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Pydna-Report: Die Loveparade steckt noch in den Knochen

Es volobloggt von der Nature One: Norbert Martens

Kurz bevor ich mich ins Getümmel schmeißen kann, sprechen mich Dirk und Sandra aus Essen an. „Wir sind echte Raver“, bekennen die beiden Mittdreißiger nach kurzer Zeit, sie kommen schon seit mehr als zehn Jahren auf die Nature One. Wir brauchen nicht lange, um auf die Loveparade zu kommen. Dirk und Sandra waren auch da – Augenzeugen des Dramas. „So richtig in Feierstimmung sind wir deshalb nicht, das Ganze wirkt noch sehr stark nach“, sagt Dirk. Auch Sandra spürt zwischendurch immer wieder Schauer der Aufregung, wenn sie im Hintergrund die stampfenden Bässe hört und unweigerlich zurückdenken muss.

Dirk und Sandra.

Dirk und Sandra.

Da die beiden für die „Ruhr 2010“ tätig sind, bekommen sie auf der Arbeit viel von den Nachwirkungen der Loveparade mit. „Die ganze Stimmung ist total am Boden“, sagt Dirk. Trotzdem wollen sie die Nature One genießen, wenn auch mit angezogener Handbremse. „Die Atmosphäre hier ist einfach toll – überall glückliche Menschen. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen“, sagt Sandra.

Wie man sich echte Raver vorstellt, sehen die beiden nicht aus, eher so, als würden sie ins Kino gehen. „Die Zeiten sind auch vorbei“, sagt Sandra und muss lachen, „aber in den Neunzigern bin ich auf der Loveparade noch mit nem Staubsauger auf dem Rücken rumgerannt!“ Dirk meint, die Raver heute würden sowieso nicht mehr so kostümiert rumlaufen wie noch vor einigen Jahren. Einiges habe sich geändert.

Da ich mich in der Materie überhaupt nicht auskenne, geben mir die sympathischen Essener gleich ein paar Tipps. Paul van Dyk und Markus Schulz empfehlen sie mir, aber auch die Disco Boys sollte ich mir nicht entgehen lassen.

„The flag keeps flying“ – „Die Flak kriegt den Flieger“ hätte mein Opa das Motto der Nature One übersetzt. Ich mache mich durch die bunten Lichtkegel auf – ab in einen der zahlreichen Bunker.

Pydna-Report: Von Maffay bis Scooter – ein Geständnis der Schande

Es volobloggt von der Nature One: Norbert Martens

„Nature One!? Du bist doch verrückt! Eher würde ich zu einem Howard-Carpendale-Konzert gehen, als mir dieses Gewummer anzuhören“, schrieb mir eine Freundin über Facebook, als ich ihr gestand, dieses Wochenende mit 60.000 Techno-Freunden auf der Pydna zu verbringen. Einige von Euch werden jetzt denken: „Himmel, jetzt schreibt dieser Bauer über Techno!“ Ja, ich weiß, es geht um elektronische Tanzmusik, die wohl 20 verschiedene Stile auf Lager hat, aber für mich war es immer Techno. Und Techno war für mich immer Scooter!

 

Noch schlimmer: Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bisher mit dieser Musik so viel anfangen konnte, wie Homer Simpson mit gedünstetem Tofu. Mein letztes Konzert war im Januar mit Helge Schneider (Katzeklo) – und beim letzten Open Air grölte ich vor drei Jahren mit feuchten Augen noch „Über sieben Brücken“ von Peter Maffay mit. So viel dazu! Allerdings mag ich viele Arten von Musik: Hauptsache, sie ist gut und packt mich.

 

Deswegen mein Appell an Euch, liebe Fans und DJs: Bekehrt mich, begeistert mich für Euren Sound und Eure Kultur! Meine Pumpe geht auf jeden Fall schon mal Richtung 180 Beats vor Aufregung. Ich bin da – ich bin gespannt!