Straßen zwischen den Zelten und Floors. Die Bunker hoch, die Bunker runter. Was für ein Schauspiel. Ich setze mich ins Gras und spüre jetzt noch deutlicher wie der Boden unter mir zittert. Von hinten massiert mir der Bass von DJ X-Said den Rücken, von vorne weht mir der dröhnende Sound aus dem Koblenzer Vogue Club den Wind ins Gesicht. Und von überall her prasseln die Technoklänge nur so auf mich ein. Da muss ich mich erst einmal dran gewöhnen.

dmorcinek in Allgemein am 01. 08. 2009 » Kommentare sind für diesen Beitrag ausgeschaltet
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